Erstmals seit 22 Jahren: USA entsenden Botschafter nach Burma

Die USA verstärken die diplomatischen Beziehungen zu Burma: Zum ersten Mal seit 22 Jahren ist Washington wieder mit einem Botschafter in dem Land vertreten. Am ersten Arbeitstag des amerikanischen Asienspezialisten lockerte Präsident Obama die Sanktionen gegen die ehemalige Militärdiktatur.

US-Botschafter Derek Mitchell (l) mit Burmas Präsident Thein Sein: "Enge Zusammenarbeit" Zur Großansicht
AFP

US-Botschafter Derek Mitchell (l) mit Burmas Präsident Thein Sein: "Enge Zusammenarbeit"

Rangun - Am Mittwoch landete Derek Mitchell in Rangun. Er ist der erste US-Botschafter in Burma seit 22 Jahren. Der 47-jährige Asien-Experte und ehemalige Sondergesandte für Burma wurde nach seiner Ankunft von Präsident Thein Sein in der Hauptstadt Naypyidaw empfangen.

Die USA wollen in den nächsten Monaten "sehr eng" mit Burma zusammenarbeiten, das noch "enorme Herausforderungen" zu bewältigen habe, hieß es seitens der US-Regierung. US-Präsident Barack Obama hatte Mitchell Mitte Mai als Reaktion auf die Reformbemühungen in der ehemaligen Militärdiktatur als künftigen Botschafter nominiert.

Obama kündigte gleichzeitig die Aufhebung eines Teils der gegen das südostasiatische Land verhängten Sanktionen an. "Die USA erleichtern heute ihre Beschränkungen, um den US-Unternehmen verantwortungsbewussten Handel zu erlauben", sagte Obama. Die Führung um Präsident Thein Sein und das gesamte Land machten weiter "spürbare Fortschritte auf dem Weg zur Demokratie". Allerdings bestehe weiter Anlass zur Sorge über die Rolle der Streitkräfte. Die Aufhebung der Sanktionen gilt daher nicht für den militärischen Bereich. US-Außenministerin Hillary Clinton werde während ihrer Asienreise in Kambodscha nähere Einzelheiten zur Lockerung der Sanktionen bekanntgeben, hieß es auf der Webseite des Pentagons.

Die USA hatten ihren Botschafter 1990 abgezogen, nachdem die Militärjunta 1988 die Studentenproteste brutal niedergeschlagen und 1990 den Wahlsieg von Aung San Suu Kyis Nationaler Liga für Demokratie (NLD) bei der Parlamentswahl nicht anerkannt hatte. Die Beziehungen verbesserten sich erst nach den Wahlen im November 2010, als die neue Regierung politische Reformen einleitete. US-Außenministerin Hillary Clinton besuchte Burma im Vorjahr.

Nach ihrem jahrzehntelangen Kampf für Demokratie hat Suu Kyi am Montag erstmals als Abgeordnete an einer Parlamentssitzung teilgenommen. Sie hatte bei einer Nachwahl im April einen Abgeordnetensitz erobert. Seit dem Ende der Herrschaft der Militärjunta im März 2011 wird das Land von einer formal zivilen Regierung regiert.

lgr/dpa/AFP

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Auch Profis haben ihre Schwaechen
woodeye 12.07.2012
Die 'speziellen Mitarbeiter' des (neuen) amerikanischen Netzwerkes hasten durch die "Diplomatenhauptstadt" Yangon und scheinen 22 Jahre NICHT-BEZIEHUNG zwischen den USA und Myanmar im Sturmschritt nachholen zu wollen. "Ganz spezielle Mitarbeiter" bewegen sich als Rucksacktouristen und wohnen in Einfachunterkuenften, wo 'Papierwaende' nicht selten sind, und wo man Ohrstoepsel benoetigt, um das Schnarchen des Zimmernachbarn abdaempfen zu koennen. Nach, fuer einigermassen Eingeweihte leicht erkennbar, vercodeten HP-Gespraechen des amerikanischen Zimmernachbarn, haette man als Angehoeriger der Gegenseite leichtes Spiel gehabt. Als 'alliierter Freund' den 'Professionellen aus dem westlichen Lager' angesprochen, fiel der "gefasst" aus allen Wolken.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS
alles zum Thema Burma
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 1 Kommentar

Fläche: 676.552 km²

Bevölkerung: 47,963 Mio.

Hauptstadt: Naypyidaw

Staatsoberhaupt: Thein Sein

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Burma-Reiseseite


Fotostrecke
Burmas Nationalheldin: Wahlkampf mit Aung San Suu Kyi
Karte