Nach Kritik aus den USA Iran verteidigt sein Raketenprogramm

Mike Pompeo und John Bolton sind entschiedene Gegner Irans. Beide verurteilten das Land für den mutmaßlichen Test einer Mittelstreckenrakete. Teheran weist die Kritik der US-Regierungsmitglieder zurück.

Iranischer Soldat
IRANIAN ARMY HANDOUT/EPA-EFE/REX

Iranischer Soldat


Krieg der Worte: Iran hat neue Vorwürfe der USA in Bezug auf sein Raketenprogramm zurückgewiesen. Außenamtssprecher Bahram Ghassemi sagte, die Kritik von US-Außenminister Mike Pompeo, ein Raketentest verstoße gegen die Uno-Resolution 2231, sei absurd.

"Es gibt überhaupt keine einzige Uno-Resolution, die konventionelle Raketentests Irans verbietet", sagte Ghassemi. In der Resolution 2231 der Vereinten Nationen gehe es nur um ein Verbot von Raketen mit nuklearen Sprengköpfen. Im Iran aber seien die Raketen so konstruiert, dass sie keine nuklearen Sprengköpfe tragen könnten.

Teheran reagiert damit auf einen Tweet Pompeos vom Samstag. "Das iranische Regime hat gerade eine ballistische Mittelstreckenrakete testweise abgefeuert, die in der Lage ist, verschiedene Sprengköpfe zu tragen", schrieb Pompeo.

Der Test stelle einen Verstoß gegen die Resolution 2231 des Uno-Sicherheitsrats dar. Die Raketentests und die Verbreitung von Raketen durch Iran werde stärker, schrieb Pompeo. "Wir verurteilen diesen Akt, und wir rufen Iran auf, diese Aktivitäten einzustellen." Ähnlich äußerte sich auch John Bolton, Nationaler Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump.

Teheran widerspricht Washington

Irans Armeesprecher Abolfasl Schekarchi sagte: "Unser Verteidigungsprogramm ist lediglich für die Verteidigung unserer Grenzen." Daher werde Iran sowohl seine Raketentests als auch den Ausbau seines Raketenprogramms weiterhin ausüben und brauche dafür keine Erlaubnis.

Den von Pompeo angesprochenen Test wollte der Sprecher weder bestätigen noch dementieren. Er betonte nur, dass diese Raketen keine Gefahr für die Staaten in der Region darstellen und nur für die Verteidigung des Landes gedacht seien.

Das iranische Raketenprogramm ruft international immer wieder Besorgnis hervor. Besonders die Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite von 2000 Kilometern werden als Bedrohung für Irans Regionalfeinde Israel und Saudi-Arabien angesehen. Diese Mittelstreckenraketen könnten praktisch jeden Teil Israels treffen.

dop/dpa



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