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Nach nordkoreanischer Attacke: Südkorea mobilisiert seine Truppen

Aus Seoul berichtet Malte E. Kollenberg

Südkorea ist in heller Aufregung: Nach dem Artilleriebeschuss aus dem Norden ruft Seoul seine Soldaten in die Kasernen - und die Bevölkerung rätselt, was Nordkorea mit der Provokation bezweckt. Analysten vermuten eine Inszenierung Kim Jong Ils, um von innenpolitischen Problemen abzulenken.

dpa

Es ist eine der gefährlichsten Eskalationen eines seit fünfzig Jahren schwelenden Konflikts: Mit seiner Artillerie hat das kommunistische Nordkorea das zum Süden gehörende Eiland Yeonpyeong beschossen. Südkorea nahm seinerseits Artilleriestützpunkte an der nordkoreanischen Küste unter Beschuss.

Unklar ist noch, wer zuerst geschossen hat. Beide Seiten geben an, sie hätten bloß auf die Attacke des Gegners geantwortet - und drohen sich nun gegenseitig weitere Vergeltung an.

Die oberste Kommandostelle der Volksarmee beschuldigte Südkorea, das Feuergefecht zwischen den Streitkräften verschuldet zu haben. "Sollte die südkoreanische Marionettengruppe es wagen, auch nur 0,0001 Millimeter in Nordkoreas Hoheitsgewässer vorzudringen, wird die revolutionäre Streitmacht nicht zögern, weiter gnadenlose militärische Gegenmaßnahmen zu ergreifen", hieß es in der von den staatlichen nordkoreanischen Medien veröffentlichten Erklärung des Truppenkommandos.

Südkoreanische Militärs wiesen die Anschuldigungen Nordkoreas zurück. Bei einer Seeübung der südkoreanischen Marine zum Zeitpunkt des Zwischenfalls habe es sich um ein jährliches Manöver gehandelt, zitierte die nationale Nachrichtenagentur Yonhap einen Militärvertreter. Die Übung habe 20 bis 30 Kilometer südwestlich von Yeonpyeong stattgefunden.

Zwischenfälle mit nordkoreanischen Streitkräften hat es in der Vergangenheit zwar immer wieder gegeben, aber dass Zivilisten angegriffen werden, hebt den Konflikt auf der koreanischen Halbinsel auf eine neue Stufe. Das ist auch in der Bevölkerung zu spüren. Dort, wo man sich sonst zum gemeinschaftlichen Seifenoper-Schauen trifft, beherrschen die Nachrichtensender den Fernseher: Schweigend sitzen viele Südkoreaner vor ihren Tellern und verfolgen beim Essen, was wenige hundert Kilometer westlich der Hauptstadt passiert.

Südkorea ist im Zustand größter Anspannung

Alle großen Sender des Landes berichten über die Angriffe. Der staatliche Sender KBS (Korean Broadcasting Service) hat angekündigt, die ganze Nacht über den Fortgang auf der Insel Yeonpyeong berichten zu wollen. Auf einem anderen Sender werden die ersten Aufnahmen von Überwachungskameras aus Geschäften auf Yeongpyeong ausgestrahlt. Sie zeigen Menschen, die in Panik aus den Häusern laufen. Im Hintergrund sieht man bereits brennende Dächer. Dazwischen immer wieder die Rauchsäulen der Granateneinschläge und Bilder von Flüchtlingen.

Die Stimmung in der südkoreanischen Bevölkerung ist gespannt. Wirklich verstehen kann die Situation niemand. Aber fast allen ist klar, dass der Angriff etwas verändern wird. Was das sein wird, darüber wird spekuliert und gemutmaßt.

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Korea-Konflikt: Eskalation im Gelben Meer
Im Internet, auf Twitter und in der koreanischen Blogosphäre gehen bereits wilde Spekulationen über die Hintergründe des Angriffs los. Könnte es ein Ablenkungsmanöver sein, weil Kim Jong Il gestorben ist?

Manche sehen den Angriff nur als eine erneute Provokation des Nordens, auf der anderen Seite fragen sich viele, wie es nun weitergeht. Wie wird die Regierung in Seoul reagieren? Der südkoreanische Präsident hat am frühen Dienstagabend (Ortszeit) die Armee im ganzen Land in Alarmbereitschaft versetzt. Schon kurz nach dem Angriff war der sogenannte Jindogae Code I ausgerufen worden. Für alle an der Westküste befindlichen Militärangehörigen bedeutete das: Abmarsch in die Kaserne.

An Universitäten wurden laufende Vorlesungen unterbrochen, stattdessen versammelten sich die Studenten vor den Fernsehern. Seit dem frühen Nachmittag gibt es kein anderes Thema mehr als die militärische Eskalation auf der Insel. Auch nach der Uni reden die Studenten kaum über etwas anderes.

Die Situation einzuordnen, "dafür ist es noch zu früh", sagt Bernhard Seliger, Leiter der Hanns-Seidel-Stiftung in Korea. Erst vor zehn Tagen ist er von einer Reise nach Nordkorea zurückgekommen. Nüchtern stellt Seliger fest: "Das ist die alte nordkoreanische Strategie". Sofern der Angriff vom Norden geplant sei, dann "um den Druck auf die USA und Südkorea zu erhöhen".

Fährt Kim Jong Il große Geschütze auf?

Auch für Huh Moon Yong, Abteilungsleiter im Korean Institute for National Unification, spiegelt der Zwischenfall das gewohnte Verhalten des Nordens wieder. "Auf der einen Seite beeinflusst ein solcher Zwischenfall das Verhältnis Nordkoreas zu den USA und zwingt die Amerikaner mit der Regierung in Pjöngjang zu sprechen", erläutert er. "Auf der anderen Seite kann der Angriff aber auch innenpolitisch erklärt werden." Wie bereits der Angriff auf die südkoreanische Corvette Cheonan im März dieses Jahres, könne auch der neue Zwischenfall Pjöngjang dazu dienen, die Stabilität nach innen zu sichern, indem nach außen ein Bedrohungsszenario aufgebaut werde.

Nordkorea steht vor großen innenpolitischen Problemen. Das Land ist in einer desaströsen wirtschaftlichen Situation, international fast vollständig isoliert und in großem Maße auf Hilfen aus dem Ausland angewiesen. Die Nachfolge des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Il auf seinen Sohn Kim Jong Un hat gerade erst begonnen. Dass es nun offenbar zu einem so deutlichen Angriff auf den Süden gekommen ist, passt laut Analyst Huh perfekt in die Denkweise der Nordkoreaner: "Um zu überleben muss das Regime einen 'Big Deal' mit den USA und Südkorea schließen". Um diesem 'Big Deal' nun etwas näher zu kommen, könnte Pjöngjang im wahrsten Sinne des Wortes wirklich schwere Geschütze aufgefahren haben, glaubt Huh.

Mit Material von dpa

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insgesamt 195 Beiträge
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1. Nordkora ist eines der wenigen
Viva24 23.11.2010
Länder wie Kuba, von Taliban besetztes Afghanistan und Venezuela, die Widerstand gegen die filigran inszenierte Parteiendemokratie führen. Man kann nur hoffen, dass Sie weiter so stark bleiben!
2. Schön dass unsere Expertenmeinung gefragt ist...
Frank.W, 23.11.2010
Make Love not War!
3. Keine Sorge.........
Klaus.G 23.11.2010
Nordkorea wird jetzt klein beigeben weil die Angst vor dem Eingreifen der USA an der Seite Südkoreas doch viel zu groß ist. Eher will man innenpolitisch ablenken.
4. ...
o.o 23.11.2010
es wird wohl nicht mehr dauern, bis der erste chinesiche panzer in nordkorea einfährt, bevor es die amerikaner machen.
5. Na dann
Peet89 23.11.2010
Zitat von Viva24Länder wie Kuba, von Taliban besetztes Afghanistan und Venezuela, die Widerstand gegen die filigran inszenierte Parteiendemokratie führen. Man kann nur hoffen, dass Sie weiter so stark bleiben!
Sie wollen also in so einem System leben? Viel Spaß!
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Karte

Fläche: 122.762 km²

Bevölkerung: 25,027 Mio.

Hauptstadt: Pjöngjang

Staatsoberhaupt:
Kim Il Sung (obwohl bereits 1994 verstorben);
Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
"Oberster Führer": Kim Jong Un

Regierungschef: Pak Pong Ju

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia

Zwischenfälle an der innerkoreanischen Genze
November 1984
Bei einem Feuergefecht mit nordkoreanischen Wachsoldaten im Grenzdorf Panmunjom gibt es Tote auf beiden Seiten. Bei der Verfolgung eines Flüchtlings hatten die Nordkoreaner die Waffenstillstandslinie überschritten.
Mai 1992
Bei einem heftigen Schusswechsel zwischen nord- und südkoreanischen Militärpatrouillen an der innerkoreanischen Grenze werden drei Nordkoreaner getötet.
September 1996
An der Küste Südkoreas wird ein gestrandetes U-Boot aus dem Norden entdeckt. Von den 26 Besatzungsmitgliedern werden 24 von südkoreanischen Suchtrupps getötet oder tot aufgefunden.
Juni 2002
Bei einem Gefecht auf hoher See kommen fünf südkoreanische Soldaten ums Leben. Auf nordkoreanischer Seite werden vermutlich 30 Soldaten getötet oder verwundet.
Juli 2008
Eine südkoreanische Urlauberin wird in Nordkorea erschossen. Angeblich war sie in militärisches Sperrgebiet eingedrungen. Nach fast zehn Jahren stellt Südkorea daraufhin das Programm für Reisen zum nordkoreanischen Kumgang-Gebirge ein.
März 2010
Ein südkoreanisches Kriegsschiff mit 104 Mann an Bord sinkt nach einer Explosion im Gelben Meer, 46 Matrosen sterben. Die USA und Südkorea beschuldigen den kommunistischen Norden, die "Cheonan" versenkt zu haben, was dieser bestreitet.
November 2010
Nordkoreanische Truppen greifen die Insel Insel Yeonpyeong nahe der Westgrenze im Gelben Meer an. Mindestens zwei südkoreanische Soldaten sterben, es gibt zahlreiche verletzte Militärangehörige und Zivilisten. Nordkorea rechtfertigt die Angriffe mit einer Provokation des Südens.

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Nuklearwaffen: Alle Atommächte und ihre Arsenale
Nordkoreas Atomprogramm
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Nordkoreas Atomprogramm
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Nordkoreas Atomprogramm sorgt seit Jahren für Spannungen. Mit Hilfe von weitreichenden Langstreckenraketen ist das kommunistische Land unter dem "lieben Führer" Kim Jong Il offenbar fähig, zumindest seine Nachbarstaaten mit Nuklearwaffen zu erreichen. Das Land behauptet, genug Plutonium für sechs Atombomben zu besitzen.

Nordkorea hatte sich zwar bei Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags 1985 verpflichtet, nukleare Anlagen nur zivil zu nutzen, im Geheimen aber waffenfähiges Uran angereichert. Als das Ende der neunziger Jahre bekannt wurde, wurde Nordkorea scharf kritisiert. Die USA stoppten die Hilfs- und Energielieferungen an das verarmte Land. Daraufhin kündigte Pjöngjang um die Jahreswende 2002/03 seine Mitgliedschaft im Atomwaffensperrvertrag und seine Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) . Die Uno-Inspektoren mussten das Land verlassen, alle Überwachungskameras wurden abmontiert.

Anfänge
AP
Das Atomprogramm Nordkoreas hat seinen Anfang in den sechziger Jahren, als der "große Bruder" Sowjetunion dem kommunistischen Nordkorea ein Atomforschungszentrum mit dem Forschungsreaktor Yongbyon baute, der 1965 seinen Betrieb aufnahm. Auf Druck der UdSSR verpflichtete sich Nordkorea 1985 als Mitunterzeichner des Atomwaffensperrvertrags , die Kernkraft ausschließlich zivil zu nutzen. 1992 schloss es mit Südkorea ein Abkommen, die koreanische Halbinsel frei von Atomwaffen zu halten.

Doch schon Ende der achtziger Jahre, so sind sich westliche Geheimdienste heute sicher, kam es zu geheimen Deals zwischen Pakistan und Pjöngjang. Der pakistanische Ingenieur Abdul Qadir Khan lieferte demnach wesentliche Bestandteile für den Atombombenbau, während Pjöngjang Pakistan Prototypen ihrer Mittelstreckenraketen stellte, die mit atomaren Sprengköpfen bestückbar sind. Seit dieser Zeit verfügt Nordkorea über Nukleartechnologie.

Genfer Rahmenabkommen 1994
AFP
Nach zähen Verhandlungen schloss der damalige US-Präsident Bill Clinton 1994 mit Pjöngjang das Genfer Rahmenabkommen , das den Atomkonflikt regulieren und die Gefahr einer nordkoreanischen Atombombe verhindern sollte. Darin garantierte Nordkorea die Stilllegung seines grafitmoderierten Reaktors in Yongbyon , aus dem wohl damals schon nuklearwaffenfähiges Material abgezweigt worden war. Im Gegenzug verpflichteten sich die USA zur Lieferung von Erdöl und zum Bau von zwei Leichtwasserreaktoren, womit die Energieversorgung des verarmten Nordkoreas sichergestellt werden sollte. Allerdings regelte die Vereinbarung nur die Plutoniumproduktion , jedoch nicht die Möglichkeit, aus hochangereichertem Uran Kernwaffen herzustellen.
Sechs-Parteien-Gespräche ab 2003
REUTERS
2003 begannen Verhandlungen über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms . An den Gesprächsrunden aus sechs Nationen waren neben Nordkorea China, Russland, Japan, die USA und Südkorea beteiligt. Als Gegenleistung für die nukleare Abrüstung wurde dem vollkommen verarmten Nordkorea Wirtschafts- und Energiehilfe angeboten. Die Gespräche blieben jedoch zunächst ohne Ergebnis.

Im Februar 2005 gab Kim Jong Il offiziell den Besitz von Atomwaffen "zur Selbstverteidigung" bekannt.
Zum Abschluss der vierten Sechs-Länder-Gespräche im September 2005 verpflichtete sich Pjöngjang grundsätzlich zur Aufgabe aller Atomwaffen und Nuklearprogramme, das Atomprogramm lief aber im Geheimen weiter.

2007 zeichnete sich erneut eine Einigung im Atomstreit ab: Die nordkoreanische Seite sagte zu, seine Atomanlagen stillzulegen und die ausländischen Atominspekteure wieder zuzulassen. Im Gegenzug sollte das Land wirtschaftliche, humanitäre und Energiehilfe erhalten und von der US-Liste der den Terror unterstützenden Staaten gestrichen werden. Im Juni 2008 übergab Nordkorea eine seit Monaten überfällige Liste mit Einzelheiten seines Nuklearprogramms an China und sprengte den Kühlturm der abgeschalteten Atomanlage Yongbyon.

Atombomben- und Raketentests
dpa
1998 löste das nordkoreanische Regime mit dem Test einer ballistischen Rakete vom Typ Taepodong-1 weltweit Empörung aus. Im Oktober 2006 schockierte Nordkorea die Weltöffentlichkeit mit unterirdischen Atomwaffentests. Daraufhin beschloss der Uno-Sicherheitsrat einstimmig die Resolution 1718 , in der der Atomtest verurteilt und Handels- und Finanzsanktionen gegen Nordkorea verhängt wurden.

Im April 2009 startete Pjöngjang eine Langstreckenrakete vom Typ Taepodong-2 mit einer Reichweite von Tausenden Kilometern. Angeblich wurde auch ein Kommunikationssatellit ins All gebracht. Als der Weltsicherheitsrat den Raketenstart verurteilte, brach Pjöngjang die Sechs-Parteien-Gespräche erneut ab und kündigte die Wiederinbetriebnahme des stillgelegten Atomzentrums Yongbyon an. Am 25. Mai kam es zum zweiten unterirdischen Atombombentest. Die Sprengkraft der getesteten Atombombe wird seismologischen Messungen zufolge auf zehn bis 20 Kilotonnen geschätzt, das entspricht der Vernichtungskraft der Bombe, die 1945 Hiroshima zerstörte. Nur einen Tag später startete das Regime zwei Kurzstreckenraketen mit einer Reichweite von 130 Kilometern.


Nord- und Südkorea
Nordkorea und Kim Jong Il
REUTERS
Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
AP
Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke
Militär in Nord- und Südkorea
Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76
(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)
Uran und Atomwaffen
Uran
Uran eignet sich sowohl für die Energiegewinnung als auch für den Einsatz in Atomwaffen. Entscheidend ist der Grad der Anreicherung. Der Ausgangsstoff Uranerz besteht zu rund 99,3 Prozent aus Uran 238; das spaltbare Uran 235 macht nur etwa 0,7 Prozent aus. Für die Nutzung in Kernreaktoren muss der Anteil von Uran 235 auf drei bis fünf Prozent gesteigert werden, für eine Atombombe ist ein Anreicherungsgrad von mindestens 85 Prozent notwendig.
Anreicherung
Uranerz wird nach dem Abbau zunächst zu einem gelblichen Pulver verarbeitet, dem sogenannten Yellowcake. Es dient zur Herstellung von Brennelementen für Reaktoren, kann aber zwecks Anreicherung auch in Uran-Hexafluorid (UF6) umgewandelt werden, das bis 56 Grad Celsius in kristalliner Form vorliegt und darüber gasförmig ist.

Die meisten Anreicherungsanlagen weltweit basieren auf der Gasdiffusion: Gasförmiges Uran-Hexafluorid wird durch halbdurchlässige Membrane gepresst, wobei sich das Uran 235 vom Rest trennt. Das Verfahren gilt inzwischen jedoch aufgrund seines hohen Energiebedarfs als veraltet.

Eine modernere Methode ist die Gaszentrifuge, an der auch in Iran experimentiert wird. Bei ihr macht man sich den Massenunterschied zwischen beiden Uran-Isotopen zunutze: Wird Uran-Hexafluorid in die Zentrifugen gegeben, sammeln sich die schwereren Uran-238-Moleküle bei bis zu 70.000 Umdrehungen pro Minute außen in den Zylindern, die Uran-235-Moleküle bleiben innen.
Einsatz in Atomwaffen
Für den Einsatz in Kernreaktoren genügt es bereits, wenn Uran 235 zu drei bis fünf Prozent in den Brennelementen angereichert ist. Ab 20 Prozent ist von hochangereichertem Uran die Rede. Für eine Atombombe ist ein Anreicherungsgrad von mindestens 80 Prozent erforderlich, da sonst eine zu große Uranmenge notwendig wäre.

Uran 235 kam in der ersten jemals eingesetzten Atombombe, die am 6. August 1945 Hiroshima zerstörte, als Sprengstoff zum Einsatz. Die Sprengkraft lag bei rund 13 Kilotonnen TNT. Die Bombe, die drei Tage später auf Nagasaki abgeworfen wurde, erreichte 20 Kilotonnen TNT. In ihr kam allerdings nicht Uran zum Einsatz, sondern Plutonium 239, das per Neutronenbeschuss in Brutreaktoren aus Uran 238 gewonnen wird.

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