Nahost Verdacht auf Leukämie bei Arafat

Bisher ist über die Erkrankung Jassir Arafats mehr spekuliert als fachlich geurteilt worden. Jetzt hat ein hoher palästinensischer Beamter mitgeteilt, es bestehe der Verdacht auf eine Leukämie-Erkrankung des Palästinenserpräsidenten.


Verdacht auf Leukämie: Arafat mit seinen Ärzten
AP

Verdacht auf Leukämie: Arafat mit seinen Ärzten

Ramallah - Der Beamte stehe Arafat nahe, meldete die Nachrichtenagentur Reuters am späten Donnerstagabend. Zuvor hatten die behandelnden Ärzte zum ersten Mal offiziell zumindest eine Teildiagnose gestellt. Demnach weist Arafats Blutbild zu niedrige Thrombozyten-Werte auf. Für den Mangel könne es verschiedene Gründe geben, unter anderem eine Krebserkrankung, erklärten die Ärzte am Donnerstag in Ramallah. Daher seien weitere Untersuchungen nötig.

Thrombozyten tragen zur Blutgerinnung bei. Zu geringe Werte können von einer ganzen Reihe von Gesundheitsproblemen verursacht werden, darunter blutende Geschwüre, Darmentzündungen, Blutkrebs wie Leukämie und Lymphom, Lebererkrankungen, Lupus und Windpocken. Auch eine Behandlung mit Blut verdünnenden Medikamenten kann niedrige Thrombozytenwerte verursachen.

Zur weiteren Behandlung wird der PLO-Chef am Freitag nach Paris geflogen. Arafats Leibarzt Aschraf Kurdi sagte, es bestehe keine unmittelbare Lebensgefahr. "Sein Zustand ist gut, er ist in guter geistiger Verfassung", sagte Kurdi.

Unterdessen teilte ein Sprecher Arafats mit, dass dieser für die Zeit seiner Behandlung in Paris keinen Vertreter als amtierenden Präsidenten benennen wird.



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