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Nahost-Konflikt: Uno kritisiert israelische Angriffe auf Gaza-Streifen

Die Vereinten Nationen haben Israel davor gewarnt, die Menschen im Gaza-Streifen kollektiv für Raketenangriffe von Extremisten zu bestrafen. Bald sei in dem Gebiet beinahe die gesamte Bevölkerung auf Hilfslieferungen angewiesen. Nun schaltet sich der Uno-Menschenrechtsrat ein.

New York/Genf - Die Uno hat Israel aufgefordert, die Bevölkerung des Gaza-Streifens nicht kollektiv für die Raketenabschüsse aus dem Gebiet zu bestrafen. "Die israelische Reaktion ist nicht gerechtfertigt durch diese Raketenangriffe, auch wenn sie dadurch hervorgerufen wurde", sagte der Uno-Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten, John Holmes.

Zerstörtes Hamas-Innenministerium im Gaza-Streifen: Uno warnt vor kollektiver Bestrafung
Getty Images

Zerstörtes Hamas-Innenministerium im Gaza-Streifen: Uno warnt vor kollektiver Bestrafung

Er kritisierte weiter die vollständige Abriegelung des von der radikal-islamischen Hamas kontrollierten Gaza-Streifens. Israel lässt dort auch keine Hilfslieferungen mehr hinein. "In Gaza kommen wir nun in eine Lage, in der praktisch die gesamte Bevölkerung auf internationale Hilfstransporte angewiesen ist", sagte Holmes. Er appellierte an Israel, die Luftangriffe auf Gaza einzustellen, und forderte zugleich die Hamas auf, den Raketenbeschuss israelischer Städte zu unterbinden.

Die israelische Luftwaffe hatte am Freitag das leerestehende Innenministerium der Hamas bombardiert. Bis zu 50 Menschen, die sich in der Nähe des Gebäudes aufhielten, wurden laut Augenzeugenberichten verletzt, eine Frau starb demnach. Insgesamt kamen seit Montag bei israelischen Luftangriffen im Gaza-Streifen mehr als 30 Palästinenser ums Leben. Hamas-Kämpfer feuerten in den vergangenen drei Tagen mehr als 110 Raketen auf Israel, das daraufhin die Grenzübergänge zum Gaza-Streifen schloss.

Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen will nun kommende Woche bei einer Sondersitzung über die Lage in den Palästinensergebieten beraten. Die für Mittwoch geplante Sitzung werde auf Antrag der arabischen und muslimischen Staaten einberufen, teilte die Uno mit.

tno/Reuters/AP/AFP

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