Amnesty-Bericht Militante Rohingya sollen in Myanmar Massaker verübt haben

Die Verfolgung der Rohingya in Myanmar hat Hunderttausende Menschen in die Flucht getrieben. Aber auch militante Rohingya sollen selbst gemordet haben.

Hinduistische Flüchtlinge
AP

Hinduistische Flüchtlinge


Eine Miliz der muslimischen Minderheit der Rohingya hat nach Angaben von Amnesty International ein Massaker an hinduistischen Zivilisten in Myanmar verübt. Die Rebellengruppe Arsa (Arakan Rohingya Salvation Army) ermordete laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation zusammen mit Rohingya-Dorfbewohnern am 25. August vergangenen Jahres 53 Hindus in einem Dorf in Myanmars Bundesstaat Rakhine, darunter 23 Kinder.

Am selben Tag seien 46 hinduistischen Bewohner eines Nachbardorfs verschwunden und mutmaßlich ebenfalls von Arsa-Kämpfern getötet worden. An dem Tag griffen außerdem Arsa-Angehörige rund 30 Posten der Sicherheitskräfte in Rakhine an.

Amnesty fordert weiter Zugang zur betroffenen Region

Myanmars Armee reagierte mit einer brutalen "Räumungsoperation" in den Dörfern der Rohingya. Der Amnesty-Bericht spricht von einer "gesetzeswidrigen und völlig unverhältnismäßigen Kampagne der Gewalt, gekennzeichnet durch Töten, Vergewaltigung und andere sexuelle Gewalt, Folter, das Abbrennen von Dörfern, eine Taktik von erzwungenem Hungertod und andere Menschenrechtsverletzungen und völkerrechtliche Verbrechen".

Aufgrund dieser Gewalt flohen rund 700.000 Rohingya seit Ende August in das Nachbarland Bangladesch. Dort sitzen sie in Camps fest. Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen werfen der Regierung des buddhistisch geprägten Myanmar "ethnische Säuberungen" gegen die muslimische Minderheit vor.

Dass für die Gräueltaten der Arsa Rechenschaft abgelegt werde, sei ebenso wichtig wie bei den Verbrechen der Armee, erklärte Tirana Hassan, Amnestys Krisenbewältigungschefin, in einer Mitteilung. Amnesty forderte darin erneut von Myanmar Zugang zur betroffenen Region. Der Bericht geht vor allem auf die Befragung von Überlebenden zurück.

aev/dpa/AFP



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