Bangkok - Nun kann Wiktor But wohl nichts mehr gegen seine Auslieferung an die USA unternehmen: Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP hat das Gericht in der thailändischen Hauptstadt Bangkok beschlossen, zwei Anklagepunkte gegen den Russen fallenzulassen.
Die Entscheidung kam überraschend: Am Montag hatte das Gericht noch verfügt, dass jene zusätzlichen Anklagen - Geldwäsche und Überweisungsbetrug - aufrechterhalten werden. Eine Auslieferung hätte sich dadurch erneut verzögert. Als Begründung für die Kehrtwende gab das Gericht "Mangel an Beweisen und andere Formsachen" an. Ob die Entscheidung rechtlich angefochten werden kann, ist noch unklar.
Der 43-Jährige, der einst Offizier bei der sowjetischen Luftwaffe war, sitzt seit mehr als zweieinhalb Jahren in Bangkok im Gefängnis. Verdeckte US-Ermittler hatten ihn im März 2008 unter dem Vorwand nach Thailand gelockt, Waffen für die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) kaufen zu wollen. Dort wurde er dann in einem Luxushotel festgesetzt.
Waffen für Charles Taylor und al-Qaida?
Die USA betrachten But als einen der weltweit größten Waffenhändler. But soll Vorbild für den Spielfilm "Lord of War" mit Nicolas Cage in der Rolle eines skrupellosen Rüstungshändlers gewesen sein. Er gilt unter anderem als Waffenlieferant für den früheren liberianischen Diktator Charles Taylor und soll während des Bürgerkriegs in Angola beide Seiten mit Waffen versorgt haben.
Nach Angaben von US-Behörden soll er auch versucht haben, Luftabwehrraketen an die kolumbianischen Farc-Rebellen zu verkaufen - und auch die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan und das Terrornetzwerk al-Qaida beliefert haben.
Ende August hatte ein thailändisches Berufungsgericht Buts Auslieferung an die USA angeordnet und damit das anderslautende Urteil einer Vorinstanz aus dem Jahr 2009 aufgehoben. Doch da die USA zwischen den beiden Urteilen neue Vorwürfe gegen den Mann erhoben haben, wurde eine Auslieferung zunächst blockiert.
Im August erklärte das thailändische Berufungsgericht, die Auslieferung des Russen müsse innerhalb von drei Monaten erfolgen. Moskau protestierte gegen das Urteil und verlangte Buts Freilassung. Begründung: Es handele sich um einen unschuldigen Geschäftsmann.
In Anhörungen hatte But sämtliche Vorwürfe stets zurückgewiesen. Bei einer Verurteilung in den USA droht But eine lebenslange Freiheitsstrafe.
ffr/AP/AFP/dapd
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