Nach Kämpfen in Basra Sadr droht Iraks Regierung mit "offenem Krieg"

Der radikale Schiitenführer Sadr hat mit einem "offenen Krieg" im Irak gedroht, sollten die Angriffe der irakischen Armee auf seine Milizen nicht aufhören. Die Warnung kam nur wenige Stunden, nachdem Regierungstruppen eine Hochburg von Sadrs Mahdi-Armee eingenommen hatten.


Irakische Soldaten unter einem Plakat des Schiitenführers Muktada al-Sadr: Offener Krieg bis zur Befreiung
AFP

Irakische Soldaten unter einem Plakat des Schiitenführers Muktada al-Sadr: Offener Krieg bis zur Befreiung

Nadschaf - Schiitenführer Muktada al-Sadr hat der irakischen Regierung mit einem "offenen Krieg" gedroht. Er fordere die Regierung zum letzten Mal auf, "den Weg des Friedens zu wählen und die Gewalt gegen ihr eigenes Volk zu beenden", erklärte Sadr in Nadschaf. Die Angriffe der von US-Truppen unterstützten irakischen Armee gegen seine Milizen müssten aufhören. Andernfalls sei die Regierung eine "Regierung der Zerstörung" und er werde zum "offenen Krieg bis zur Befreiung aufrufen". Sadr forderte den schnellstmöglichen Rückzug der irakischen Truppen.

Die Warnung des Predigers kam nur wenige Stunden, nachdem Regierungstruppen in der südirakischen Stadt Basra eine Hochburg von Sadrs Mahdi-Armee eingenommen hatten. Die irakische Armee hatte bereits Ende März in Basra mit einer Offensive gegen die Mahdi-Miliz begonnen; die Kämpfe hatten sich auf mehrere Städte im Land ausgeweitet. Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat mit einem Verbot von Sadrs politischer Bewegung gedroht, falls der Prediger seine Miliz nicht auflöst.

Anfang April hatte Sadr seine Gefolgsleute zum Rückzug aufgefordert. Nach einer Woche relativer Ruhe flammten jedoch erneut Kämpfe im Viertel Sadr City in Bagdad auf. Sadr City gilt als Hochburg der Anhänger des Schiitenführers. Seit Ende März starben in dem Viertel bei Gefechten zwischen seinen Milizen einerseits und irakischen sowie US-Soldaten andererseits etwa 400 Menschen. Allein in der Nacht zum vergangenen Samstag wurden 13 Menschen getötet.

tno/AFP/Reuters

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