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Nahost: Rafah unter israelischer Kontrolle

Die Regierung in Jerusalem zeigt sich unbeeindruckt von der Verurteilung im Uno-Sicherheitsrat: Das palästinensische Flüchtlingslager ist zu weiten Teilen von israelischen Truppen besetzt. In dem Lager, in dem rund 90.000 Menschen leben, wurde die Strom- und Wasserversorgung unterbrochen.



Panzer in Rafah: Tödliche "Operation Regenbogen"
AP

Panzer in Rafah: Tödliche "Operation Regenbogen"

Rafah - Mindestens sieben Palästinenser wurden heute bei den Einsätzen getötet, teilte ein Krankenhaussprecher mit. Drei Palästinenser kamen bei Raketenbeschuss aus Kampfhubschraubern ums Leben. Vier weitere starben bei Angriffen der Armee mit Panzern und Scharfschützen. Damit stieg die Zahl der seit Beginn der "Operation Regenbogen" getöteten Palästinenser auf 41.

Die Truppen drangen in der Nacht in weitere Viertel von Rafah ein. Die Soldaten hätten im östlichen Teil der Stadt ein mehrstöckiges Wohnhaus zerstört, das einem Führer der Extremistengruppe Islamischer Dschihad gehört haben soll. Inzwischen haben die Soldaten vier Wohnviertel des Lagers besetzt, in denen nahezu 60.000 der insgesamt 90.000 Bewohner leben.

Opfer, Ärzte: Raketenbeschuss aus Kampfhubschraubern
AFP

Opfer, Ärzte: Raketenbeschuss aus Kampfhubschraubern

Israel werde den Einsatz so lange fortsetzen, bis alle Tunnelanlagen für den Waffenschmuggel über Ägypten zerstört seien, erklärte die Sprecherin der Streitkräfte, Brigadegeneralin Ruth Jaron. Die Streitkräfte setzten sich mit den neuen Aktionen über die internationale Empörung hinweg, die nach dem gestrigen Beschuss von Demonstranten in Rafah auslöst worden war. Dabei waren nach Angaben von Klinikpersonal sechs Kinder und Jugendliche und zwei Erwachsene getötet worden. 55 Menschen wurden teilweise lebensgefährlich verletzt.

Unterdessen verschärft sich in Rafah nach Angaben von Einwohnern die Versorgungslage. Die Strom- und Wasserversorgung in das Lager ist unterbrochen. Ein Anwohner sagte, seine Frau habe Spülwasser abgekocht, um Milchpulver für den elf Monate alten Sohn anrühren zu können. Die Streitkräfte teilten mit, sie bemühten sich um humanitäre Hilfe für die Bevölkerung.

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