Nahost-Friedensgespräche Netanjahu und Abbas wollen sich regelmäßig treffen

Hoffnungsschimmer für den Nahen Osten: Israels Regierungschef Netanjahu und Palästinenserpräsident Abbas haben in Washington vereinbart, sich künftig regelmäßig zu Gesprächen zu treffen.

Optimistisch: US-Außenministerin Clinton, Nahost-Gesandter Mitchell, Abbas und Netanjahu.
dpa

Optimistisch: US-Außenministerin Clinton, Nahost-Gesandter Mitchell, Abbas und Netanjahu.


Washington - Ein Friedensvertrag liegt noch in weiter Ferne, aber immerhin gehen die Verhandlungen darüber weiter. Bei ihrem Treffen in Washington haben Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Palästinenserchef Mahmud Abbas regelmäßige weitere Treffen beschlossen. Ziel ist es, innerhalb eines Jahres die Voraussetzungen für einen dauerhafte Frieden zu schaffen.

Das nächste Treffen soll am 14. und 15. September im Nahen Osten stattfinden. Ort der Gespräche wird vermutlich der ägyptische Badeort Scharm al-Scheich am Roten Meer sein. Wie bei den Beratungen am Donnerstag in Washington werden auch dann US-Außenministerin Hillary Clinton und der US-Nahost-Gesandte George Mitchell als Vermittler dabei sein. Netanjahu und Abbas wollen ihre Verhandlungen danach etwa alle zwei Wochen wieder fortsetzen. Ziel ist eine Zwei-Staaten-Lösung mit einem eigenständigen palästinensischen Staat neben Israel.

Abbas und Netanjahu gaben sich in den USA aber skeptisch, dass es ihnen in den kommenden Monaten tatsächlich gelingen wird, die zahlreichen Hindernisse hin zu einem Friedensvertrag aus dem Weg zu räumen. "Das wird nicht einfach", sagte Netanjahu. "Einen echten, dauerhaften Frieden wird es nur bei gegenseitigen und schmerzlichen Zugeständnissen beider Seiten geben." Abbas forderte Israel zu einer Aufgabe der Siedlungen im Westjordanland sowie weiteren von den Palästinensern beanspruchten Gebieten auf.

Kurz nach Beginn der Nahost-Friedensgespräche in Washington hatten in Israel Berichte über einen angeblichen neuen Anschlag militanter Palästinenser für neue Beunruhigung gesorgt. Eine israelische Armeesprecherin sagte jedoch am späten Donnerstagabend, es habe eindeutig keine neue Attacke gegeben. Ein Israeli im Westjordanland habe fälschlich über Schüsse berichtet, die er nahe der Siedlung Ofra gehört habe. Soldaten hätten bei Untersuchungen vor Ort aber keine Hinweise auf eine Gewalttat gefunden.

als/APN/dpa



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Martin2 03.09.2010
1. prima
Zitat von sysopHoffnungsschimmer für den Nahen Osten: Israels Regierungschef Netanjahu und Palästinenserpräsident Abbas haben in Washington vereinbart, sich künftig regelmäßig zu Gesprächen zu treffen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,715438,00.html
Ein guter Anfang! Kommunizieren ist immer gut!
Gandhi, 03.09.2010
2. Eine Win-Win Situation
Wenn die Gespraeche scheiten, kann Netanjahu dies auf die unnachgiebige Haltung der PA zurueckfuehren. Shas und die weitere Rechte in Israel jubelt. Wenn die Gespraeche Erfolg haben, kann Netanjahu sich bei Labour beliebt machen. Abbas punktet bei niemandem, wenn die Gespraeche scheitern. Die einen, wollen , dass sie scheitern, dia anderen werden ihn kritisieren. Bei einem Erfolg ist er nicht nur dem Druck von Hamas ausgesetzt, sondern auch derer, die meinen, er habe zu viel preisgegeben. Eine Win-Win Situation in jedem Fall, aber nur fuer eine Seite.
G.Lange 04.09.2010
3. Schlechte Aussichten für einen Frieden
Wie SPIEGEL-Online vom 02.09.2010 berichtet, laufen in den jüdischen Siedlungen im Westjordanland die Bauarbeiten auf Hochtouren. Das gesetzliches Verbot wird ignoriert und die israelische Regierung unternimmt nichts dagegen. "Der Baustopp wurde nicht nur unterlaufen - er war von Anfang an eine Fiktion." Laut Human Rights Watch sind in den vergangenen Monaten 267 palästinensische Häuser zerstört worden. Baustopp löste Bauboom aus http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,715244,00.html Es macht wenig Sinn, Friedensgespräche zu führen, wenn gleichzeitig palästinensische Häuser zerstört werden und der Landraub weitergeht.
klaus136 06.09.2010
4. Warum ziehen sich die Verhandlungen wohl hin?
Zitat von GandhiWenn die Gespraeche scheiten, kann Netanjahu dies auf die unnachgiebige Haltung der PA zurueckfuehren. Shas und die weitere Rechte in Israel jubelt. Wenn die Gespraeche Erfolg haben, kann Netanjahu sich bei Labour beliebt machen. Abbas punktet bei niemandem, wenn die Gespraeche scheitern. Die einen, wollen , dass sie scheitern, dia anderen werden ihn kritisieren. Bei einem Erfolg ist er nicht nur dem Druck von Hamas ausgesetzt, sondern auch derer, die meinen, er habe zu viel preisgegeben. Eine Win-Win Situation in jedem Fall, aber nur fuer eine Seite.
Ein von Ihnen erstaunlicher Blödsinn, geehrter "Gandhi", wie das?! Wollen sie sagen dass in den Verhandlungen Netanjahu nur gewinnen kann und Abbas nur verlieren kann? Negativ! Netanjahu ist an die Macht gekommen während und gerade durch den Gaza-Konflikt zwischen Hamas und Israel. (Die Olmert-Regierung wurde durch Netanjahu abgelößt). Der Gaza-Konflikt wurde nun politisch-international pro Menschen-Rechte eingedämmt. Somit steht Netanjahu unter Druck und muss nach neuen Wegen suchen, um an der Macht zu bleiben (@Gandhi: darin stimmen wir vielleicht überein: Netanjahu ist Pragmatiker und will (nun erneut) versuchen an der Macht zu bleiben). Also schaffen entweder radikale Juden einen neuen Medien-wirksamen Krieg, den Netanjahu für sich nutzen kann, den es aber momentan so NICHT gibt. Oder Netanjahu muss sich mit der Breite des israelischen Volkes arrangieren. Was Abbas angeht ist Ihnen, Herr "Ghandi", die Gechichte wohl bekannt. Abbas ist schon seit Langem der Redelsmann der Araber um Jerusalem in diversen Verhandlungen. Und obwohl diese Verhandlungen alle scheiterten ist heute Abbas immernoch der Redelsmann, und seine Fatah-Sicherheitskräfte wurden von Außen ausgebildet für den Kampf gegen Hamas. Somit hat sich Abbas an Position behauptet, vielleicht sogar verbessert, und Netanjahu hat an Position verloren.
klaus136 06.09.2010
5. doch es macht Sinn
Zitat von G.LangeWie SPIEGEL-Online vom 02.09.2010 berichtet, laufen in den jüdischen Siedlungen im Westjordanland die Bauarbeiten auf Hochtouren. Das gesetzliches Verbot wird ignoriert und die israelische Regierung unternimmt nichts dagegen. "Der Baustopp wurde nicht nur unterlaufen - er war von Anfang an eine Fiktion." Laut Human Rights Watch sind in den vergangenen Monaten 267 palästinensische Häuser zerstört worden. Baustopp löste Bauboom aus http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,715244,00.html Es macht wenig Sinn, Friedensgespräche zu führen, wenn gleichzeitig palästinensische Häuser zerstört werden und der Landraub weitergeht.
Nach meiner Meinung macht es eben doch Sinn, Friedensgespräche zu führen, mit Menschen (arabischen Redelsführern) die anderen Menschen (Juden) vorschreiben wollen, wo diese Menschen (Juden) leben dürfen und wo nicht. Und einen friedlichen Kompromiss sehen viele dieser teilweise von arabischen Herrschern vertriebenen Menschen (Juden/Israelis) auch heute noch. Selbst wenn alle männlichen nicht-ultraorthodoxen Juden ab dem achzehnten Lebensjahr einen drei-jährigen Wehrdienst an der "Front" leisten müssen, und alle weiblichen nicht-ultraorthodoxen Juden ab dem achzehnten Lebensjahr einen zwei-jährigen Wehrdienst an der "Front" leisten müssen (und das sicher nicht für die Eroberung eines Großreichs Israel). Eine Co-Existenz in Palästina kann es geben: Balfour-Deklaration (1917) und Faisal-Weizmann-Abkommen (1919) Teilungsplan der Peel-Kommission (1937) Teilungsplan der "United Nations" (1947) Waffenstillstandslinie von 1948 Friedensabkommen zwischen Israel und arabischen Nachbar-Staaten (bsp. Ägypten) in den 1970ern Verhandlungen zur Autonomie von Arabern um Jerusalem nach der Ersten Intifada in den 1980ern
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