Naher Osten Kolumbien erkennt Palästina als unabhängigen Staat an

In Bogotá hat der neue Präsident Iván Duque die Amtsgeschäfte übernommen. Wie nun bekannt wurde, hat sein Vorgänger nur kurz zuvor Palästina als souveränen Staat anerkannt.

Kolumbiens Ex-Präsident Santos mit seiner Außenministerin Holguín
Mauricio Duenas Castaneda/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Kolumbiens Ex-Präsident Santos mit seiner Außenministerin Holguín


Kolumbien hat Palästina nach Angaben der palästinensischen Botschaft in Bogotá als einen unabhängigen Staat anerkannt. "Die Regierung von Kolumbien hat sich entschieden, Palästina als freien, unabhängigen und souveränen Staat anzuerkennen", teilte die Botschaft mit. "Wir danken der kolumbianischen Regierung für diese Entscheidung und sind uns sicher, dass sie entscheidend dazu beiträgt, die notwendigen Bedingungen für die Suche nach Frieden im Nahen Osten zu schaffen."

Einem Bericht des Fernsehsenders RCN zufolge hatte die scheidende kolumbianische Regierung bereits am 3. August das palästinensische Außenministerium über die Entscheidung informiert. Die damalige Außenministerin María Ángela Holguín habe den Vorgang bestätigt. Vier Tage später, am vergangenen Dienstag, hatte die neue Regierung von Präsident Iván Duque die Amtsgeschäfte übernommen.

Mittlerweile haben bereits über 130 Länder Palästina anerkannt. Noch nicht anerkannt wird Palästina als unabhängiger Staat vor allem von den USA, Israel und vielen europäischen Ländern, darunter auch Deutschland. Sie vertreten die Linie, dass ein souveräner Palästinenserstaat erst zum Abschluss von Friedensverhandlungen mit Israel ausgerufen und anerkannt werden könne.

In der Nacht zu Donnerstag hatte sich die Lage an der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen erneut deutlich zugespitzt: Erst wurden laut israelischer Armee Dutzende Raketen auf israelisches Gebiet gefeuert, dann folgten Gegenattacken. Dabei starben nach Angaben palästinensischer Behörden drei Menschen, darunter eine Frau und ihre 18 Monate alte Tochter. Es gab zudem auf beiden Seiten Verletzte.

aar/dpa/AFP/Reuters



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