Nahost Hamas kündigt Waffenruhe auf

Die radikal-islamistische Hamas-Organisation hat die seit Monaten geltende Waffenruhe mit Israel für beendet erklärt. Die Regierung in Jerusalem sei dafür verantwortlich, dass der Waffenstillstand "seit langer Zeit vorbei ist".


Gaza - Die im November ausgehandelte Waffenruhe "besteht nicht mehr", erklärte ein Sprecher der Essedin-el-Kassam-Brigaden, dem bewaffneten Arm der Hamas. Israel habe sich nicht an die Abmachung gehalten, "und jetzt sind die palästinensischen Gruppen dran".

Die Brigaden schossen nach eigenen Angaben fast dreißig Raketen und Dutzende Mörsergeschosse auf israelisches Gebiet ab. Dies sei als Antwort auf die jüngsten israelischen Militäreinsätze zu verstehen, sagte der Sprecher. Verletzte gab es durch den Beschuss nicht.

Die Raketen seien abgefeuert worden, "um die Morde zu rächen, die der Feind begangen hat", erklärten die Brigaden. Die Angriffe würden fortgesetzt, und die Hamas werde weiter israelische Soldaten entführen und töten, sagte Hamas-Sprecher Abu Obeida mit Blick auf den im Juni vergangenen Jahres verschleppten Soldaten Gilad Schalit. Seine Entführer fordern die Freilassung Hunderter palästinensischer Häftlinge. Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert stellte gestern klar, die Regierung werde jedoch nicht "Fehler aus der Vergangenheit" wiederholen und militante Gefangene freilassen, die dann erneut Anschläge gegen Israel verüben.

Die radikale palästinensische Gruppierung hatte sich seit der Waffenruhe zu keinem Raketenangriff mehr bekannt. Vor allem der Islamische Dschihad - der sich der Waffenruhe nicht angeschlossen hatte - feuerte dagegen weiterhin Geschosse auf Südisrael ab.

Seit Anfang des Monats fliegt die israelische Armee auch wieder Luftangriffe im Gaza-Streifen. Allein seit vergangenem Samstag kamen dabei neun Palästinenser in Gaza und dem Westjordanland ums Leben. Am Montag drohte Israel mit einem Einmarsch im Gaza-Streifen, wenn der Raketenbeschuss nicht aufhöre.

als/AFP/AP



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