Nahost Israel dementiert angebliches Friedensangebot

Kommt Bewegung in die Nahost-Verhandlungen? Die arabische Zeitung "Al-Hayat" berichtet von einem Friedensangebot Israels. Demnach ist Ministerpräsident Netanjahu bereit, den Palästinensern 90 Prozent des Westjordanlandes zu überlassen, nicht aber Ost-Jerusalem. Doch Israel dementiert.


Brüssel - Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ist nach Darstellung der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton "kurz davor", direkten Gesprächen mit Israel zuzustimmen. Er habe sich aber noch einige Tage Bedenkzeit ausgebeten, um letzte Beratungen mit seinen arabischen Partnern sowie führenden Vertretern der Fatah-Partei und der PLO zu führen, erklärte Ashton in einem Schreiben an die EU-Außenminister, das der Nachrichtenagentur AFP in Kopie vorlag. Sie gehe davon aus, dass Abbas am Sonntag "oder Anfang der Woche" eine "endgültige" Antwort geben werde, führte Ashton fort. Die direkten Gespräche könnten vermutlich noch Ende August beginnen.

Abbas verlangte bislang als Voraussetzung für die Aufnahme direkter Gespräche einen Stopp des israelischen Siedlungsbaus in den besetzten Gebieten und einen konkreten Zeitplan. Die Israelis hatten ihr Siedlungsbauprogramm nur teilweise eingefroren.

Die arabische Zeitung "Al-Hayat" wiederum berichtet von einem Friedensangebot Israels. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sei bereit, den Palästinensern 90 Prozent des von Israel besetzten Westjordanlandes zu überlassen, nicht aber das gleichfalls besetzte Ost-Jerusalem. Wichtig an dem Vorschlag sei dessen provisorischer Charakter. Dieser würde es den Palästinensern ermöglichen, ihre Ansprüche auf das gesamte Westjordanland und Ost-Jerusalem aufrechtzuerhalten. Das Demneti kam umgehend: Das Büro Netanjahus bezeichnete den Bericht nach Angaben des israelischen Internetportals Walla als "absolute Lüge".

Die Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern liegen seit dem israelischen Militäreinsatz im Gaza-Streifen im Dezember 2008 auf Eis. Seitdem liefen Gespräche nur noch über Vermittler.

als/dpa/AFP

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