Jerusalem - Es war ein Auftakt wie aus dem Bilderbuch: Bei strahlendem Sonnenschein landete die blau-weiße Präsidentenmaschine "Air Force One" mit Barack Obama an Bord auf dem Internationalen Flughafen Ben Gurion in Jerusalem.
Dann startete der US-Präsident seine Goodwill-Initiative. Mit "Schalom" grüßte Obama seine Gastgeber. Die USA stünden "fest und stark" an der Seite Israels, sagte der US-Präsident.
"Die USA stehen dem Staat Israel bei, weil dies in unserem eigenen nationalen Sicherheitsinteresse liegt", sagte Obama. Erneut forderte Obama Frieden zwischen Palästinensern und Israel. Dabei verwies er auf die historischen Wurzeln Israels in der Region. Bereits vor 3000 Jahren habe das jüdische Volk hier gelebt. "Die Gründung des jüdischen Staates (nach dem Zweiten Weltkrieg) war eine einzigartige Wiedergeburt in der Geschichte", sagte Obama.
Beide Länder würden von den guten Beziehungen profitieren, auch in der Wirtschaft. In beiden Ländern würden dadurch Arbeitsplätze geschaffen. Den wichtigsten Satz sprach Obama zum Schluss seiner kurzen Ansprache: "Dieses Bündnis hat ewigen Bestand, es ist für die Ewigkeit gegründet", sagte er.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuvor von einem "historischen Besuch" Obamas gesprochen, weil es die erste Auslandsreise des US-Präsidenten in seiner zweiten Amtszeit sei. "Danke, dass Sie Israel zur Seite stehen", sagte er. Netanjahu bekräftigte den Friedenswillen seines Landes. "Wir wollen Frieden mit unseren palästinensischen Nachbarn."
Netanjahu bekräftigt Israels Friedenswillen
Netanjahu dankte Obama für die politische, finanzielle und militärische Unterstützung. Militärische Stärke sei der Schlüssel für einen stabilen Frieden. Auch Israels Präsident Schimon Peres pries Obama als verlässlichen Freund Israels. "In Zeiten des Friedens und in Zeiten des Krieges ist Ihre Unterstützung unerschütterlich", sagte Peres. Zugleich betonte auch er den Wunsch seines Landes nach Frieden. "Wir sehnen uns nach Frieden mit den Palästinensern", sagte 89-Jährige.
Es ist Obamas erste Visite in Israel und den Palästinensergebieten in seiner mehr als vierjährigen Amtszeit. Erster Termin ist ein Besuch des mit Hilfe der USA gebauten Raketenabwehrsystems "Iron Dome", mit dem sich Israel gegen Geschosse radikaler Palästinenser verteidigt. Außerdem sind am Mittwoch noch Gespräche mit Netanjahu und Peres geplant. Dabei dürfte es um den Atomstreit mit Iran gehen, den Bürgerkrieg in Syrien und den Stillstand im Nahost-Friedensprozess. Mit konkreten Vorschlägen wird jedoch nicht gerechnet.
Als Höhepunkt der Reise gilt eine Rede Obamas vor Studenten in Jerusalem. Zwar hatten israelische Abgeordnete den Präsidenten aufgefordert, vor dem Parlament zu sprechen. Die Knesset ist jedoch für Zwischenrufe und lautstarke Kommentare bekannt, die das US-Präsidialamt vermeiden möchte.
Viele Israelis nehmen ihm übel, dass er zu Beginn seiner Präsidentschaft einen Stopp des Siedlungsbaus forderte. Das Verhältnis zu Netanjahu gilt als gespannt. Der Premier hatte sich im US-Wahlkampf hinter den Republikaner Mitt Romney gestellt.
Am Donnerstag trifft der US-Präsident die Palästinenserführung um Mahmud Abbas im Westjordanland, am Freitag reist er nach Jordanien weiter, wo er König Abdullah II. trifft. Obamas Nahost-Reise endet am Samstag mit einem Besuch der verlassenen Felsenstadt Petra in Jordanien.
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