Mutmaßliche Vergiftung Pussy-Riot-Mitglied auf dem Weg zur Besserung

Der russische Aktivist Pjotr Wersilow wurde vermutlich vergiftet. Zwölf Tagte habe er "wie in einem schwarzen Loch" verbracht, schrieb er nun auf Twitter. Seit wenigen Tagen ist er wieder bei Bewusstsein.

Pjotr Wersilow und seine Eltern, Elena und Jury Wersilow
DPA

Pjotr Wersilow und seine Eltern, Elena und Jury Wersilow


Dem mutmaßlich vergifteten Pussy Riot-Aktivisten geht es nach eigenen Worten besser. Pjotr Wersilow, der in der Charité in Berlin behandelt wird, schrieb am Dienstag im Kurzmitteilungsdienst Twitter, er habe zwölf Tage "wie in einem schwarzen Loch" verbracht. Erst seit etwa drei Tagen sei er wieder "relativ bei Bewusstsein".

Der 30-jährige Wersilow war Mitte des Monats nach einem Gerichtstermin in Moskau mit Seh-, Sprech- und Bewusstseinsstörungen in ein Moskauer Krankenhaus gebracht worden. Später wurde er zur Behandlung nach Berlin geflogen. Die deutschen Ärzte halten eine Vergiftung für wahrscheinlich. Auch seine Mitstreiter vermuten eine gezielte Vergiftung. Wersilow ist nach Angaben der Ärzte außer Lebensgefahr.

Wersilow ist Gründer der Website MediaZona, die über Gerichtsverfahren gegen Menschenrechtsaktivisten berichtet. In jüngster Zeit arbeitete er an einem Dokumentarfilm über einen der drei russischen Journalisten, die im August bei Recherchen über eine russische Söldnergruppe in der Zentralafrikanischen Republik getötet worden waren (Mehr dazu lesen Sie hier).

Beim Finale der Fußball-Weltmeisterschaft im Juli in Moskau war Wersilow zusammen mit seiner Lebensgefährtin Veronika Nikulschina und zwei weiteren Pussy-Riot-Mitgliedern auf das Spielfeld gestürmt, um gegen die Unterdrückung politisch Andersdenkender in Russland zu protestieren. Die vier Aktivisten wurden zu 15 Tage Haft verurteilt.

kmy/AFP



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