Nach Nein zum neuen EU-Vertrag: Camerons Konservative im Umfragehoch
Für seine Verweigerungshaltung musste sich David Cameron beim Brüsseler Krisengipfel scharfe Kritik anhören, doch sein Nein bringt die Konservativen in ein Umfragehoch: Zum ersten Mal in diesem Jahr überholt seine Partei die oppositionelle Labour.
London/Brüssel - Steigende Zustimmung für die Konservativen: Nach dem Nein von Premierminister David Cameron zu einem neuen EU-Vertrag wächst die Unterstützung für die Konservativen um sieben Prozentpunkte auf 41 Prozent. Einer Reuters/Ipsos-Umfrage zufolge liegen damit die Tories vor der oppositionellen Labour Party.
Die Mitte-Links-Partei verlor dagegen in der Wählergunst zwei Prozentpunkte und fiel auf 39 Prozent. Der Junior-Partner in der Regierungskoalition, die europafreundlichen Liberalen, kamen auf elf Prozent - einen Punkt weniger als bei der letzten Umfrage.
Kritik an Cameron
Der liberale Vizepremier Nick Clegg hatte nach dem Gipfel in Brüssel offen gegen Premier Cameron gemeutert: In einem Interview mit der BBC äußerte er seine "bittere Enttäuschung" über den Ausgang der Verhandlungen. Er befürchtete, dass Großbritannien "innerhalb Europas an den Rand gedrängt und isoliert" werde.
Auch in Europa machte sich der britische Premier mit seiner Verweigerungshaltung zur Rettung des Euro offenbar viele Feinde: Im EU-Parlament gab es am Dienstag heftige Kritik an Camerons Auftreten.
Ein oder zwei Verträge?
Über die Gestaltung des neuen Fiskalpakts zur Euro-Rettung sind sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy allerdings noch uneins, wie das "Handelsblatt" berichtete. Es stützt sich in seinem Bericht auf Quellen aus dem Umfeld von Van Rompuy.
Danach will Merkel den geplanten Pakt vertraglich mit den Statuten des dauerhaften Euro-Rettungsschirms ESM verbinden. Dagegen wolle der Ratspräsident zwei Verträge vorlegen: Einen über die Fiskalunion und einen anderen über den endgültigen Euro-Rettungsschirm.
heb/Reuters/dpa
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