Ramallah - Vor ihnen liegen Tonnen von Beton in vier Metern Tiefe. Am Samstag haben Ermittler damit begonnen, die Grabstätte des früheren palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat zu öffnen. Die Arbeiten werden bis zu zwei Wochen dauern, hieß es aus palästinensischen Regierungskreisen. Der Leichnam Arafats soll von Schweizer, französischen und russischen Ermittlern exhumiert und auf eine radioaktive Substanz überprüft werden.
Ein Schweizer Labor hatte im Juli an Arafats Kleidung eine erhöhte Konzentrationen des radioaktiven Isotops Polonium 210 gemessen. Der Fund nährte Spekulationen, dass der im November 2004 in einem französischen Militärkrankenhaus gestorbene Politiker ermordet worden sein könnte. Arafat erlitt einen Schlaganfall. In den Wochen vor seinem Tod litt er jedoch an einer Krankheit, die nicht genau diagnostiziert wurde.
Das hochgiftige Polonium war einer breiteren Öffentlichkeit erstmals 2006 bekannt geworden. Damals war es verwendet worden, um den früheren russischen Spion Alexander Litwinenkoin London zu ermorden.
Der derzeitige Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte sich für die Exhumierung seines Amtsvorgängers ausgesprochen, um sein "mysteriöses Ableben" aufzuklären. Er hoffe, dass dank der russischen Beteiligung neue Fakten ans Licht kämen, sagte Abbas.
Arafats Witwe Suha hatte im Juli in Frankreich Anzeige gegen Unbekannt wegen Ermordung ihres Mannes erstattet. Er war 2004 nach langer Krankheit unter bis heute ungeklärten Umständen in einem Militärkrankenhaus bei Paris gestorben.
lei/dapd
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