Burma Vertrauter von Aung San Suu Kyi zum neuen Präsidenten gewählt

Nachdem der burmesische Präsident Htin Kyaw aus Gesundheitsgründen zurücktreten musste, ist seine Nachfolge nun geregelt: Win Myint wird das Amt übernehmen. Er steht der de facto Staatschefin Suu Kyi nahe.

Burmas Präsident Win Myint
AP

Burmas Präsident Win Myint


Das burmesische Parlament hat Win Myint zum neuen Präsidenten des südostasiatischen Landes gewählt. Er setzte sich deutlich gegen andere Kandidaten durch - einer davon stand dem ohnehin noch mächtigen Militär nahe. Win Myint hingegen gilt als Wegbegleiter der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die wegen einer umstrittenen Verfassungsklausel nicht selbst auf den Posten gewählt werden kann.

Win Myint ist Mitglied der Nationalen Liga für Demokratie (NLD). Suu Kyi hatte die Partei 2016 zu einem deutlichen Sieg in ihrem Land geführt und damit die Militärherrschaft beendet. Die hohen Erwartungen in die Friedensnobelpreisträgerin wurden allerdings durch die Rohingya-Krise in ihrem Land erschüttert. Nach Anschlägen im August ging das Militär brutal gegen die muslimische Minderheit im Land vor.

Suu Kyi vermied es, von Militärgewalt zu sprechen, und sah die Schuld für die Gewaltexzesse bei "Terroristen". Inzwischen sind mehr als 700.000 Rohingya ins Nachbarland Bangladesch geflohen. Die Vereinten Nationen bezeichnen das Vorgehen der Militärs als "ethnische Säuberung".

Video zur Situation in den Flüchtlingscamps in Bangladesch:

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Der bisherige Präsident Htin Kyaw war vor einer Woche überraschend aus Gesundheitsgründen zurückgetreten. Er war seit 2016 Präsident und der erste Zivilist in diesem Amt seit mehr als 50 Jahren. Beobachter vermuten, dass sein Nachfolger eine aktivere Rolle als Htin Kyaw anstreben könnte, der sich hauptsächlich mit protokollarischen Aufgaben begnügt hatte.

Genauso wie Suu Kyi stellte sich auch Win Myint gegen die vormals herrschende Militärdiktatur. Der Anwalt saß wegen seiner Beteiligung an Protesten dagegen mehrere Jahre im Gefängnis, seine Anwaltslizenz wurde ihm damals entzogen. Suu Kyi führt die Regierungsgeschäfte als "Staatsrätin". Sie ist damit die wichtigste Politikerin. Der Präsident hat geringeren Einfluss als sie.

vks/dpa/AFP



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Heinrich52 28.03.2018
1. Marionette
So wie Suu Kyi steht auch er unter Kontrolle des Militärs und kann nicht so handeln wie er möchte. Das Volk der Rohynga gehört eigentlich zu Indien. Es ist ein indisches volk und hat nichts mit den Burmesen zu tun die zu der volksgruppe der Chinesen gehören. Sie wurden von den Hindus in Indien nach Burma vertrieben. Von ihrer Kultur und Lebensartundweise, sowie Rechtsempfinden gibt es goße Unterschiede zum Bhuddismus das die Staatsreligion in Burma ist. Man schreibt bei den Berichten zu einseitig. Die Burmesen wollen mit diesem Volk nichts zu tun haben, das muss man akzeptieren und kann unsere Werte nicht dorthin transportieren. Wir dürfen uns da nicht einmischen. Auch bei den Rohynga gibt es Terrorgruppen die mit Gewalt ihre Vorstellungen durchsetzen wollen. wie ich von Missionaren die dort missionieren gehört habe, sind die Rohynga nicht gerade einfach, jedenfalls nicht so wie sie hier dargestellt werden. Man sollte sich aus dem Konflikt heraushalten
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