Eskalation in Nahost Hamas droht mit Angriffen auf "neue Ziele" in Israel

Markige Worte vom militärischen Arm der Hamas: Sollte Israel "dumme Schritte" unternehmen, gebe es Angriffe auf "neue Ziele" in dem jüdischen Staat. Ein israelischer Militärsprecher warb für eine Deeskalation des Konflikts.  

Sprecher des militärischen Arms der Hamas: "Nicht nur Städte, sondern neue Ziele"
REUTERS

Sprecher des militärischen Arms der Hamas: "Nicht nur Städte, sondern neue Ziele"


Tel Aviv - Der militärische Arm der im Gazastreifen herrschenden Hamas hat Israel mit Angriffen auf "neue Ziele" gedroht. Ein maskierter Sprecher der radikalislamischen Organisation warnte den jüdischen Staat vor weiteren Angriffen auf den Gazastreifen.

Sollte Israel "dumme Schritte" unternehmen, würden auch seine Städte zu Zielen, sagte der Sprecher der Miliz in Gaza. "Hamas hat eine Armee, die schwer zu brechen ist."

Die politische Führung der Hamas hatte zuvor eine Dringlichkeitssitzung mit Vertretern der anderen Palästinenserfraktionen abgehalten. Bei dem Gespräch sollte es um die angespannte Lage im Konflikt mit Israel gehen.

Israelischer Militärsprecher: "Wir streben Deeskalation an"

Militante Kämpfer aus dem Gazastreifen feuern immer wieder Raketen auf das Land ab. In der Vergangenheit hatte sich die Hamas bemüht, andere militante Organisationen zu zügeln. Israel wirft der Organisation nun jedoch vor, sich auch an den Raketenangriffen der vergangenen Tage zu beteiligen. Hamas-Exilchef Chalid Maschaal betonte, seine Organisation sei den Waffenruhe-Vereinbarungen verpflichtet, die nach der letzten großen Runde der Gewalt im November 2012 unter ägyptischer Vermittlung getroffen worden waren.

Vor den Drohungen der Hamas hatte Israel am Donnerstag auf die Angriffe aus Gaza reagiert und zusätzliche Truppen in Richtung Süden verlegt. Nach Medienberichten handelt es sich um Fußtruppen und gepanzerte Fahrzeuge. Die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bombardiert zudem immer wieder Ziele der Hamas im Gazastreifen aus der Luft.

Ein Militärsprecher Israels betonte mehrfach, das Land sei nicht an einer Offensive im Gazastreifen interessiert. Er rief die Hamas auf, den fortwährenden Raketenbeschuss israelischer Grenzorte zu unterbinden, um eine weitere Eskalation zu verhindern. "Wir streben eine Deeskalation der Lage an, aber wir müssen trotzdem für alles bereit sein", sagte er.

kes/dpa



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