Nach Anschlägen: Nigerias Präsident erklärt Ausnahmezustand

In vier Bundesländern gilt der Ausnahmezustand, Grenzabschnitte sind geschlossen: Nigerias Staatschef Goodluck Jonathan reagiert auf die religiös motivierten Anschläge auf Christen. Eine neue Anti-Terror-Einheit soll nun gegen die radikale islamistische Sekte vorgehen.

Präsident Goodluck Jonathan (zweiter von Rechts): Mehr Befugnisse für Sicherheitskräfte Zur Großansicht
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Präsident Goodluck Jonathan (zweiter von Rechts): Mehr Befugnisse für Sicherheitskräfte

Abuja - Nach der Anschlagsserie in Nigeria hat Präsident Goodluck Jonathan am Samstag den Ausnahmezustand über Teile des Landes verhängt. Außerdem wurden die internationalen Grenzen in der Nähe der betroffenen Regionen geschlossen. Zu den Anschlägen an Weihnachten mit mindestens 42 Toten hatte sich die radikalislamische Sekte Boko Haram bekannt.

Am Freitag waren bei einer Bombenexplosion in der Stadt Maiduguri nahe einer Moschee nach Polizeiangaben mindestens fünf Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Die Stadt gilt als Hochburg der Boko Haram. Anwohner sagten, der Anschlag gehe auf das Konto von Boko Haramder Sekte, andere vermuteten einen Vergeltungsschlag christlicher Gruppen.

"Was als sektiererische Krise in den nordöstlichen Teilen des Landes begann, hat sich allmählich in terroristische Aktivitäten in verschiedenen Teilen des Landes gewandelt", sagte Jonathan in einer landesweit im Fernsehen übertragenen Ansprache. Im Kampf gegen die Bedrohungen der Sekte ordnete er auch den Aufbau einer gesonderten Anti-Terror-Einheit an. "Der Terrorismus ist ein Krieg gegen uns alle", betonte der Präsident. "Ich rufe alle Nigerianer auf, Hand in Hand mit der Regierung zu arbeiten, diese Terroristen zu bekämpfen."

Der Ausnahmezustand erweitert die Befugnisse der Sicherheitskräfte für Festnahmen und Durchsuchungen. Er gilt für Teile der Staaten Yobe, Plateau und Niger, die alle Ziele der Anschläge an Weihnachten waren. Angegriffen wurde dabei neben Kirchen auch ein Büro der Geheimpolizei. Darüber hinaus wurde der Ausnahmezustand auch für Teile von Borno verhängt, wo die Boko Haram ebenfalls stark vertreten sind.

ore/dapd/dpa

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1.
aeronaut79 31.12.2011
Zitat von sysopIn*vier Bundesländern gilt der*Ausnahmezustand, Grenzabschnitte sind geschlossen: Nigerias Staatschef Goodluck Jonathan reagiert*auf die religiös motivierten Anschläge auf Christen. Eine neue Anti-Terror-Einheit soll nun gegen die radikale islamistische Sekte vorgehen. Nach Anschlägen: Nigerias Präsident erklärt Ausnahmezustand - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,806556,00.html)
Was macht diese muslimischen Mörder zu einer Sekte bzw. was unterscheidet sie von Islamisten? Was ich über ihre Ideologie lese, klingt nach Islamismus.
2. Es sind Islamisten
Bärchen09 06.01.2012
Zitat von aeronaut79Was macht diese muslimischen Mörder zu einer Sekte bzw. was unterscheidet sie von Islamisten? Was ich über ihre Ideologie lese, klingt nach Islamismus.
Es gibt da keinen Unterschied. Diese Islamisten sind eigentlich Terroristen. Aber bei uns darf man das nicht sagen. Und von dem ein oder anderen wird das dann auch noch relativiert. Dann ist wieder der Westen Schuld. Einige Jahrzehnte früher haben Christen und Muslime durchaus auch friedlich miteinander gelebt. Dann kamen Islamisten und hetzten die Muslime auf. Seither werden immer wieder ganze christliche Dörfer nieder gebrannt, Frauen, Kinder und Männer ermordet. Ob es etwas nutzt, wenn der Präsident den Ausnahmezustand erklärt? Die "Boko Haram", die sich selbst als die Taliban Nigerias bezeichnen, bekommen immer mehr Gewalt und werden immer gewalttätiger. Nun haben sie alle Christen im Norden des Landes aufgefordert, innerhalb von drei Tagen dieses Gebiet zu verlassen, sonst werden sie getötet. Selbst in Deutschland werden Christen von Muslimen angegriffen. Ich las vorhin von einem orthodoxen Priester, der in einem mehrheitlich von Muslimen bewohnten Stadtteil Bochums, schon öfter angegriffen wurde, geschlagen, beschimpft und bespuckt. Immer dann, wenn er in seiner Priesterkleidung mit einem Kreuz "erwischt" wird. Ich bin sicher, dass auch bald in Deutschland einige Stadtteile für Deutsche kaum noch bewohnbar sein werden. Aber, na ja, unser BP meinte ja, der Islam gehöre zu Deutschland. So ist das eben. Um nicht missverstanden zu werden: natürlich gehören auch Muslime zu uns, die sich integrieren, unsre Kultur akzeptieren, ihren Lebensunterhalt verdienen, uns Deutsche nicht beschimpfen, unsere Gesetze halten. Natürlich dürfen sie auch ihre Kultur und Sprache behalten und ihre Religion frei ausüben. Aber der Islam als Religion gehört nicht zu uns, denn dann gehört auch die Scharia dazu. Interessant zu lesen: "In diesem Zusammenhang sei noch einmal daran erinnert, dass nach den Lehren der vier orthodoxen Rechtsschulen (madhahib) im sunnitischen Islam Christen als Harbis sünd- und straflos getötet werden dürfen, wenn sie sich nicht jedes Jahr aufs Neue demütig und aus eigener Hand ein Lebensrecht von den Muslimen erkaufen. Dieser jährlich zu entrichtende Obolus nennt sich Dschizya." (Zitatende) Ob unsere Politiker noch wach werden, ehe es zu spät ist? Sicher auch ein ganz großer Teil der hier zugewanderten Muslime wünschen sich, in unserer demokratischen Rechtsordnung zu leben. Und nicht beschimpft zu werden, wenn sie als Frauen keine Kopftuch tragen. Bitte, lieber Spiegel, löschen Sie nicht alle Einträge zu diesen Themen oder schließen nicht gleich das ganze Forum. Danke!
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