Nahostkonflikt: Irans Präsident fordert Verlegung Israels nach Deutschland

Irans Präsident Ahmadinedschad hat ein weiteres Mal seinem Hass auf Israel freien Lauf gelassen: Nachdem er bereits kürzlich erklärte, der Judenstaat müsse ausgelöscht werden, leugnete er jetzt den Holocaust und schlug eine Verlegung Israels vor.

Teheran - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat sich erneut als eifernder Judenhasser profiliert: Dieses Mal verstieg er sich dazu, den Holocaust zu leugnen. Er akzeptiere die Behauptung nicht, dass Adolf Hitler Millionen von Juden getötet habe, sagte Ahmadinedschad der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna zufolge im saudiarabischen Mekka.

Mahmud Ahmadinedschad: "Problem bei der Wurzel gepackt"
AFP

Mahmud Ahmadinedschad: "Problem bei der Wurzel gepackt"

Deutschland und Österreich forderte er auf, zum Ausgleich für die Judenverfolgung im Dritten Reich einen jüdischen Staat auf ihrem Boden zu errichten. "Wenn ihr glaubt, dass die Juden unterdrückt wurden, warum sollten die palästinensischen Moslems den Preis dafür zahlen müssen?", sagte Ahmadinedschad heute im iranischen Fernsehsender al-Alam. "Ihr habt sie unterdrückt, also gebt dem zionistischen Regime einen Teil Europas, damit sie dort die Regierung einsetzen, die sie wollen. Wir würden das unterstützen", sagte der Präsident.

Deutschland und Österreich sollten "eine, zwei oder egal wie viele ihrer Provinzen" abgeben, damit dort der jüdische Staat entstehen könne. Damit wäre "das Problem an der Wurzel gepackt", sagte Ahmadinedschad mit Blick auf den Nahost-Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern.

Vor wenigen Wochen hatte Ahmadinedschad in einer Brandrede gefordert, Israel von der Landkarte zu tilgen, und damit weltweit Empörung ausgelöst. Inzwischen wird auch in konservativen Kreisen im Iran Kritik an ihm laut. Der Vorwurf lautet: politisch naiv. Ende November wurde ein Gespräch zwischen dem Präsidenten und einem iranischen Theologen bekannt. Diesem hatte Ahmadinedschad nach seinem Auftritt vor der Uno im Sommer von himmlischen Visionen berichtet. Bei seiner Rede habe ihn ein Licht umgeben. "Die Häupter dieser Welt waren wie erstarrt, kein einziger zuckte mit der Wimper," zitierte die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" aus dem Gespräch. Der Präsident ist ein Vertreter extremistischer Strömungen im Land, die Israel und die USA als Erzfeinde betrachten.

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