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Beginn der Nahost-Verhandlungen: Heftiger Streit über israelischen Siedlungsbau

Israelischer Siedlungsbau in Ostjerusalem: Konfliktpunkt zum Auftakt der Friedensgespräche Zur Großansicht
DPA

Israelischer Siedlungsbau in Ostjerusalem: Konfliktpunkt zum Auftakt der Friedensgespräche

Der Auftakt der Nahost-Gespräche zwischen Palästina und Israel am Dienstag war konfliktgeladen. Man stritt erbittert über den Bau jüdischer Siedlungen auf der Westbank und in Ostjerusalem. Laut Nachrichtenagentur AFP drohen die Palästinenser sogar, die Gespräche platzen zu lassen.

Jerusalem - Das Treffen zwischen den Konfliktparteien dauerte dreieinhalb Stunden. Dann brachen beide Seiten die Auftaktrunde der Gespräche vorerst ab. Gründe dafür waren laut der israelischen Zeitung "Haaretz" der israelische Ärger darüber, dass bereits Informationen aus dem Verhandlungsraum an die Öffentlichkeit gedrungen sind, und die palästinensische Kritik am jüdischen Siedlungsbau. Laut Nachrichtenagentur AFP sollen die Palästinenser sogar damit gedroht haben, die Gespräche mit Israel aus diesem Grund ganz abzubrechen.

"Die israelische Seite ist entschlossen, die Besiedlung fortzusetzen, und wir können die Verhandlungen angesichts dieser beispiellosen Offensive nicht weiterführen", sagte nach AFP-Angaben ein Palästinenservertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte. "Laut "Haaretz" erklärte ein hochrangiger Vertreter der israelischen Seite hingegen, dass beide Konfliktparteien US-Außenminister John Kerry und dem US-Gesandten Martin Indyk zugesichert hätten, den Verhandlungstisch nicht zu verlassen. Das Auftakt-Treffen am Dienstag fand "Haaretz" zufolge wenige Stunden vor Kerrys Landung in Israel statt.

Kerry will am Mittwoch und Donnerstag seine Bemühungen um eine Friedensregelung im Nahost-Konflikt in Gesprächen in Jerusalem und Bethlehem fortsetzen. Der US-Außenminister soll nach den bisherigen Planungen am Mittwochmorgen den israelischen Präsidenten Schimon Peres und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu treffen. Mittags ist in Bethlehem ein Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas geplant. Der US-Außenminister hatte Ende Juli die blockierten Direktverhandlungen der Israelis und Palästinenser nach drei Jahren wieder in Gang gebracht.

Vor dem Besuch Kerrys hatten sich Berichte über einen Entwurf für ein Friedensabkommen gehäuft, den die USA im Januar auf den Tisch legen könnten, falls die direkten Verhandlungen bis dahin keine entscheidenden Fortschritte machen.

Wie weit die Standpunkte derzeit auseinander klaffen, wurde am Dienstag durch Indiskretionen der israelischen Seite deutlich. Übereinstimmend berichteten der staatliche Rundfunk sowie die Tageszeitungen "Maariv" und "Jediot Acharonot", dass Israel vorgeschlagen habe, nicht die Grenzen von 1967, sondern den Verlauf der israelischen Sperranlagen zum Ausgangspunkt der Verhandlungen zu machen.

bos/AFP/AP

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