Mutmaßliche Hackerangriffe Russische Diplomaten verlassen die USA

Die USA haben ihnen 72 Stunden Zeit gegeben, jetzt haben die 35 russischen Diplomaten Washington verlassen. Obama-Nachfolger Donald Trump kritisierte den Schritt.

US-Präsident Barack Obama
AP

US-Präsident Barack Obama


Die von den USA ausgewiesenen 35 russischen Diplomaten haben an Neujahr zusammen mit ihren Angehörigen die Rückreise nach Moskau angetreten. Russland brachte die insgesamt 96 Menschen mit einer Sondermaschine aus Washington zurück in ihre Heimat. Die US-Regierung hatte sie zuvor zu "unerwünschten Personen" erklärt.

Ein Sprecher des US-Außenministeriums bestätigte, dass die Russen Washington verlassen hätten. Damit hielten sie die 72-Stunden-Frist ein, die US-Präsident Barack Obama ihnen am Donnerstag zum Verlassen des Landes eingeräumt hatte. Obama hatte die Maßnahme als Strafe für russische Cyberattacken im US-Präsidentschaftswahlkampf bezeichnet, unter denen seine Demokratische Partei gelitten habe.

US-Geheimdienste vermuten, dass russische Hacker mit Billigung des Kreml in den vergangenen Monaten in das Computersystem der Demokratischen Partei von Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton eingedrungen waren und interne E-Mails an die Öffentlichkeit brachten, was Clintons Wahlkampf erheblich störte. Der Kreml weist die Vorwürfe zurück.

Auch bei Computerexperten sind die Vorwürfe der Amerikaner durchaus umstritten. Zweifel äußerte auch der künftige US-Präsident Donald Trump. Wer solche "schwerwiegenden" Vorwürfe gegen Russland erhebe, müsse "sicher sein", sagte er. Weil es sich bei Obamas Maßnahme vom Donnerstag um eine präsidentielle Anordnung handelt, könnte Trump den Schritt nach Amtsantritt rasch wieder rückgängig machen.

mja/AFP



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unumvir 01.01.2017
1.
Obama scheint mit einem letzten Paukenschlag am Ende seiner Amtszeit noch einmal unterstreichen zu wollen, wie wenig er den Nobelpreis verdient, dessen voreilige Verleihung den Anfang seiner Amtszeit begleitet hat.
nic 01.01.2017
2.
Ausweisung wegen "mutmaßlicher" Hackerangriffe. Eigenartige Vorgehensweise.
degraa 02.01.2017
3. Wenn schon Sch*'$$*, dann Sch*'$$* mit Schwung
Vom diesem aktionistischen Unsinn abzusehen hätte noch mehr als lame duck ausgesehen alsohnehin schon. [...] und interne E-Mails an die Öffentlichkeit brachten, was Clintons Wahlkampf erheblich störte [...] Was Clintons Wahlkampf gestört hat, ist, dass die demokratische Parteiführung so gedacht und gehandelt wie in den E-Mails beschrieben. Und das Attribut erheblich" erscheint mir auch stark übertrieben.
dieterwassmann7 02.01.2017
4. Ausweisung russischer Diplomaten
Beweise hat man keine. Eine amerikanische Aktion, die an den legendaeren Luegenauftritt des US-Aussenmiminsters Powel vor versammelter UN-Vollversammlung erinnert. Meine geschaeftlichen Verbindungen mit US-Firmen bestaetigen den Eindruck: Mit der Wahrheit nehmen es die Amerikaner nicht so genau. Luegen sind immer un ueberall an der Tagesordnung. Ich hoffe, unter Trump wird es wieder eine ehrliche Nation.
ex2012 02.01.2017
5. Sehr gut!
Sehr gute Nachrichten! Ich hoffe da kommen noch andere Schritte! Und Europa sollte sich schnellstmöglich den USA anschließen. Putin sollte wissen: Unsere Demokratie, unsere Souveränitäten und unsere Grund- und Menschenrechten sind unantastbar und werden nicht Machtspielen eines Präsidenten, der sich wie ein Diktator benimmt, nicht ausgesetzt werden. Dasselbe sollte man gegenüber Erdogan klarmachen. In Russland und in der Türkei können sich die machtgierige Politiker gerieren wie sie wollen, weil sie ihre Völker mit ihrer Propaganda für dumm verkaufen können. In Europa und in den USA geht das nicht und jedem Versuch das zu probieren müssen klare Antworten folgen, sonst könnte unsere Demokratie und unsere Freiheit riesigen Schaden nehmen.
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