Rangun - Am Mittwoch landete Derek Mitchell in Rangun. Er ist der erste US-Botschafter in Burma seit 22 Jahren. Der 47-jährige Asien-Experte und ehemalige Sondergesandte für Burma wurde nach seiner Ankunft von Präsident Thein Sein in der Hauptstadt Naypyidaw empfangen.
Die USA wollen in den nächsten Monaten "sehr eng" mit Burma zusammenarbeiten, das noch "enorme Herausforderungen" zu bewältigen habe, hieß es seitens der US-Regierung. US-Präsident Barack Obama hatte Mitchell Mitte Mai als Reaktion auf die Reformbemühungen in der ehemaligen Militärdiktatur als künftigen Botschafter nominiert.
Obama kündigte gleichzeitig die Aufhebung eines Teils der gegen das südostasiatische Land verhängten Sanktionen an. "Die USA erleichtern heute ihre Beschränkungen, um den US-Unternehmen verantwortungsbewussten Handel zu erlauben", sagte Obama. Die Führung um Präsident Thein Sein und das gesamte Land machten weiter "spürbare Fortschritte auf dem Weg zur Demokratie". Allerdings bestehe weiter Anlass zur Sorge über die Rolle der Streitkräfte. Die Aufhebung der Sanktionen gilt daher nicht für den militärischen Bereich. US-Außenministerin Hillary Clinton werde während ihrer Asienreise in Kambodscha nähere Einzelheiten zur Lockerung der Sanktionen bekanntgeben, hieß es auf der Webseite des Pentagons.
Die USA hatten ihren Botschafter 1990 abgezogen, nachdem die Militärjunta 1988 die Studentenproteste brutal niedergeschlagen und 1990 den Wahlsieg von Aung San Suu Kyis Nationaler Liga für Demokratie (NLD) bei der Parlamentswahl nicht anerkannt hatte. Die Beziehungen verbesserten sich erst nach den Wahlen im November 2010, als die neue Regierung politische Reformen einleitete. US-Außenministerin Hillary Clinton besuchte Burma im Vorjahr.
Nach ihrem jahrzehntelangen Kampf für Demokratie hat Suu Kyi am Montag erstmals als Abgeordnete an einer Parlamentssitzung teilgenommen. Sie hatte bei einer Nachwahl im April einen Abgeordnetensitz erobert. Seit dem Ende der Herrschaft der Militärjunta im März 2011 wird das Land von einer formal zivilen Regierung regiert.
lgr/dpa/AFP
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