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Nach neun Jahren: Obama plant Komplett-Abzug aus Irak bis Ende 2011

Die USA forcieren den Rückzug aus dem Irak: Barack Obama will alle Truppen bis Ende des Jahres aus dem Land abziehen. Ursprünglich sollten noch rund 5000 Soldaten dort stationiert bleiben. Damit werde der Krieg im Irak beendet sein, sagte der US-Präsident.

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AP

US-Soldaten im Irak: Keine Immunität gewährt

Washington - Die USA ziehen ihre Truppen zum Jahresende vollständig aus dem Irak ab. Dies teilte US-Präsident Barack Obama am Freitag in Washington mit. "Nach neun Jahren endet damit der US-Krieg im Irak", erklärte der Präsident in einer Stellungnahme im Weißen Haus. "Unsere Soldaten werden das Land mit Stolz verlassen, bis Weihnachten werden unsere letzten Einheiten nach Hause kommen", so Obama weiter. Er freue sich auf ein "normales Verhältnis" mit dem Irak in der Zukunft - als eine Kooperation zweier eigenständiger Staaten.

Das Vorhaben, mehrere tausend US-Militärangehörige in dem Land zu belassen, ist damit offenbar vom Tisch. Zeitungsberichten zufolge weigerte sich Bagdad, den amerikanischen Soldaten weiter Immunität zu gewähren.

Am Freitagmorgen hatte Obama das Problem in einem Telefongespräch mit dem irakischen Premier Nuri al-Maliki besprochen - ohne jedoch zu einer Lösung zu kommen. Während seiner Stellungnahme erwähnte Obama die gescheiterten Verhandlungen jedoch nicht.

Laut "Washington Post" sollen nur noch rund 150 Soldaten im Land bleiben. Diese dienen als Schutztruppe für die US-Botschaft in Bagdad, wo mehrere tausend Diplomaten und andere zivile Angestellte arbeiten. Es sei jedoch möglich, dass in Zukunft neue Gespräche über militärische Ausbilder im Land geführt würden, so das Blatt.

Irak hatte um Verbleib der Truppen gebeten

Die Entscheidung Obamas beendet vorerst die langen Spekulationen über die Zahl der verbleibenden US-Truppen im Irak. Noch vor zehn Tagen hatte die Regierung in Bagdad die USA gebeten, mehr als 5000 Soldaten auch nach dem offiziellen Abzugstermin im Land zu belassen. Staatspräsident Dschalal Talabani sagte der regierungsamtlichen Zeitung "Al-Sabah" damals, die Parteien stünden geschlossen hinter dieser Entscheidung.

Die Einheiten sollten helfen, den irakischen Truppen die Handhabung der von ihnen erworbenen modernen Waffen zu erklären. Den US-Soldaten sollte aber keine Immunität gewährt werden. Dies war jedoch der zentrale Wunsch der Amerikaner.

Der Krieg hatte im März 2003 mit dem US-Einmarsch begonnen. Im vergangenen Juli hatten die USA bereits ihre Kampftruppen abgezogen, aber rund 50.000 Männer und Frauen als Ausbilder und zur Unterstützung der Iraker zurückgelassen. Nach einem Abkommen beider Länder mussten die Amerikaner bis Ende 2011 auch diese restlichen Soldaten abziehen.

Nach jüngsten Schätzungen gaben die USA bislang mehr als eine Billion Dollar (719 Milliarden Euro) für den Krieg aus. Auf dem Höhepunkt des Konflikts waren bis zu 171.000 Mann für die Koalitionstruppen im Einsatz. Nach den Worten Obamas hätten rund eine Million Amerikaner im Irak gedient, fast 4500 davon seien gefallen.

suc/jok/dpa/Reuters

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1. Wo bleiben sie denn?
Gandhi, 21.10.2011
Ich meine damit die Alleswisser, die Obama nachsagten, er fuehre Bushs Kriege brav weiter. Eigentlich sollten sie Obama nun doch loben. doch sie werden ihn genauso wenig loben wie seine politischen Widersacher, die Republikaner. Von den anderen, die dem US-Praesidenten nur das Fuehren von Kriegen bewilligen, spreche im natuerlich nicht. Bei denen ist sowieso Hopfen und Malz verloren.
2. Falsch geraten
Spiegeluniversum 21.10.2011
Zitat von GandhiIch meine damit die Alleswisser, die Obama nachsagten, er fuehre Bushs Kriege brav weiter. Eigentlich sollten sie Obama nun doch loben. doch sie werden ihn genauso wenig loben wie seine politischen Widersacher, die Republikaner. Von den anderen, die dem US-Praesidenten nur das Fuehren von Kriegen bewilligen, spreche im natuerlich nicht. Bei denen ist sowieso Hopfen und Malz verloren.
Ich sagte ihm das nach und lobe ihn hierfür jetzt.
3. Spiegelleser
drouhy 21.10.2011
Zitat von GandhiIch meine damit die Alleswisser, die Obama nachsagten, er fuehre Bushs Kriege brav weiter. Eigentlich sollten sie Obama nun doch loben. doch sie werden ihn genauso wenig loben wie seine politischen Widersacher, die Republikaner. Von den anderen, die dem US-Praesidenten nur das Fuehren von Kriegen bewilligen, spreche im natuerlich nicht. Bei denen ist sowieso Hopfen und Malz verloren.
wissen mehr. Vorallem wenn sie alles lesen. Der Auslöser für den Abzug ist die Einbindung in rechtsstaatliches System, welche als Bedingung stand. Es ist bezeichnend, wie der Herr der Drohnen reagiert, wenn seine Truppen sich an Recht und Gesetz halten sollen. Ein Armutszeugnis ohne Gleichen. Haben ja die Befreiten tatsächlich ihre Lektion an Demokratie und Freiheit gelernt und beharren auf Rechtsstaatlichkeit. Na ja, wenigstens die Drohnenbasen sind installiert, damit man notfalls selektiv eingreifen kann. Herr Ohje setzt ja lieber auf verdeckte Mordaufträge.
4. Die Leute
altmannn 21.10.2011
Zitat von GandhiIch meine damit die Alleswisser, die Obama nachsagten, er fuehre Bushs Kriege brav weiter. Eigentlich sollten sie Obama nun doch loben. doch sie werden ihn genauso wenig loben wie seine politischen Widersacher, die Republikaner. Von den anderen, die dem US-Praesidenten nur das Fuehren von Kriegen bewilligen, spreche im natuerlich nicht. Bei denen ist sowieso Hopfen und Malz verloren.
daheim werden ihn loben. Nicht alle, aber viele. Der richtige Schritt, falls er nochmal wiedergewählt werden will.
5. das
andynm 21.10.2011
Zitat von sysopDie USA forcieren den Rückzug aus dem Irak: Barack Obama will alle Truppen bis Ende des Jahres aus dem Land abziehen. Ursprünglich sollten noch rund 5000 Soldaten dort stationiert bleiben. Damit werde der Krieg im Irak beendet sein, sagte der US-Präsident. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,793303,00.html
Der Krieg begann mit einer Lüge und forderte Hunderttausende Menschenleben auf irakischer Seite. Für die Iraker ist es ein guter Tag, das dieses traurige Kapitel zu Ende geht.
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Irak nach der Invasion: Von "Mission Accomplished" zu Abu Ghuraib

Fläche: 434.128 km²

Bevölkerung: 37,548 Mio.

Hauptstadt: Bagdad

Staatsoberhaupt: Fuad Masum

Regierungschef: Haidar al-Abadi

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