Nahostkonflikt Israel und Palästinenser schließen Waffenstillstand

Vier Tage lang attackierten sich Israelis und Palästinenser, Dutzende Menschen starben bei heftigem Beschuss rund um den Gaza-Streifen. Ab dem Morgengrauen soll damit Schluss sein: Nachbar Ägypten hat eine Waffenruhe vermittelt.

Benjamin Netanjahu: Israels Regierungschef hatte eine Ausweitung der Kämpfe angedroht
AFP

Benjamin Netanjahu: Israels Regierungschef hatte eine Ausweitung der Kämpfe angedroht


Kairo - Die Menschen in Israel und den Palästinensergebieten können aufatmen. Nach tagelanger Gewalt rund um den Gaza-Streifen haben sich beide Regierungen auf eine "umfassende und gegenseitige" Waffenruhe geeinigt. Die Waffenpause solle bei Morgengrauen am Dienstag in Kraft treten, berichtete das staatliche ägyptische Staatsfernsehen unter Berufung auf einen Sicherheitsbeamten in der Nacht. Am Morgen bestätigten Israel und die radikale Palästinenserbewegung Islamischer Dschihad die Berichte. "Es gibt tatsächlich eine Übereinkunft", sagte der israelische Heimatschutzminister Matan Vilnai am Dienstag dem öffentlichen Rundfunk. Nach seinen Angaben beruhigte sich die Lage in der Region seit der Nacht.

"Wir akzeptieren einen Waffenstillstand, wenn sich auch Israel an ihn hält und seine Angriffe und gezielten Tötungen beendet", sagte der Sprecher des Islamischen Dschihads im Gaza-Streifen, Daud Schebab. Von der Hamas-Führung im Gazastreifen blieb eine Bestätigung zunächst aus.

Ägypten werde überwachen, ob sich beide Seiten an die Vereinbarungen halten, sagte ein Regierungsvertreter in Kairo, der ungenannt bleiben wollte. Im ägyptischen Fernsehen hieß es, intensive Gespräche und Anstrengungen, die Ägypten in den vergangenen Stunden unternommen habe, hätten zu diesem umfassenden Abkommen geführt.

Ägypten bemüht sich seit Tagen um Vermittlung im jüngsten Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis. Dieser begann am Freitag mit der gezielten Tötung eines Anführers einer radikalen Palästinenserbewegung durch Israel. Als Reaktion feuerten bewaffnete Gruppen vom Gaza-Streifen aus rund 150 Raketen auf israelisches Gebiet, Israel antwortete mit Dutzenden Luftangriffen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Montag noch mit einer Verschärfung der Militäroperationen gedroht. Sollten die Angriffe fortgesetzt werden, seien die israelischen Streitkräfte bereit, die Operationen auszuweiten, sagte er.

Nahost-Quartett ruft zu neuen Friedensverhandlungen auf

Bei rund 40 gezielten israelischen Luftangriffen im Gaza-Streifen seit Freitag wurden nach palästinensischen Angaben insgesamt 25 Menschen getötet und mehr als 70 verletzt. Die meisten Getöteten waren nach israelischen Angaben militante Kämpfer.

Auf Israel wurden in den vergangenen Tagen nach Angaben der Armee insgesamt 195 Raketen und Mörsergranaten abgeschossen. Davon seien gut 50 von dem Raketenabwehrsystem "Eisenkuppel" abgefangen werden.

Die Mitglieder des Nahost-Quartetts haben Israel und die Palästinenser am Montag zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgefordert. Unter dem Vorsitz von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon beriet die aus Vertretern der Uno, USA, EU und Russlands bestehende Gruppe über den derzeitigen Stillstand bei den Friedensverhandlungen. Dabei äußerten sie auch ihre Besorgnis über die jüngste Eskalation der Gewalt im Gaza-Streifen.

Das Quartett bekannte sich erneut zu seinem Aufruf vom September, in dem es direkte Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern und die Erarbeitung eines Friedensvertrags bis Ende des Jahres fordert. Das Quartett rief beide Parteien auf, sich im Friedensprozess zu engagieren und keine Provokationen zuzulassen. Die nächste Sitzung ist für April in Washington geplant.

ler/AFP/dpa/dapd



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