Nahost-Konflikt Kerry kündigt neue Friedensgespräche an

Monatelang hatte sich US-Außenminister Kerry bemüht - nun konnte er einen ersten Erfolg verkünden: Palästinenser und Israel sind nach drei Jahren zur Wiederaufnahme direkter Friedensgespräche bereit. Schon nächste Woche sollen sie beginnen.

John Kerry in Amman: Hartnäckige Verhandlungen
Getty Images

John Kerry in Amman: Hartnäckige Verhandlungen


Amman - US-Außenminister John Kerry hat eine neue Runde direkter Nahost-Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern angekündigt. Drei Jahre nach dem Zusammenbruch der letzten Verhandlungen wollen sich beide Parteien wieder an einen Tisch setzen. Unterhändler beider Seiten hätten eine Basis gefunden, um schon kommende Woche in Washington zusammenzukommen, sagte Kerry am Freitagabend in der jordanischen Hauptstadt Amman.

Zuvor hatte er im Westjordanland mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gesprochen und nach Angaben aus US-Delegationskreisen von Amman aus vier Stunden lang mit israelischen und palästinensischen Vertretern telefoniert.

Sechs Reisen seit Februar

Kerry zeigte in den vergangenen Monaten eine überraschende Hartnäckigkeit und reiste nun bereits zum sechsten Mal seit seinem Amtsantritt im Februar in den Nahen Osten. Auch dieses Mal gestaltete sich seine Mission äußerst schwierig. Kaum jemand hätte damit gerechnet, dass so ein Durchbruch möglich sein könnte. So zeigte sich die palästinensische Fatah-Bewegung von Abbas noch am Donnerstagabend unzufrieden mit dem Entwurf des Rahmenplans, den Kerry und Abbas in Amman verhandelt hatten.

Nach Angaben aus palästinensischen Kreisen reiste Chefunterhändler Sajeb Erakat am Freitagvormittag extra nach Amman, um Kerry über die Vorbehalte zu informieren. Anschließend habe Kerry sich zu der Reise nach Ramallah im Westjordanland entschieden. Nach dem Gespräch mit Abbas reiste er wieder nach Amman, wo er den Durchbruch verkündete.

Die Palästinenser hatten im Vorfeld als Voraussetzung für Direktverhandlungen einen vollkommenen Stopp des israelischen Siedlungsbaus verlangt. Israel hingegen lehnte Bedingungen für eine Fortsetzung der Verhandlungen ab. Die Gespräche sollen die Zwei-Staaten-Lösung zum Ziel haben.

ler/AFP/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
RudiLeuchtenbrink 19.07.2013
1. Guter Mann
Nahost-Konflikt: Kerry kündigt neue Friedensgespräche an - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/nahost-konflikt-kerry-kuendigt-neue-friedensgespraeche-an-a-912154.html)[/QUOTE] es ist den Palestinensern zu wünschen das John Kerry erfolgreich verhandelt. Sie hätten es verdient, allerdings traue ich einem Netanjahu und dem Siedlervolk keine ehrlichen Absichten zu. Das geht aus wie vor 1000 Jahren mit den Kreuzritterreichen in der gleichen Gegend. Sie wurden immer frecher und dann von einem geeinten Herr der Araber vernichtet.
Percy P.Percival 19.07.2013
2. Der Mann hat Sorgen
Libyen fällt auseinander, in Ägypten könnte es zu einem zweiten Syrien kommen - wo zig Zehntausende getötet wurden und ca. 300.000 Palästinenser vertrieben wurden -, Iran bastelt munter an der Bombe und der verschwendet seine Zeit und Energienauf den einzigen Teil des Nahen Ostens, der stabil und halbwegs friedlich ist. Wie irre ist denn das?
alfredoneuman 19.07.2013
3.
Zitat von sysopGetty ImagesMonatelang hatte sich US-Außenminister Kerry bemüht - nun konnte er einen ersten Erfolg verkünden: Palästinenser und Israel sind nach drei Jahren zur Wiederaufnahme direkter Friedensgespräche bereit. Schon nächste Woche sollen sie beginnen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/nahost-konflikt-kerry-kuendigt-neue-friedensgespraeche-an-a-912154.html
Man kann sicher nicht von der Bereitschaft "der Palästinenser" sprechen, wenn deren Präsident Abbas, dessen Mandat vor 3 Jahren abgelaufen ist, und der bestenfalls für etwas mehr als die Hälfte der palästinensischen Araber spricht, wenn überhaupt, bei den Verhandlungen antritt, während in Gaza, die Hamas über den restlichen Bevölkerungsteil regiert, und schlicht die Existenz des Verhandlungspartners Israel ablehnt. Jeder der von solchen erzwungenen Verhandlungen, auch noch in dieser Konstellation, irgendetwas erwartet, jagt Illusionen hinterher.
eonyx81 19.07.2013
4. Friedensgespräche?
Ich kann die Heuchelei nicht mehr sehen und hören. JEDES mal wenn von "Friedensgesprächen" die Rede ist, jedes mal wenn jemand von "Durchbruch" faselt oder von irgendwelchen Abkommen, jedes mal... wirklich jeeedes mal torpediert Israel das Abkommen. Entweder durch Siedlungsbau, irgendwelche Schusswechsel, oder sonstigen Abscheulichkeiten. Weder die USA noch Israel haben auch nur im geringsten ein Interesse an einem "Frieden" in Nah-Ost. Am allerwenigsten die Israelis. Heuchler. Allesamt.
kannmanauchsosehen 19.07.2013
5. Nicht Irre - Reine Berechnung
Zitat von Percy P.PercivalLibyen fällt auseinander, in Ägypten könnte es zu einem zweiten Syrien kommen - wo zig Zehntausende getötet wurden und ca. 300.000 Palästinenser vertrieben wurden -, Iran bastelt munter an der Bombe und der verschwendet seine Zeit und Energienauf den einzigen Teil des Nahen Ostens, der stabil und halbwegs friedlich ist. Wie irre ist denn das?
Wie irre das ist? ... fragen Sie mal ein paar Palästinenser oder Mitglieder der israelischen Friedensbewegung. Und der Iran bastelt wirklich an der Bombe? Da haben Sie bessere Informationen, als der CIA (http://www.focus.de/politik/ausland/iran/atomwaffen-im-iran-cia-hat-keine-beweise-fuer-atombomben-bau_aid_717697.html), Chapeau!!! .... aber offensichtlich ist die Bombe die einzige Garantie, nicht von den Amis überfallen zu werden. Ich würde daran basteln, ... wenn ich Iran wäre. Nur mal zur Erinnerung, Iran, Libanon und Syrien sind die einzigen Länder in dieser Region ohne amerikanische Militärbasis, darum müssen Hisbollah, Mullahs und Assad verschwinden ... so einfach ist das, und die Palästinenser werden mit dieser neuen Obama-Kerry Show nur mal kurz ruhiggestellt, bevor der Showdown startet.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.