Nach umstrittenen Wahlergebnis Im Kongo drohen neue Unruhen

Die Lage im Kongo spitzt sich zu, es droht eine neue Welle der Gewalt: Die Opposition will das Ergebnis der Präsidentenwahl nicht hinnehmen, Kongos Präsidenten Joseph Kabila nicht anerkennen. Die EU fordert Transparenz, die USA einen Dialog zwischen den Lagern. 

Ein Demonstrant vor brennenden Autoreifen in Kinshasa: Unklarheit nach Wahl
AFP

Ein Demonstrant vor brennenden Autoreifen in Kinshasa: Unklarheit nach Wahl


Kinshasa - In der der Demokratischen Republik Kongo bahnt sich ein heftiger Konflikt über die Präsidentenwahl an: Offiziell soll Amtsinhaber Joseph Kabila die Abstimmung gewonnen haben, doch auch Oppositionskandidat Etienne Tshisekedi beansprucht den Sieg für sich. Im zentralafrikanischen Krisenland wächst die Angst vor dem Ausbruch neuer Unruhen.

Die US-Regierung appellierte an die politischen Führer und ihre Anhänger, auf Gewalt zu verzichten und alle Meinungsverschiedenheiten friedlich im Dialog zu lösen. Die kongolesische Regierung sei für die Sicherheit der Menschen verantwortlich, sagte US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland in Washington.

Auch die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton rief die Sicherheitskräfte, Kandidaten und politischen Akteure auf, ein friedliches Klima im Land zu wahren. Der Protest gegen das Wahlergebnis müsse über legale Mittel ausgedrückt werden.

Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften

Die Wahlbehörde hatte am Freitag den seit 2001 herrschenden Kabila nach vorläufigem Ergebnis zum Gewinner der Präsidentenwahl erklärt. Gleichzeitig erklärte sich auch dessen schärfster Rivale Tshisekedi zum Sieger.

In der Hauptstadt Kinshasa gab es hupende Autokorsos mit jubelnden Kabila-Anhängern. In einigen Stadtvierteln waren Schüsse zu hören. Demonstranten zündeten Reifen an und bewarfen Polizisten mit Steinen. Die Sicherheitskräfte erwiderten die Angriffe mit Tränengas. Mindestens sieben Menschen sollen getötet worden sein, wie die Nachrichtenagentur dpa am Samstagabend berichtet.

Der Oberste Gerichtshof muss Ergebnis bestätigen

Internationale Wahlbeobachter beanstandeten zahlreiche Unregelmäßigkeiten bei der Wahl am 28. November. Bereits vor und während der Abstimmung am 28. November waren bei gewaltsamen Zusammenstößen mindestens 18 Menschen getötet worden. Aus Angst vor Unruhen waren in den vergangenen Tagen bereits Tausende Menschen ins Nachbarland Kongo-Brazzaville geflohen.

Bevor der 40-jährige Kabila seine zweite Amtszeit als Staatschef antreten kann, muss der Oberste Gerichtshof des Landes zunächst das Wahlergebnis bestätigen. Am 17. Dezember sollen die Richter den definitiven Wahlsieger bekannt geben. Die Vereidigung des Staatsoberhaupts ist für den 20. Dezember vorgesehen.

heb/dpa/AFP



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goldkind7 10.12.2011
1. Was hätten Sie gebracht,..........
Zitat von sysopDie Lage im Kongo spitzt sich zu, es droht eine neue Welle der Gewalt: Die Opposition will das Ergebnis der Präsidentenwahl nicht hinnehmen, Kongos Präsidenten Joseph Kabila nicht anerkennen. Die EU fordert Transparenz, die USA einen Dialog zwischen den Lagern.* http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,802886,00.html
...........wenn dieser Demonstrant nicht vor den brennenden Reifen Modell gestanden hätte? Wo sind die anderen Demonstranten oder Randalierer? Man kann m.E. an Ihrer bisher geschätzten Seriositätt zweifeln, wenn ein Artikel mit einem solch reißerichen Foto aufgebauscht wird.
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