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Nach Staatsstreich: EU zieht Botschafter aus Honduras ab

Die EU reagiert auf den Putsch in Honduras. Die Staatengemeinschaft ruft ihre Botschafter aus dem mittelamerikanischen Land zurück. Damit sollen die Umstürzler dazu gebracht werden, über die "Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung nachzudenken", sagte der spanische Außenminister.

Madrid - Die EU erhöht den diplomatischen Druck auf Honduras: Als Reaktion auf den Putsch haben alle Mitgliedstaaten nach Angaben des spanischen Außenministers Miguel Angel Moratinos beschlossen, ihre Botschafter aus dem zentralamerikanischen Land zurückzubeordern. Wie Moratinos im spanischen Hörfunksender RNE mitteilte, fiel die Entscheidung nach entsprechenden Konsultationen am Mittwochabend.

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dpa

Gestürzter Präsident Zelaya: EU fordert seine Rückkehr

Demnach werden Deutschland, Italien, Frankreich und Spanien sowie die Vertretung der EU-Kommission bis auf weiteres nicht mehr durch Botschafter in Honduras vertreten sein. Mit diesem "klaren Signal der europäischen Position" sollten die "provisorischen Behörden" in Honduras dazu gebracht werden, "über die Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung in Honduras nachzudenken", so Moratinos.

Vorbedingung sei, dass der rechtmäßige honduranische Präsident Manuel Zelaya wieder in sein Land zurückkehren und seine Amtszeit fortsetzen dürfe. Die EU-Staaten hatten bereits am Mittwoch beschlossen, die neue Führung des Landes nicht als Gesprächspartner anzuerkennen.

Die Organisation Amerikanischer Staaten setzte den Putschisten am Mittwoch eine Frist von 72 Stunden bis Samstag, um Zelaya wieder als Präsident einzusetzen. Andernfalls drohe Honduras der Ausschluss aus dem Staatenbund.

Der Übergangspräsident Roberto Micheletti hat eine Wiedereinsetzung des gestürzten Staatschefs Manuel Zelaya allerdings ausgeschlossen und angekündigt, dass er bei seiner Rückkehr nach Honduras festgenommen werde.

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Die honduranischen Streitkräfte hatten am Sonntag geputscht und Zelaya nach Costa Rica gebracht. Die Armee begründete ihren Putsch offiziell mit Zelayas Streben nach einer in der Verfassung nicht vorgesehenen weiteren Amtszeit als Präsident nach den Wahlen im November.

Der honduranische Kongress setzte unterdessen im Zuge der von den Behörden verhängten Ausgangssperre einige Verfassungsrechte vorübergehend außer Kraft. Nach Angaben von Abgeordneten sind davon unter anderem die Versammlungs- und die Bewegungsfreiheit betroffen. Außerdem dürfen Verdächtige mehr als 24 Stunden festgehalten werden. Die nächtliche Ausgangssperre wurde bis Freitag verlängert.

cte/AFP/AP

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