Paris - Nach einem erbitterten Streit haben die französischen Konservativen am Dienstag im Parlament ihre Spaltung vollzogen. Der ehemalige Regierungschef François Fillon erhielt das Rederecht für seine eigene Fraktion, die sich aus mehr als 60 Abgeordneten der UMP zusammensetzt.
Ab Mittwoch dürfe die R-UMP von Fillon zwei der sechs Fragen an die Regierung stellen, die bisher der UMP zustanden, sagte Parlamentspräsident Claude Bartolone.
Die vollen Fraktionsrechte bekommt die Fillon-Gruppe aber erst nach der Sommerpause im kommenden Jahr zugesprochen. Fillon macht dem UMP-Generalsekretär Jean-François Copé den Parteivorsitz streitig. Nach dem wochenlangen Machtkampf sprachen die beiden Gegner am Montag erstmals länger miteinander.
Das Ergebnis der Wahl zum Parteivorsitz, die Copé vor gut zwei Wochen laut einer Schiedskommission knapp gewann, hatte der frühere Premierminister angezweifelt. Fillon kündigte an, vor ein Zivilgericht zu ziehen und gegen mögliche Verstöße gegen die UMP-Satzung zu klagen. In der vergangenen Woche hatte er sich mit Ex-Präsident Nicolas Sarkozy zum Essen getroffen. Dieser riet ihm von einem Gang vor Gericht ab - sprach sich aber für eine Neuwahl aus.
jok/dapd
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