Nach Führungsstreit Frankreichs Konservative spalten sich

Der Führungszoff bei den französischen Konservativen ist beendet - allerdings auf Kosten einer Spaltung der UMP-Partei. Ex-Premier Fillon bekam im Parlament das Rederecht für seine eigene Fraktion. Erstmals seit langem sprach er auch wieder mit Kontrahent Copé.

Ex-Premier Fillon im Parlament: Rederecht zugesprochen bekommen
AFP

Ex-Premier Fillon im Parlament: Rederecht zugesprochen bekommen


Paris - Nach einem erbitterten Streit haben die französischen Konservativen am Dienstag im Parlament ihre Spaltung vollzogen. Der ehemalige Regierungschef François Fillon erhielt das Rederecht für seine eigene Fraktion, die sich aus mehr als 60 Abgeordneten der UMP zusammensetzt.

Ab Mittwoch dürfe die R-UMP von Fillon zwei der sechs Fragen an die Regierung stellen, die bisher der UMP zustanden, sagte Parlamentspräsident Claude Bartolone.

Die vollen Fraktionsrechte bekommt die Fillon-Gruppe aber erst nach der Sommerpause im kommenden Jahr zugesprochen. Fillon macht dem UMP-Generalsekretär Jean-François Copé den Parteivorsitz streitig. Nach dem wochenlangen Machtkampf sprachen die beiden Gegner am Montag erstmals länger miteinander.

Das Ergebnis der Wahl zum Parteivorsitz, die Copé vor gut zwei Wochen laut einer Schiedskommission knapp gewann, hatte der frühere Premierminister angezweifelt. Fillon kündigte an, vor ein Zivilgericht zu ziehen und gegen mögliche Verstöße gegen die UMP-Satzung zu klagen. In der vergangenen Woche hatte er sich mit Ex-Präsident Nicolas Sarkozy zum Essen getroffen. Dieser riet ihm von einem Gang vor Gericht ab - sprach sich aber für eine Neuwahl aus.

jok/dapd



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insgesamt 4 Beiträge
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kahabe 04.12.2012
1. Täte uns auch mal gut.
Bei unserem SPD-Ersatz. Können wir es richten, im September 2013?
seine-et-marnais 04.12.2012
2. R-UMP, der Bürzel vom gallischen Hahn
Zitat von sysopAFPDer Führungszoff bei den französischen Konservativen ist beendet - allerdings auf Kosten einer Spaltung der UMP-Partei. Ex-Premier Fillon bekam im Parlament das Rederecht für seine eigene Fraktion. Erstmals seit langem sprach er auch wieder mit Kontrahent Copé. http://www.spiegel.de/politik/ausland/nach-fuehrungsstreit-in-ump-frankreichs-konservative-spalten-sich-a-870980.html
Also dann mal los in die Schlammschlacht um die Vertreter der UMP-Abgeordneten in den Parlamentsausschüssen. Der Wähler, aber auch die Parteimitglieder der UMP dürften sich veralbert fühlen. Die Regierung hat im Moment mehr Probleme am Hut als ihr lieb sein kann, und die Opposition geht untereinander auf sich los. Die Rechte die die Wirtschaft auf Vordermann bringen wollte steht also nicht nur vor der Spaltung, nein, und das wissen viele in D nicht, eigentlich auch vor ihrem finanziellen Ruin. Die Quittung gibt es wohl bei den Kommunalwahlen im nächsten Jahr.
vipix 05.12.2012
3. es geht weiter
es gib ja auch noch die UDI da sind schon 2 ex Minister uebergelaufen und mehr als 60 Abgeordnete der UMP zu Marine Le Pen und der FN. Es bewegt sich was, was da gibt....ich denke einen Rechts Ruck, einen oeffentlichen und nicht so verdeckt wie mit Sarko und der kuenstlich zusammengehaltenen UMP...
friedrich_eckard 05.12.2012
4.
Tja... da können CDU und CSU ja froh sein, dass auf die sPD Verlass ist, und dass ihretwegen aus der zu erwartenden mittelinken Wähler- und Parlamentsmehrheit nie eine Regierungmehrheit werden wird, sonst stünde denen nämlich genau dasselbe bevor. Die CSU hängte sich Bilder Georg Heims an die Wande und ginge ihre eigenen partikularistischen Wege, aus der CDU und den Resten der "Leibstandarte Gauselmann" bildeten sich zwei bis drei mitterechte, halbrechte und ganz rechte Formationen, und die Mehrheit links der Mitte wäre im Bund und in zwölf bis vierzehn Bundesländern auf Jahre hinaus gesichert. Aber wir haben ja *diese* sPD - es ist zum Heulen!
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