Nahost-Konflikt: Uno kritisiert Israels Siedlungspläne

2600 neue Wohnungen in Ost-Jerusalem? Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hält Israels Baupläne für "inakzeptabel". Die Errichtung neuer Siedlungen könne von den Palästinensern nur als Provokation empfunden werden.

Ban Ki Moon: Der Uno-Generalsekretär bittet, auf weitere Provokationen zu verzichtenZur Großansicht
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Ban Ki Moon: Der Uno-Generalsekretär bittet, auf weitere Provokationen zu verzichten

Hamburg/New York - Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die israelischen Pläne zum Bau neuer Siedlungen in Ost-Jerusalem scharf kritisiert. 2600 Wohnungen sollen nach Plänen der israelischen Regierung in Ost-Jerusalem entstehen. "Der Generalsekretär ist sehr besorgt über die anhaltenden Bemühungen, die Planungen für neue israelische Siedlungen im besetzen Ost-Jerusalem voranzutreiben", teilte sein Büro am Freitag mit.

Die aktuellen Entwicklungen seien "inakzeptabel" - gerade in Hinblick auf die Bemühungen, Israel und Palästina zurück an den Verhandlungstisch zu bringen. Der Bau neuer Wohnungen widerspreche dem Aufruf des Nahost-Quartetts, sich mit Provokationen zurückzuhalten.

Für die Palästinenser ist der Verzicht auf neue israelische Siedlungen Voraussetzung für Gespräche mit Israel. Das aus den USA, Russland, der EU und den Vereinten Nationen bestehende Nahost-Quartett hat die Konfliktparteien vor etwa zwei Wochen aufgerufen, die Friedensgespräche wieder aufzunehmen und bis Ende kommenden Jahres eine Einigung zu erzielen.

Der Hintergrund der Konflikts: Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem zur Hauptstadt eines eigenen, noch zu gründenden Staats erklären. Israel beansprucht das Gebiet, das es 1967 erobert hatte, dagegen für sich und betrachtet ganz Jerusalem als seine Hauptstadt. International wird dieser Status nicht anerkannt.

cbu/Reuters

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insgesamt 23 Beiträge
andynm 15.10.2011
Rechte Regierungen handeln nunmal so. Ohne Rücksicht auf Verluste und das ist wortwörtlich zu verstehen. Schön dass Spon darauf hinweist, dass die Annektion Ost-Jerusalems durch Israel internationals abgelehnt wird. Von wegen [...]
Zitat von sysop2600 neue Wohnungen in Ost-Jerusalem? Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hält Israels Bau-Pläne für "inakzeptabel". Die Errichtung neuer Siedlungen könne von den Palästinensern nur als Provokation empfunden werden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,791962,00.html
Rechte Regierungen handeln nunmal so. Ohne Rücksicht auf Verluste und das ist wortwörtlich zu verstehen. Schön dass Spon darauf hinweist, dass die Annektion Ost-Jerusalems durch Israel internationals abgelehnt wird. Von wegen "unteilbarer Hauptstadt".
GeistderWelt 15.10.2011
Der Teilungsplan wurde jedoch nie umgesetzt: Die arabischen Staaten betrachteten ihn als unzumutbaren Verzicht auf einen Teil des „Dar al Islam“. Bis 1952 versuchten die Vereinten Nationen mehrmals ergebnislos, den Status [...]
Der Teilungsplan wurde jedoch nie umgesetzt: Die arabischen Staaten betrachteten ihn als unzumutbaren Verzicht auf einen Teil des „Dar al Islam“. Bis 1952 versuchten die Vereinten Nationen mehrmals ergebnislos, den Status Jerusalems zu klären. Wohlgemerkt zu dem Zeitpunkt, war die INTERNATIONALE Stadt im Ostteil durch Jordanien BESETZT. Und wo waren die Aufschreie der Uno als unter Jordanischer Besatzung, Menschen nur aufgrund ihres Glaubens vertrieben wurden bzw deren Wohnungen zerstört wurden? Wohnungen sind Infrastruktur, bei einem Frieden kann man sie räumen und den neuen Bewohnern zur Verfügung stellen, dies kritisiert die Uno. Wenn sich wieder mal ein irrer in die Luft jagd, und mehrere Menschen tötet....tja welch Wunder, diese werden bei einem Frieden nicht wiederbelebt....aber kritisieren tut es die Uno kaum.
atherom 15.10.2011
Dass Deutschland offensichtlich keine größere Probleme zu haben scheint, als Israel (-kritik) und die Befriedung des Nahen Ostens als Schlüssel zum Weltfrieden, quasi zum Paradies auf Erden ansieht, könnte man fast verstehen - [...]
Zitat von sysop2600 neue Wohnungen in Ost-Jerusalem? Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hält Israels Bau-Pläne für "inakzeptabel". Die Errichtung neuer Siedlungen könne von den Palästinensern nur als Provokation empfunden werden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,791962,00.html
Dass Deutschland offensichtlich keine größere Probleme zu haben scheint, als Israel (-kritik) und die Befriedung des Nahen Ostens als Schlüssel zum Weltfrieden, quasi zum Paradies auf Erden ansieht, könnte man fast verstehen - oder man hat sich zumindest daran gewöhnt. Die meisten Konflikte dieser Welt sind blutreicher und gefährlicher. Da aber die UNO trotzdem keine anderen Probleme zu haben scheint, vielleicht kurze Erklärung der Bautätigkeit in Jerusalem, der Hauptstadt des Staates Israel (es ist nämlich grundsätzlich immer besser, wenn man weiß wovon man spricht): Die jetzt beanstandeten Bauvorhaben betreffen keine Siedlungen in der Westbank. Der Baugrund des Stadtteils Gilo im Süden der Stadt wurde bereits vor dem 2. Weltkrieg von jüdischen Organisationen erworben (damals gab es noch keine Todesstrafe für Grundstücksverkäufe an Juden). Nach dem in dem Unabhängigkeitskrieg, nach der Staatsgründung Israels, die Arabische Legion dieses Gebiet besetzte, viel es unter jordanische Verwaltung. Es wurde dort nichts gebaut. Nach dem 6-Tage-Krieg, als das Gebiet unter israelische Verwaltung fiel, wurde dieses Gebiet ab 1971 bebaut. Dieses Gebiet wurde also weder „geraubt“, noch wurden die Einwohner „vertrieben“. Israel hat übrigens zu jedem Zeitpunkt unterstrichen, dass solche Viertel auch im Rahmen eines endgültigen Friedensvertrages zu Israel gehören werden.
RagnarLodbrok 15.10.2011
Der Status Israels ist keinesfalls geklärt und ausser Israel selbst bezeichnet niemand Jerusalem als Israels Hauptstadt. Bis dieser Status geklärt ist, gilt der UNO - Beschluss von 1947. Ansonsten besteht Ihr Beitrag aus [...]
Zitat von atheromDass Deutschland offensichtlich keine größere Probleme zu haben scheint, als Israel (-kritik) und die Befriedung des Nahen Ostens als Schlüssel zum Weltfrieden, quasi zum Paradies auf Erden ansieht, könnte man fast verstehen - oder man hat sich zumindest daran gewöhnt. Die meisten Konflikte dieser Welt sind blutreicher und gefährlicher. Da aber die UNO trotzdem keine anderen Probleme zu haben scheint, vielleicht kurze Erklärung der Bautätigkeit in Jerusalem, der Hauptstadt des Staates Israel (es ist nämlich grundsätzlich immer besser, wenn man weiß wovon man spricht): Die jetzt beanstandeten Bauvorhaben betreffen keine Siedlungen in der Westbank. Der Baugrund des Stadtteils Gilo im Süden der Stadt wurde bereits vor dem 2. Weltkrieg von jüdischen Organisationen erworben (damals gab es noch keine Todesstrafe für Grundstücksverkäufe an Juden). Nach dem in dem Unabhängigkeitskrieg, nach der Staatsgründung Israels, die Arabische Legion dieses Gebiet besetzte, viel es unter jordanische Verwaltung. Es wurde dort nichts gebaut. Nach dem 6-Tage-Krieg, als das Gebiet unter israelische Verwaltung fiel, wurde dieses Gebiet ab 1971 bebaut. Dieses Gebiet wurde also weder „geraubt“, noch wurden die Einwohner „vertrieben“. Israel hat übrigens zu jedem Zeitpunkt unterstrichen, dass solche Viertel auch im Rahmen eines endgültigen Friedensvertrages zu Israel gehören werden.
Der Status Israels ist keinesfalls geklärt und ausser Israel selbst bezeichnet niemand Jerusalem als Israels Hauptstadt. Bis dieser Status geklärt ist, gilt der UNO - Beschluss von 1947. Ansonsten besteht Ihr Beitrag aus dem Totschlagargument, dass es wohl keine schlimmere Probleme gibt, anwendbar auf nahezu jedes aussenpolitische Thema und natürlich darf die alt bekannte Argumentationskette " Aber, die Anderen sind schlimmer" auch nicht fehlen. Das gleiche "Blabla", dass die Verantwortlichen in Israel seit Jahrzenten erfolgreich einsetzen um eine Zweistaatenlösung zu verhindern.
alcaselzar 15.10.2011
In Anbetracht dessen, dass um Jerusalem schon viele Kriege geführt wurden, wäre es doch sinnvoll eine ganz neue Lösung zu denken.Jerusalem ist Mittelpunkt oder wichtiger Ort vonmindestens von vier bedeutenden Religionen. Der [...]
Zitat von RagnarLodbrokDer Status Israels ist keinesfalls geklärt und ausser Israel selbst bezeichnet niemand Jerusalem als Israels Hauptstadt. Bis dieser Status geklärt ist, gilt der UNO - Beschluss von 1947. Ansonsten besteht Ihr Beitrag aus dem Totschlagargument, dass es wohl keine schlimmere Probleme gibt, anwendbar auf nahezu jedes aussenpolitische Thema und natürlich darf die alt bekannte Argumentationskette " Aber, die Anderen sind schlimmer" auch nicht fehlen. Das gleiche "Blabla", dass die Verantwortlichen in Israel seit Jahrzenten erfolgreich einsetzen um eine Zweistaatenlösung zu verhindern.
In Anbetracht dessen, dass um Jerusalem schon viele Kriege geführt wurden, wäre es doch sinnvoll eine ganz neue Lösung zu denken.Jerusalem ist Mittelpunkt oder wichtiger Ort vonmindestens von vier bedeutenden Religionen. Der arabisch/muslimische Anspruch kann auch in Frage gestellt werden, weil das Gebiet von Arabern im siebten Jahrhundert erobert wurde und damit dem jüdisch bzw. christlich kulturellen Einflus geraubt. Wer hat denn die ältesten religiösen Rechte dort?Wäre es nicht im Rahmen von vielbeschworener religiöser Toleranz für alle Religionen zumutbar hier einen Ort unter neutraler Verwaltung zu schaffen. Welcher Gott kann wollen, dass aufgrund der religiös begründeten Gebietsansprüche seiner Anhänger Blut fließt.
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  • Samstag, 15.10.2011 – 13:05 Uhr
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Knackpunkte der Nahost-Gespräche
DPA
Israel betont, es werde keinen Palästinenserstaat geben, solange die Sicherheit des jüdischen Staates nicht garantiert sei. Obwohl es in den vergangenen Jahren kaum noch Selbstmordanschläge palästinensischer Terroristen gibt, fühlen sich die Israelis bedroht.

Die israelischen Grenzstädte werden immer wieder von Raketen der radikalislamischen Hamas beschossen. Schlagen diese Geschosse auf israelischer Seite ein, kommt es regelmäßig zu Vergeltungsschlägen auf palästinensischem Gebiet. Die Palästinenser machen ihrerseits Angriffe durch das israelische Militär geltend.





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