Nahost-Konflikt Syriens Nachbarn fürchten Assads Sturz

Mit großer Sorge verfolgen die Nahost-Staaten den Aufstand gegen Assad. Wenn das Regime in Damaskus fällt, gerät das gesamte regionale Machtgefüge durcheinander. Bei den Nachbarn Syriens herrscht deshalb Angst vor der Zukunft. Ein Überblick.

Von Ulrike Putz, Beirut

Prosyrische Demonstranten in Beirut: Dem Libanon droht eine neue Flüchtlingswelle
AP

Prosyrische Demonstranten in Beirut: Dem Libanon droht eine neue Flüchtlingswelle


Die Lage in Syrien ist ähnlich wie seinerzeit in Libyen - und doch reagiert das Ausland ganz anders. Während den libyschen Aufständischen im Kampf gegen Muammar al-Gaddafi bald Geldgeber und Militärjets zu Hilfe eilten, gibt es keinerlei Anzeichen, dass den syrischen Rebellen in naher Zukunft vergleichbare Unterstützung zuteil wird.

Im Fall Libyen war absehbar, dass sich Engagement für die Revolution in Petrodollars auszahlen würde. Es ist nicht nur die fehlende Aussicht auf lukrative postrevolutionäre Ölförderverträge, die die Weltgemeinschaft davon abhält, in Sachen Syrien mehr zu tun, als lahme Resolutionen vor den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu bringen. Die Zurückhaltung begründet sich mit Syriens zentraler Lage und Rolle im Nahen Osten.

"Ohne Syrien gibt es keinen Frieden in Nahost", heißt eine alte Maxime der orientalischen Politik. Das Staatsgebiet liegt im Herzen der Region, mit Israel, dem Libanon, Irak, der Türkei und Jordanien hat das Land Nachbarn, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Feinde und Freunde Syriens schauen nun mit gleichermaßen großer Sorge nach Damaskus. Denn wenn das dortige Regime stürzt, gerät das ganze nahöstliche Machtgefüge, an dessen Aufbau einst Hafis al-Assad und danach sein Sohn Baschar gehörigen Anteil haben, ins Rutschen. Die Ängste der Nachbarn Syriens sind höchst unterschiedlich:

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b.oreilly 10.02.2012
1.
Wenn man sich die Ergebnisse des arabischen Frühlings in Libyen und speziell in Ägypten anschaut, wo die Menschen sich nach Hosni Mubarak zurück sehnen, kann man wirklich nur hoffen, dass sich Baschar al Assad hält. Es macht doch nun wirklich keinen Sinn, wenn ein moslemisches Terrorregime gegen ein anderes auch für den Westen weit undurchschaubares Regime ersetzt wird. Tut mir leid, aber das wird nichts mit einer Demokratie, auch im Ansatz nicht. :-(
mr_supersonic 10.02.2012
2. ...
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEMit großer Sorge verfolgen die Nahost-Staaten den Aufstand gegen Assad. Wenn das Regime in Damaskus fällt, gerät das gesamte regionale Machtgefüge durcheinander. Bei den Nachbarn Syriens herrscht deshalb Angst vor der Zukunft. Ein Überblick. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,814257,00.html
Man stelle sich vor, Assad hätte zumindestens teilweise den Forderungen seines Volkes Gehör geschenkt.
adal_ 10.02.2012
3. Geschichte ist kein Wunschkonzert
Zitat von b.oreillyWenn man sich die Ergebnisse des arabischen Frühlings in Libyen und speziell in Ägypten anschaut, wo die Menschen sich nach Hosni Mubarak zurück sehnen, kann man wirklich nur hoffen, dass sich Baschar al Assad hält. Es macht doch nun wirklich keinen Sinn, wenn ein moslemisches Terrorregime gegen ein anderes auch für den Westen weit undurchschaubares Regime ersetzt wird. Tut mir leid, aber das wird nichts mit einer Demokratie, auch im Ansatz nicht. :-(
Mag ja sein. Nur ist Geschichte kein Wunschkonzert. Dieses Regime hat sich selbst dem Untergang geweiht.
kleinzack 10.02.2012
4. was heißt eigentlich Islam ?
Zitat von mr_supersonicMan stelle sich vor, Assad hätte zumindestens teilweise den Forderungen seines Volkes Gehör geschenkt.
Irgendwo hab ich mal gelsen, daß Islam Frieden bedeuten soll. Irgendwie scheint das nicht ganz zu stimmen. Und die große friedliebende Sowjetunion mixed auch noch kräftig mit, daß der Nichtfriede an der TAgesordnung bleibt. Drauf ein dreifaches "Salam" und noch ein "Shalom" hinterher.
lifeguard 10.02.2012
5.
Zitat von mr_supersonicMan stelle sich vor, Assad hätte zumindestens teilweise den Forderungen seines Volkes Gehör geschenkt.
das hätte er vor 11 jahren machen können, aber jetzt ist es zu spät. alles was er jetzt macht, ist ein durchsichtiges manöver und selbst das kann sein regime nicht mehr retten. er sollte mal lieber in teheran schon nach nem hotel für sich und seine sippe nachfragen.
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