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Naher Osten: Israel testet erfolgreich Raketenschild "Eisenhaube"

Der israelische Raketenschutzschild "Eisenhaube" könnte schneller einsatzbereit sein als erwartet: Erste Tests verliefen erfolgreich, schon 2009 soll das Abwehrsystem Geschosse aus dem Gazastreifen abfangen.

Berlin - Der israelische Rundfunk meldete am Sonntag, das in der Testphase befindliche Abwehrsystem Kipat Barsel (Eisenhaube) habe Mitte vergangener Woche erfolgreich eine Rakete abgeschossen. Man erwarte, dass es binnen eines Jahres einsatzbereit sein werde und auch zum Schutz gegen Mörsergranaten dienen könne. Zuvor hatte es geheißen, die Entwicklung werde bis 2010 dauern.

Kassam-Raketen: Israel baut an einem Abwehrschirm
DPA

Kassam-Raketen: Israel baut an einem Abwehrschirm

Das Raketenabwehrsystem soll etwa ein Drittel der Gebäude im westlichen Negev, darunter die Grenzstadt Sderot, schützen. Es kann Raketen mit einer Reichweite von vier bis 70 Kilometer vernichten und soll insbesondere die aus dem Gazastreifen abgefeuerten Kassam-Raketen und Mörsergranaten abfangen. Die israelische Regierung hatte das 155 Millionen Euro teure Programm im Februar beschlossen.

Nach israelischen Militärangaben gab es insgesamt sechs Raketenangriffe aus dem Gazastreifen seit der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen Israel und den militanten Palästinensergruppen am 19. Juni. Seit Jahresbeginn sind hunderte Raketen und Mörsergranaten im israelischen Grenzgebiet eingeschlagen.

Grenzübergänge nach Gaza wieder offen

Am Donnerstag hatte Israel nach einem Raketenangriff die Übergänge in den Gazastreifen geschlossen. Diese wurden am Sonntag wieder geöffnet. Die radikalislamische Hamas bestätigte, die Übergänge Eres, Sufa und Nachal Oz seien für Warentransporte offen. Nur der Karni-Übergang sei wegen Reparaturarbeiten noch geschlossen. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hatte die Öffnung am Vorabend angeordnet.

Hamas legte angesichts der mehrfachen Schließung der Grenzübergänge die Verhandlungen mit Israel über die Freilassung des israelischen Soldaten Gilad Schalit vorübergehend auf Eis. Nach Angaben des Hamas-Führers Mussa Abu Marsuk sagte die Organisation eine für kommende Woche geplante Verhandlungsrunde in Ägypten ab. Die radikalislamische Gruppierung fordert im Gegenzug für die Freilassung des Soldaten, der vor zwei Jahren in den Gazastreifen verschleppt worden war, dass mehrere hundert Palästinenser aus israelischer Haft entlassen werden.

Ägyptische Sicherheitskräfte entdeckten unterdessen nahe dem Grenzübergang Rafah zum Gazastreifen drei Tunnel mit Benzinvorräten. Im Norden und im Zentrum der Sinai-Halbinsel seien zudem Sprengstoff und Waffen sichergestellt worden, verlautete am Samstag aus Sicherheitskreisen. Polizisten entdeckten demnach zwei Tunnel in Barahma nördlich des Grenzübergangs. Ein weiterer sei südlich davon gefunden worden. Israel fordert von Ägypten, härter gegen den Waffenschmuggel über den Sinai in den Gazastreifen vorzugehen.

cvo/dpa

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