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Nach Selbstverbrennung: Peking lässt tibetisches Kloster umzingeln

Das Kloster ist abgeriegelt, Telefone werden überwacht, Polizisten patrouillieren in der Stadt Dawu: Chinesische Sicherheitskräfte haben ihre Kontrollen im Südwesten des Landes massiv verschärft. Ein tibetischer Mönch hatte sich aus Protest gegen die Regierung in Peking angezündet.

Exiltibeter Indien: Gedenken an toten Glaubensbruder Zur Großansicht
AP

Exiltibeter Indien: Gedenken an toten Glaubensbruder

Peking - Einen Tag nach der Selbstverbrennung eines tibetischen Mönchs haben Chinas Sicherheitskräfte die Überwachung der Stadt Dawu im Südwesten des Landes verschärft.

Auf den Straßen patrouillieren bewaffnete Polizisten. Eine Hotelangestellte sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass die Stadt unter Polizeikontrolle sei und alle Telefone überwacht würden.

Als der Leichnam des Mönchs, der sich Montag angezündet hatte, von seinen Mitbrüdern für die Bestattung in das Kloster getragen worden sei, hätten chinesische Soldaten versucht, ihnen den Leichnam zu entreißen, hieß beim Tibetischen Zentrum für Menschenrechte und Demokratie im indischen Dharamsala.

Bereits seit Anfang Juli würden die Mönche überwacht und behindert, nachdem die Tibeter entgegen der Anweisung der Behörden den Geburtstag ihres religiösen Oberhauptes gefeiert hätten. Unter anderem sei dem Nyitso-Kloster in Dawu der Strom abgedreht worden.

"Benzin getrunken"

Der aus diesem Kloster stammende, 29 Jahre alte Mönch hatte sich am Montag das Leben genommen, indem er sich selbst in Brand gesteckt hatte. Er protestierte damit gegen die Politik der chinesischen Regierung, die seit Jahrzehnten besetzt hält. Er habe "Benzin getrunken, sich mit Benzin bespritzt und seine Kleidung in Brand gesetzt", berichtete die Organisation Free Tibet in einer von London aus verbreiteten Mitteilung. Außerdem habe er Protestparolen gerufen wie "Wir sind das tibetische Volk, wir wollen Freiheit" und "Lang lebe der Dalai Lama".

Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua bestätigte den Selbstmord des Mönchs. Sein Motiv sei unklar, hieß es. Die örtlichen Behörden hätten eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet.

Der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der Tibeter, war 1959 aus dem von China besetzten Tibet geflohen und lebt seitdem im Exil. Er setzt sich für eine friedliche Lösung des Tibet-Konflikts und mehr Autonomie für die Region ein. Peking wirft ihm jedoch vor, unter dem Deckmantel der Religion auf eine Unabhängigkeit Tibets von China hinzuarbeiten.

Von den knapp sechs Millionen Tibetern leben heute etwa 140.000 weltweit im Exil. Mehr als 100.000 davon haben sich in Indien niedergelassen, rund 20.000 Tibeter leben im benachbarten Nepal.

fab/dpa

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insgesamt 65 Beiträge
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1. aber nicht doch
Bundeskanzler Ackermann 16.08.2011
Aber china, das sind doch unsere demokratischen Freunde, wer wird denn da gleich in die Luft gehen. Wenn in Libyen das Volk unterdrückt wird, ist das schlimm, wenns in Syrien passiert, auch nicht so toll, aber China? Das ist unsere Werkbank, da muss man schon mal Verständnis aufbringen. Niemand will, dass sein iPhone plötzlich 1000 Euro kostet, nur weils woanders unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt werden muss.
2. Relativ
Die_Sonne 16.08.2011
Zitat von sysopDas Kloster ist abgeriegelt, Telefone werden überwacht, Polizisten patrouillieren in der Stadt Dawu: Chinesische Sicherheitskräfte haben ihre Kontrollen im Südwesten des Landes massiv verschärft. Ein tibetischer Mönch hatte sich aus Protest gegen die Regierung in*Peking angezündet. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,780535,00.html
Man sieht wie relativ Menschenrechte und Moral sind. Tibet wird den Wirtschaftsinteressen geopfert. Schade das es da kein Öl gibt. Eine Schande!
3. Tä-Tääh!
snickerman 16.08.2011
Ja, und Sie sind auch nicht Gandalf... Was soll denn dieser bekloppte Vergleich? "halbwegs moderne Diktatur", ich brech ins Reisfeld. Rechtssicherheit, ja ne, is klar... Wenn Sie schon Pro-KPCH-Propaganda machen (müssen), strengen Sie sich wenigstens ein bisschen an.
4. keine hobbits
JanSouth 16.08.2011
Zumindest nicht, solange die Uruk-Han da noch rumtoben :-)
5. Adel
Die_Sonne 16.08.2011
Die vielen tibetischen Flüchtlinge weltweit müssen dann alle dem klerikalen Adel angehört haben. So unglücklich wie die Tibeter jetzt sind, scheinen fast alle dem klerikalen Adel angehört zu haben. Die Tibeter wollen die Chinesen nicht im Land haben, nur die paar Günstlinge, die mit dem Regime kooperieren. Hat eine Diktatur das Recht einem Feudalsystem Vorschriften zu machen (und dafür tausende Tibeter zu töten)? Nach dem Motto, wir retten euch vor dem Feudalsystem, in dem wir euch töten und unterwerfen.
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