Nahost Israel bombardiert wichtigste Straßen im Gaza-Streifen

Eine Woche nach der Entführung eines israelischen Soldaten durch palästinensische Fundamentalisten hat Israel erneut Luftangriffe auf Ziele im Gaza-Streifen geflogen. Sieben wichtige Straßen wurden zerstört.


Jerusalem - Ein Militärsprecher sagte, Kampfflugzeuge hätten vergangene Nacht die sieben wichtigsten Verbindungsrouten im Norden und Zentrum des Palästinensergebiets bombardiert. Damit wolle man verhindern, dass radikale Palästinenser den Verschleppten immer wieder in andere Verstecke bringen. Die israelische Artillerie feuerte zudem mehr als 350 Granaten auf Ziele im Gazastreifen.

Radikale Palästinenser hatten vergangenen Sonntag den 19-jährigen Soldaten Gilad Schalit nach einem Angriff auf einen israelischen Grenzposten im Süden des Gaza-Streifens verschleppt. Zu der Tat bekannten sich drei militante Gruppen, darunter auch der bewaffnete Flügel der regierenden Hamas-Bewegung, die Yssedin-al-Kassam-Brigaden. Nach jüngsten Angaben fordern sie von Israel die Freilassung aller weiblichen und minderjährigen palästinensischen Gefangenen, der inhaftierten Anführer palästinensischer Gruppierungen sowie aller "älteren und kranken" arabischen Gefangenen.

Der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Mark Regev, wies heute erneut alle Forderungen zurück. Sollten die Entführer Schalit nicht sofort freilassen, werde Israel dafür sorgen, dass er freikommt, sagte Regev in Jerusalem. Bereits am Mittwoch waren israelische Bodentruppen auf der Suche nach dem Soldaten in den Süden des Gaza-Streifens einmarschiert. Gleichzeitig geht Israel mehr und mehr gegen die radikale Hamas-Regierung vor, die sie für die Entführung mitverantwortlich macht. Am Donnerstag inhaftierten israelische Soldaten mehr als 60 führende Hamas-Politiker, in der Nacht zum Freitag bombardierte die Luftwaffe vorwiegend Hamas-Stellungen und -Büros.

Medienberichten zufolge will sich der ägyptische Geheimdienstchef Omar Suleiman in Gesprächen mit dem in Syrien lebenden Politbürochef der Hamas, Chaled Maschaal, bemühen, eine Lösung zu finden.

asc/AFP/dpa

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