Kritik an Obama-Äußerungen: Moskau wirft den USA antirussische Aktionen vor

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Präsidenten Putin, Obama: "Gemischter Erfolg"

Wortgefechte fast wie im Kalten Krieg: Der einflussreiche russische Außenpolitiker Alexej Puschkow kontert die Vorwürfe von US-Präsident Barack Obama. Nicht Russland verhalte sich feindselig - sondern die USA.

Moskau/Washington - Russland hat die Vorwürfe von US-Präsident Barack Obama zurückgewiesen, in Moskau habe sich die Amerika-Feindlichkeit verstärkt. "Nicht Russland hat den jüngsten Konflikt im bilateralen Verhältnis mit den USA ausgelöst", sagte der einflussreiche Außenpolitiker Alexej Puschkow am Samstag der Agentur Itar-Tass. Vielmehr habe Washington in den vergangenen eineinhalb Jahren "eine Reihe von antirussischen Aktionen" unternommen, behauptete Puschkow.

Als Beispiele nannte der Chef des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma Einreiseverbote für russische Beamte in die USA und die scharfe US-Kritik an Wahlfälschungen im Riesenreich. "Alle negativen Signale in diesen Fragen kommen aus den USA", sagte Puschkow.

Obama hatte am Freitag bei einer Pressekonferenz in Washington gesagt, seit der Rückkehr von Kreml-Chef Wladimir Putin ins Präsidentenamt im Mai 2012 habe sich die amerikafeindliche Rhetorik in Moskau verstärkt. Er selbst habe Putin stets ermuntert, nach vorne zu schauen und nicht in die Vergangenheit, allerdings nur mit "gemischtem Erfolg". Nun sei es gut, sich eine Pause zu nehmen und zu schauen, "wohin Russland geht".

"Wir werden prüfen, wo unsere Beziehungen US-Interessen dienen und Frieden, Stabilität und Wohlstand rund um die Welt fördern", ergänzte Obama. "Wo wir können, werden wir weiter mit ihnen zusammenarbeiten, wo wir Differenzen haben, werden wir das klar sagen."

Zuvor hatte der US-Präsident bereits geplante Treffen mit Putin in Moskau sowie beim G-20-Gipfel in St. Petersburg Anfang September abgesagt.

Trotz der Verstimmungen kam es am Freitag in Washington zu einem Treffen der Außenminister Lawrow und Kerry sowie der Verteidigungsminister Sergej Schoigu und Chuck Hagel. Dabei bekräftigten beide Seiten den Wunsch, den Bürgerkrieg in Syrien politisch zu lösen.

sha/dpa

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insgesamt 98 Beiträge
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1.
lkm67 10.08.2013
Zitat von sysopWortgefechte fast wie im Kalten Krieg: Der einflussreiche russische Außenpolitiker Alexej Puschkow kontert die Vorwürfe von US-Präsident Barack Obama. Nicht Russland verhalte sich feindselig - sondern die USA. Nach Obama-Äußerungen: Moskau wirft USA antirussische Aktionen vor - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/nach-obama-aeusserungen-moskau-wirft-usa-antirussische-aktionen-vor-a-915866.html)
Genau darum geht es . . . . USA Interessen - Egoismus, Chauvinismus, Patriotuismus, fehlt noch Rassismus . . . diese überkommenen "Tugenden" die das vergangene Jahrhundert ins Massengrab gelenkt haben . . . Was ist nur aus den USA geworden, bedauerlich. Dieses die Welt zu kritisieren und dauernd ihre eigenen Maßstäbe anlegen und dann auch noch andere Maßregeln . . . . Ich hoffte so das sich die USA unter Obama ein wenig auf die Welt zubewegen würden - nun denn - bei dem ein wenig ist es dann auch geblieben. Obama ist nicht schlimmer als G.W. Bush aber die Enttäuschung ist größer weil man von ihm mehr erwartet hat.
2.
neu_ab 10.08.2013
Die Russen haben offenbar den Zeitgeist des USA-Bashings erkannt, vielleicht sogar mit Blick Richtung Deutschland, wo der Antiamerikanismus gerade eine Hochzeit erlebt. Daher bleibt die Frage, ob Snowden das überhaupt wert ist. Genaugenommen hat der Mann gar nichts "aufgedeckt", was intelligente & nur halbwegs wache Menschen nicht vorher auch schon gewusst haben.
3. Die Nato hat sich rings um Russlands Grenzen
blaudistel 10.08.2013
festgesetzt, nicht Russlands Militär iin Süd- und Mittelamerika. Die USA forcieren einen Raketenabwehrschild in Westeuropa. Gegen den Iran? Lachhaft. Also Mr. President - bleib mal schön auf dem Teppich! Man muss Russland nicht mögen um festzustellen dass die amerikanische Politik NUR auf Expansion ausgerichtet ist. Und als Demokratie würde ich keines der beiden Länder bezeichnen. Beide werden von Geheimdiensten beherrscht, kontrolliert und gesteuert.
4. da sieht man mal wieder ...
Hilfskraft 10.08.2013
... auf welchen tönernen Füßen das Ganze steht. Wie schnell aus Freunde oder gute Bekannte, Feinde werden können. Und wir sollen beruhigt schlafen, weil unser "Freund" unsere Daten abfischt? Wie lange ist er noch unser Freund? Läßt er unsere Souveränität zu oder schlägt er gleich dazwischen? Diese Zwangsfreundschaft dient doch einzig und alleine dem Selbsterhaltungstrieb, leider keiner echten Verbundenheit. Leider! Es war auch mal ganz anders, kann ich mich erinnern. Obama hat es leider versäumt, sich nachträglich seinen Friedensnobelpreis zu verdienen. Ich wünsche mir, ihm wird ein besserer folgen.
5. optional
yournightmare 10.08.2013
Recht hat der Mann. Trifft nur nicht auf USA zu. Im Westen allgemein gibt es viele alte Männer, die immer noch im Kalten Krieg leben und sich wundern, wieso Russland auf diese Feindseligkeit so abweisend reagiert.
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