Reaktion auf Parkland-Amoklauf Florida führt striktere Waffengesetze ein

Nach dem Amoklauf von Parkland hat Florida sein Waffenrecht überarbeitet. Der Entwurf soll ein Kompromiss zwischen Waffenlobby und Aktivisten sein. Zukünftig dürfen Schulangestellte in Florida Waffen tragen.

Rick Scott, Floridas republikanischer Gouverneur
DPA

Rick Scott, Floridas republikanischer Gouverneur


Der Gouverneur der US-Staats Florida, Rick Scott, hat ein für eine stärkere Regulierung von Waffen unterzeichnet. Mit Inkrafttreten des Gesetzes wird unter anderem das Mindestalter für den Waffenerwerb angehoben - von 18 auf 21 Jahre - und eine drei-Tage-Wartepflicht beim Kauf von Waffen eingeführt. Zudem sollen Schulangestellte künftig mit Waffen ausgestattet werden dürfen. Zuvor hatte bereits der Kongress über das Gesetz abgestimmt.

Das Gesetz, der "Marjory Stoneman Douglas High School Public Safety Act", ist nach der Schule in Parkland benannt, wo ein Attentäter mit einem halbautomatischen Gewehr im Februar 17 Menschen tötete. Auf den Amoklauf folgten Schülerproteste im ganzen Land.

Kompromiss zwischen Waffengegnern und -fürsprechern

"Dieser Tag soll als Beispiel für das gesamte Land dienen, dass eine Regierung schnell handeln kann und muss", sagte der Republikaner Scott kurz bevor er das Gesetz unterzeichnete. Das Gesetz sei ein Kompromiss zwischen den Anliegen von Waffengegnern und -Befürwortern.

Schüler, die das Parkland-Massaker überlebten, hatten sich für die neuen gesetzlichen Beschränkungen stark gemacht. Die amerikanische Waffenlobby NRA hatte sich gegen den Gesetzesentwurf ausgesprochen.

Halbautomatische Waffen weiter legal zu kaufen

In einem wichtigen Punkt entschied die Regierung jedoch gegen die Forderungen der Schüler. Diese hatten sich für ein grundsätzliches Verbot von halbautomatischen Gewehren eingesetzt. Stattdessen entschied Florida, die umstrittene Bewaffnung von Schulpersonal zu legalisieren. Lehrer wurden davon jedoch größtenteils ausgenommen.

Scott betonte, dass die Bewaffnung von Schulpersonal nicht verpflichtend sei. "Wenn Bezirke das nicht tun wollen, können sie einfach 'nein' sagen." Im Vorfeld hatte er den Gesetzesentwurf besonders wegen der möglichen Bewaffnung von Lehrern kritisch gesehen. Von seinem Veto-Recht machte er allerdings keinen Gebrauch.

ans/AP/Reuters



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