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Nahost-Gipfel in Washington Mission Gesicht wahren

Politiker Clinton, Netanjahu in Washington: Wie viel Druck kommt von den USA?Zur Großansicht
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Politiker Clinton, Netanjahu in Washington: Wie viel Druck kommt von den USA?

5. Teil: Wird es einen ernsthaften Friedensprozess geben?

Die Verhandlungen von Oslo und Camp David sind auch an den zu großen Hoffnungen gescheitert, daher sind niedrige Erwartungen nicht unbedingt schlecht. Der Vorteil: Kleine Verhandlungserfolge können als Siege gefeiert werden. Der Nachteil: Misstrauen beeinflusst das Denken der Verhandler. Warum sollte Abbas in die Geschichte eingehen wollen als der, der das Rückkehrrecht der Flüchtlinge verraten hat, wenn er sowieso glaubt, dass Netanjahu kein Interesse an einem Deal hat? Und warum sollte Netanjahu Siedlungen räumen, wenn er befürchten muss, dass danach Raketen auf Tel Aviv abgeschossen werden?

Beide sind nicht ernsthaft vorbereitet auf schmerzhafte Kompromisse in den großen Fragen: Rückkehr der Flüchtlinge, Verwaltung Jerusalems, Zukunft der Siedlungen und gegenseitige Anerkennung eines jüdischen Israel und eines Staates Palästina. Viele Punkte sind umstritten und in der derzeitigen Lage kaum lösbar. Auch weil die Differenzen zwischen den Protagonisten Netanjahu und Abbas größer sind als bei ihren Vorgängern. Zwar gibt es kleine Signale der Verständigung - allerdings kommen sie nicht von Netanjahu, sondern von seinem Rivalen in der Regierung, Ehud Barak. Im Rahmen eines Friedensvertrages sei Israel zur Abtretung von Teilen Jerusalems an die Palästinenser bereit, sagte der Verteidigungsminister jetzt in einem Interview der Tageszeitung "Haaretz". Netanjahu hatte eine Teilung der Stadt bisher kategorisch abgelehnt.

Klar ist: Keins der großen Probleme wird in dieser Woche in Washington thematisiert. Das bilaterale Treffen, das Abendessen mit Obama und Hillary Clintons feierliche Eröffnung des Friedensprozesses sind nur diplomatischer Trommelwirbel. Je größer die internationale Aufmerksamkeit, desto höher der Druck auf Netanjahu und Abbas. Das konkreteste Ergebnis des großen Nahost-Gipfels dürfte ein Zeitplan für die Verhandlungen sein, der am Donnerstag in den Arbeitsgruppen erarbeitet werden soll.

Am Ende werden die Amerikaner ausschlaggebend sein: Sind Barack Obama und Hillary Clinton engagiert genug, um ein Jahr lang beide Seiten zu drängen, zu motivieren, unter Druck zu setzen, zu drohen und im Zweifelsfall auch Ernst zu machen? Daran entscheidet sich, ob die Gespräche gelingen - oder scheitern.

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insgesamt 45 Beiträge
spieglfechter 01.09.2010
Eine gewagte These ... Die "Jerusalem Post" beschrieb vor zwei Monaten (leider völlig zutreffend) was die Israelis mehrheitlich nicht wollen: "Israelis don’t want peace - No, Israelis are not ready to [...]
Zitat von sysopIn Washington beginnen neue Nahost-Friedensgespräche - noch nie waren die Erwartungen so gering, die Protagonisten so unterschiedlich. Gerade das ist eine Chance für die Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern.
Eine gewagte These ... Die "Jerusalem Post" beschrieb vor zwei Monaten (leider völlig zutreffend) was die Israelis mehrheitlich nicht wollen: "Israelis don’t want peace - No, Israelis are not ready to change, they’re not ready to free the Palestinians, they’re not ready for peace" (http://www.jpost.com/opinion/Columnists/article.aspx?id=180071)
tripler 01.09.2010
aber dafür müssen alle Parteien unter Druck gesetzt werden, auch die Israelis. Die Palästinenser stehen unter Druck weil ihnen immer weniger land bleibt je mehr Zeit vergeht und weiter Siedlungen gebaut werden (Tatsachen [...]
aber dafür müssen alle Parteien unter Druck gesetzt werden, auch die Israelis. Die Palästinenser stehen unter Druck weil ihnen immer weniger land bleibt je mehr Zeit vergeht und weiter Siedlungen gebaut werden (Tatsachen geschaffen werden) Die Zeit spielt für die Israelis, sie sind am längeren Hebel und habe nicht wirklich Angst vor militanten Palästinensern. Ausserdem hat Israel unendlichen Bonus, UN Beschlüsse scheitern an US Vetos, Sanktionen werden gegen Israel nicht durchgesetzt, Morde mit falschen Pässen oder "Zwischenfälle" im Internationalen Gewässer werden Israel schnell verziehen - keine Konsequenzen. Dazu kommt dass Israel egal wie es sich verhält jährlich ein 4 Mrd US$ Geschenk aus den USA bekommt, obwohl Israel ja nun wirklich kein Entwicklungsland ist. Was könnte man nun machen, was allen Parteien zu Gute kommt? Naja Druck auf Israel muss irgendwie aufgebaut werden. Wie wäre es wenn die USA ein Jahr auf ihr 4 Mrd US$ Geschenk verzichten? Als disziplinar Massnahme, und um mit diesen Mitteln was sinnvolleres machen dass auch den Israelis am Ende zu Gute kommt. Mein Vorschlag: Die USA benutzen dieses Geld oder zumindest ein Teil davon und sorgen dafür dass die Palästinenser die in Flüchtlingscamps in Jordanien und Co leben einen Dach über dem Kopf und etwas Perspektive bekommen. Bessere Lebensverhältnisse würden dazu führen dass diese Palästinenser weniger den Drang verspüren zurück zu gehen und anfangen sich mit einem Leben ausserhalb Palästinas abzufinden. -> 1) WIN für die palästinensischen Flüchtlinge 2) WIN für Israel: Flüchtlinge(viele) wollen nicht mehr zurück -> Thema vom Tisch 3) WIN für die USA: Ansehen der USA steigt in der arabischen Welt: -weniger Terrorismus -besserer Export von US Produkten (Coca Cola, McDonalds, ...) -USA beweisen dass sie wirklich was gutes bewirken können und nicht einseitig sind 4) WIN für alle parteien: endlich passiert was positives im Nahostkonflikt -> Hoffnung Ok damit ist nicht alles gelöst, das ist aber ein wichtiger Punkt bei dem die israelis aber nicht mit sich reden lassen (rückkehr der flüchtlinge) und eine Lösung /Linderung dieses Problems würde ein positiver Startschuss für alle sein. Das ist ein sehr simpler Vorschlag (sofern überhaupt ein interesse für frieden bei den USA besteht), aber manchmal sind die einfachsten lösungen die besten (elegant und machbar)
nahal 01.09.2010
Eine sehr gute Idee, die ich auch unterstütze. Leider gibt es Einiges zu bedenken: 1) Das "4 Mrd US$ Geschenk" ist ein 2,4 Mrd$ Geschenk, was etwas mehr als 1% des israelischen GDPs ist. 2) ca 75% dieses Geschenkes [...]
Zitat von triplerWie wäre es wenn die USA ein Jahr auf ihr 4 Mrd US$ Geschenk verzichten?
Eine sehr gute Idee, die ich auch unterstütze. Leider gibt es Einiges zu bedenken: 1) Das "4 Mrd US$ Geschenk" ist ein 2,4 Mrd$ Geschenk, was etwas mehr als 1% des israelischen GDPs ist. 2) ca 75% dieses Geschenkes müssen in den USA ausgegeben werden. Es ist eigentlich ein Geschenk an Boeing, Rayethon, Martin Marietta, Lockheed ua. Als "disziplinar Massnahme" scheint mir das etwas dünn zu sein.
mbockstette 01.09.2010
Zitat von mbockstette "Ein blutiger Zwischenfall überschattet die Friedensbemühungen in Nahost. Im Westjordanland kamen vier Israelis bei einem Anschlag ums Leben. Nach Angaben der Armee.....[/QUOTE] Es handelt sich nicht [...]
Zitat von mbockstette "Ein blutiger Zwischenfall überschattet die Friedensbemühungen in Nahost. Im Westjordanland kamen vier Israelis bei einem Anschlag ums Leben. Nach Angaben der Armee.....[/QUOTE] Es handelt sich nicht um getötete Kombattanten, sondern: "Zwei Tage vor Beginn direkter Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern sind bei einem Anschlag auf ihr Auto im Westjordanland vier israelische Staatsbürger, zwei Männer und zwei Frauen, getötet worden". Der palästinensische Ministerpräsident Salam Fajad verurteilte den Anschlag auf das Schärfste. Diese Aktion stehe im Widerspruch zu den Interessen der Palästinenser und unterminiere alle Bemühungen der Palästinenser um internationale Unterstützung, sagte er am Abend in Ramallah. Seine Regierung werde versuchen, weitere Zwischenfälle zu verhindern.
dass der Wunsch nach Frieden auf beiden Seiten groß genug ist, um auch bittere Kröten zu schlucken. Auf Seiten der Palästinenser - dass es eine Rückkehr auf israelisches Terretorium vor 1967 nicht geben wird Auf Seiten der [...]
Zitat von sysopIn Washington beginnen neue Nahost-Friedensgespräche - noch nie waren die Erwartungen so gering, die Protagonisten so unterschiedlich. Gerade das ist eine Chance für die Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern. Wer will was beim Gipfeltreffen? SPIEGEL ONLINE beantwortet die wichtigsten Fragen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,715032,00.html
dass der Wunsch nach Frieden auf beiden Seiten groß genug ist, um auch bittere Kröten zu schlucken. Auf Seiten der Palästinenser - dass es eine Rückkehr auf israelisches Terretorium vor 1967 nicht geben wird Auf Seiten der Israelis - dass alles, was nach 1967 annektiert wurde an die Palstinenser geht. Ich gehe dabei soweit, dass eigentlich nur eine Regierung, wie die Jetzige, so etwas in Israel durchsetzen kann und sich dabei gegen die Siedlerbewegungen durchsetzt. Wenn Abbas dazu noch Zugeständnisse macht, wird dies deutlich leichter werden. Für beide Seiten steht viel auf dem Spiel, am meistens jedoch für die Israelis, die letzlich eine jahrelang verfolgte Politik ändern müssen. Und es bleibt zu hoffen, dass sie Abbas nicht düpieren. Das Beispiel Gaza hat gezeigt, wer dort in die Lücke springt - und das kann niemand wollen. Hoffen wir, dass sich die Erkenntnis durchsetzt, dass man nur mit Kompromissen einen dauerhaften Frieden erreicht - die Entwicklung der Westbank läßt darauf hoffen, dass auch die Palästnenser begriffen haben, dass es mit friedlichen Mitteln besser geht.
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Knackpunkte der Nahost-Gespräche
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Israel betont, es werde keinen Palästinenserstaat geben, solange die Sicherheit des jüdischen Staates nicht garantiert sei. Obwohl es in den vergangenen Jahren kaum noch Selbstmordanschläge palästinensischer Terroristen gibt, fühlen sich die Israelis bedroht.

Die israelischen Grenzstädte werden immer wieder von Raketen der radikalislamischen Hamas beschossen. Schlagen diese Geschosse auf israelischer Seite ein, kommt es regelmäßig zu Vergeltungsschlägen auf palästinensischem Gebiet. Die Palästinenser machen ihrerseits Angriffe durch das israelische Militär geltend.

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