Reaktion auf Hamas-Raketen Israel greift erneut Gaza-Streifen an

Die israelische Armee schlägt zurück: Nach Meldungen über Raketenbeschuss durch die Hamas hat die Armee erneut den Gaza-Streifen angegriffen. Am Morgen war eine Waffenpause abgelaufen.

       Israelische Panzer nahe dem Gaza-Streifen:        Neue Angriffe
REUTERS

Israelische Panzer nahe dem Gaza-Streifen: Neue Angriffe


Berlin/Tel Aviv - Israel hat den Beschuss des Gaza-Streifens wieder aufgenommen. Zuvor hatte die Armee von abgeschossenen Raketen der Hamas auf israelisches Gebiet berichtet - obwohl zu diesem Zeitpunkt noch eine beidseitige Waffenruhe galt. Die radikale Palästinensergruppe bestritt zunächst den Raketenabschuss. Später bestätigte sie das Abfeuern von zehn Raketen.

Die israelische Armee attackierte nach eigenen Angaben am Freitagmorgen mehrere "Terrorziele" im Gaza-Streifen. Zuvor hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine "kraftvolle Reaktion" auf den erneuten Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen angeordnet. Die Streitkräfte seien angewiesen worden, hart auf den Bruch der Waffenruhe durch die Hamas zu reagieren, erklärte ein Regierungsvertreter am Freitag.

Die vorhergegangene Waffenpause war für 72 Stunden vereinbart worden. Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand blieben ohne Ergebnis, eine Verlängerung schlossen Hamas-Vertreter am Freitagmorgen aus.

Ringen um dauerhafte Lösung

Ägyptische Unterhändler ringen mit Israelis und Palästinensern in Kairo um eine Beruhigung des Konflikts. Diese Verhandlungen gehen weiter. Die Palästinenser fordern eine Aufhebung der jahrelangen Blockade des Gaza-Streifens. Dabei nennen sie den Bau eines See- und Flughafens in Gaza, eine Aufhebung von Einschränkungen bei der Geldüberweisung und eine Ausweitung der Fangzone für Fischer. Sie verlangen auch die Freilassung von Häftlingen.

Israel fordert als Bedingung für einen Wiederaufbau des zerstörten Gaza-Streifens eine Entmilitarisierung des schmalen Küstengebiets und eine Entwaffnung der militanten Organisationen. Dies lehnt die Hamas bislang kategorisch ab.

Israels Ministerpräsident Netanjahu beklagte eine verzerrte Wahrnehmung des Gaza-Konflikts in Deutschland und anderen europäischen Ländern. "Ich weiß, was viele Menschen in Deutschland sagen. Da gibt es viele Tote in Gaza, aber sie sehen nicht die 3500 Raketen, die auf israelisches Gebiet gefeuert werden und Zivilisten töten", sagte Netanjahu in einem am Donnerstagabend im ZDF-"heute journal" ausgestrahlten Interview.

In einem Gespräch mit dem US-Sender Fox News betonte der Regierungschef, die Angriffe Israels richteten sich nicht gegen die Bevölkerung im Gaza-Streifen. "Wir wollen den Leuten im Gaza-Streifen helfen, die unter der Tyrannei (der Hamas) leiden."

Seit dem Beginn einer israelischen Offensive vor etwa einem Monat sind im Gaza-Streifen nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums 1886 Menschen getötet und mehr als 9800 verletzt worden. Auf der israelischen Seite kamen bei Kämpfen und Raketenbeschuss 64 Soldaten und drei Zivilisten ums Leben, mehr als 500 Menschen wurden verletzt.

flo/AP/dpa/AFP

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