Nahost-Konflikt: Israelischer Soldat von Palästinenser getötet

Der Vorfall könnte die schwierigen Friedensverhandlungen in der Region gefährden: Im Westjordanland ist ein israelischer Soldat getötet worden. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen, meldet die israelische Armee.

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Israelischer Siedlungsbau: Die Verhandlungen bleiben schwierig

Jerusalem - Der Soldat sei im Westjordanland zunächst entführt und anschließend hingerichtet worden, sagte ein Militärsprecher am Samstag. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen.

Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge in der Nähe der Stadt Kalkilija im Norden des Westjordanlands. Der israelische Soldat sei am Freitag entführt und getötet worden. Seine Leiche wurde dem Armeesprecher zufolge am Samstag gefunden.

Der Vorfall dürfte die ohnehin schwierigen Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern zusätzlich belasten. Die zuvor jahrelang ausgesetzten direkten Gespräche zwischen beiden Seiten waren unter Vermittlung der USA erst Ende Juli wieder aufgenommen worden.

Seitdem haben sich Unterhändler beider Seiten mehrmals in der Region getroffen, um binnen neun Monaten ein Friedensabkommen auszuarbeiten. In der Zwischenzeit hat es jedoch immer wieder Rückschläge für den Friedensprozess gegeben.

Als Haupthindernis für einen Erfolg gelten die jüdischen Siedlungen im Westjordanland, in denen mittlerweile 600.000 Menschen leben. Strittig ist außerdem der Status von Jerusalem: Israel beharrt auf dem ungeteilten Jerusalem als Hauptstadt. Die Palästinenser beanspruchen ihrerseits den Ostteil als Hauptstadt ihres künftigen Staates.

Die Palästinenser haben sich pessimistisch über die Erfolgschancen der Gespräche geäußert. Der Sprecher für den Verhandlungsprozess, Jassir Abed Rabbo, nannte die Gespräche sinnlos. Auch auf israelischer Seite werden dem Friedensprozess nur geringe Chancen eingeräumt: Laut einer kürzlich durchgeführten Umfrage glauben rund 80 Prozent der Israelis, dass der jetzt angestoßene Friedensplan scheitern wird.

cpa/afp

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Geschichte Israels

Knackpunkte der Nahost-Gespräche
Sicherheit
DPA
Israel betont, es werde keinen Palästinenserstaat geben, solange die Sicherheit des jüdischen Staates nicht garantiert sei. Obwohl es in den vergangenen Jahren kaum noch Selbstmordanschläge palästinensischer Terroristen gibt, fühlen sich die Israelis bedroht.

Die israelischen Grenzstädte werden immer wieder von Raketen der radikalislamischen Hamas beschossen. Schlagen diese Geschosse auf israelischer Seite ein, kommt es regelmäßig zu Vergeltungsschlägen auf palästinensischem Gebiet. Die Palästinenser machen ihrerseits Angriffe durch das israelische Militär geltend.

Flüchtlinge
DPA
Als Folge der Kriege 1948/49 und 1967 gibt es in den palästinensischen Gebieten und Israels Nachbarländern 4,8 Millionen registrierte palästinensische Flüchtlinge und ihre Nachkommen.

Die Flüchtlinge beharren auf das Recht, in ihre Heimat im heutigen Israel zurückkehren zu dürfen, Israel verneint dieses Recht und will den Verzicht auf eine Rückkehr in einem Friedensvertrag festschreiben.

Grenzen
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Nach dem Willen der Palästinenser soll ihr Staat die 1967 von Israel besetzten Gebiete Westjordanland, Gaza und Ost-Jerusalem umfassen. Israel beansprucht jedoch Teile dieses Territoriums – entgegen internationalem Recht – für sich. Israel hatte den Gaza-Streifen 2005 zwar geräumt, sein Embargo seit der Machtübernahme der Hamas 2007 aber verschärft.

Israel will zudem an Teilen des Westjordanlands festhalten. Dort gibt es rund 120 jüdische Siedlungen mit etwa 300.000 Israelis. In Ost-Jerusalem leben nach Angaben israelischer Menschenrechtler weitere 200.000. Nach internationalem Recht sind diese Siedlungen auf besetztem palästinensischen Gebiet illegal und müssen geräumt werden.

Jerusalem
AP
Der künftige Status der Stadt mit heiligen Stätten von Juden, Muslimen und Christen ist besonders umstritten. Israel beharrt auf dem ungeteilten Jerusalem als Hauptstadt. Die Palästinenser beanspruchen den Ostteil als Hauptstadt ihres künftigen Staates. Im Jahr 2000 scheiterte der Nahost-Gipfel an der Jerusalemfrage.
Golan
AP
Syrien dringt darauf, dass die 1967 besetzten Golanhöhen im Rahmen einer Friedenslösung zurückgegeben werden. Von der 1150 Quadratkilometer großen Hochebene hat Israels Armee einen guten Blick nach Syrien und in den Libanon. Umgekehrt könnten die Syrer vom Golan aus große Teile Israels überwachen. Heute leben in dem Gebiet neben rund 20.000 Syrern auch etwa 20.000 jüdische Einwohner.
Scheba-Farmen
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Das 30 Quadratkilometer kleine Gebiet an der Grenze von Syrien, Libanon und Israel ist seit langem umstritten. Die Vereinten Nationen und die USA sind der Ansicht, dass das Territorium als Teil der Golanhöhen zu Syrien gehört. Der Libanon und Syrien haben ihre Ansprüche bislang nicht eindeutig formuliert und wollen den Grenzdisput nach einem israelischen Rückzug klären.
Wasser
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Schon vor 20 Jahren wurde vor einem drohenden Nahost-Krieg um Wasserquellen gewarnt. Wegen des Bevölkerungswachstums und der oft rücksichtslosen Ausbeutung der Ressourcen werden die Süßwasservorräte immer knapper. Amnesty International wirft Israel vor, Palästinenser bei der Nutzung der gemeinsamen Ressourcen zu benachteiligen, was die Regierung zurückweist. Die Kontrolle des von Israel genutzten Wassers ist auch ein Streitpunkt im Ringen um die künftige israelisch-syrische Grenze auf den Golanhöhen.

Fotostrecke
Israels Regierungschefs: Wechselspiel der Macht