Nahostkonflikt Palästinenser schießen Mörsergranaten auf Israel

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben zahlreiche Mörsergranaten auf Israel abgefeuert. Die israelische Armee griff danach offenbar Ziele im Gazastreifen an.

Israelisches Abwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel)
AFP

Israelisches Abwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel)


In mehreren israelischen Ortschaften an der Gaza-Grenze heulten am Morgen Warnsirenen. Militante Palästinenser hatten mindestens 25 Mörsergranaten abgefeuert, laut israelischer Armee wurden die meisten von dem Abwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen. Polizeiangaben zufolge landeten mehrere Geschosse auf freien Flächen, verletzt wurde demnach niemand.

Es war das erste Mal seit Beginn der Proteste entlang der Gaza-Grenze am 30. März, dass Geschosse auf Israel abgefeuert wurden. Nach palästinensischen Berichten griffen israelische Kampfflugzeuge nach den Angriffen verschiedene Ziele im Gazastreifen an. In dem Palästinensergebiet waren laute Explosionen zu hören.

Israelische Medien berichteten, man gehe davon aus, dass die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad für die Mörsergranatenangriffe verantwortlich sei. Am Sonntag waren bei einem israelischen Angriff im südlichen Gazastreifen drei Mitglieder des bewaffneten Flügels der Organisation getötet worden.

Seit dem 30. März sind mehr als 120 Palästinenser bei Massenprotesten und Konfrontationen mit israelischen Soldaten am Grenzzaun zwischen Israel und dem Gazastreifen getötet worden. Tausende wurden verletzt.

Palästinenser wollen Seeblockade durchbrechen

Am Vormittag planen Palästinenser, als Protestaktion die israelische Seeblockade des Gazastreifens mit einem Schiff zu durchbrechen. An Bord sollen unter anderem Palästinenser sein, die bei den Konfrontationen mit israelischen Soldaten an der Grenze zu Israel in den vergangenen Wochen verletzt wurden. Das Boot "Al-Hurija" (Die Freiheit) soll um 09.30 Uhr (MESZ) vom Hafen in Gaza in See stechen, teilten die Organisatoren mit. Das Nationale Komitee des "Marsches der Rückkehr" hatte in den vergangenen Wochen auch die Massenproteste an der Gaza-Grenze organisiert.

Israel hat vor mehr als zehn Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verhängt, die von Ägypten mitgetragen wird. Israel begründet dies mit Sicherheitsinteressen. Gaza sei heute "das größte Gefängnis der Welt", erklärte das Organisationskomitee zu dem Protest auf See. Die Aktion erfolge acht Jahre nach der Erstürmung des Gaza-Solidaritätsschiffs "Mavi Marmara" durch die israelische Marine. Dabei wurden zehn türkische Staatsbürger getötet.

Die Organisatoren sagten nicht, wohin die "Al-Hurija" fahren soll. Neben verletzten Palästinensern sollen auf dem Schiff auch Studenten mitfahren sowie Palästinenser mit doppelter Staatsbürgerschaft.

Video: Mein Gaza - Leben im größten Gefängnis der Welt

dbate.de

cte/dpa/AFP



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