Russland Staatsanwalt fordert 23 Jahre Haft für ukrainische Kampfpilotin

Für Moskau ist sie eine Mörderin, die Ukraine sieht sie als Entführungsopfer: Im Prozess gegen die ukrainische Kampfpilotin Sawtschenko hat ein russischer Staatsanwalt jetzt 23 Jahre Haft gefordert.

Pilotin Nadeschda Sawtschenko (Archivbild)
AP

Pilotin Nadeschda Sawtschenko (Archivbild)


In dem umstrittenen Prozess gegen die ukrainische Soldatin Nadeschda Sawtschenko in Russland hat der Staatsanwalt am Mittwoch 23 Jahre Haft wegen Beihilfe zum Mord gefordert.

Er sehe es als erwiesen an, dass die 34-jährige ausgebildete Kampfpilotin bei Kämpfen im Osten des Landes im Juni 2014 bewusst Mörserfeuer auf eine Gruppe von Zivilisten gelenkt habe. Der Beschuss tötete zwei Journalisten des russischen Fernsehens, Anton Woloschin und Igor Korneljuk, nahe der ostukrainischen Separatistenhochburg Luhansk. Moskau stellt die Ukrainerin darum als heimtückische Mörderin dar. Für viele Ukrainer gilt sie als Volksheldin.

Sawtschenko sagt, sie trage keine Schuld an dem Vorfall. Sie unterstellt dem russischen Geheimdienst, sie aus der Ostukraine nach Russland verschleppt zu haben. Moskau dagegen erklärt, Sawtschenko sei freiwillig über die Grenze gegangen und habe sich als Flüchtling ausgegeben. Darum wirft ihr der Staatsanwalt in seinem Plädoyer nun auch vor, sie sei illegal nach Russland eingereist.

cht/dpa



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