Trotz Verhandlungen über Waffenruhe Gewaltsame Proteste und Tote am Gazastreifen

Israel und die Hamas verhandeln über eine Waffenruhe. Doch an der Gaza-Grenze sind wieder zwei Palästinenser erschossen worden. Auch in Jerusalem wurde ein Araber getötet.

Palästinenser protestieren an der israelischen Grenze
REUTERS

Palästinenser protestieren an der israelischen Grenze


An der Grenze zum Gazastreifen ist es erneut zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen protestierenden Palästinensern und der israelischen Armee gekommen. Dabei sind nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums zwei Menschen erschossen und mindestens 270 weitere verletzt worden. 60 von ihnen sollen Schussverletzungen erlitten haben. Bei den Toten soll es sich um zwei Männer im Alter von 30 und 26 Jahren halten.

Laut Informationen der israelischen Armee seien in der Nähe des Flüchtlingslagers al-Bureidschi Tausende Palästinenser an den Grenzzaun gekommen und hätten Brandbomben und Sprengsätze geworfen. Soldaten seien nicht verletzt worden. Bilder zeigen Feuer, schwarzen Rauch und die Bergung von verwundeten Demonstranten. Eigentlich verhandeln die israelische Regierung und die Hamas unter Vermittlung Ägyptens über eine Waffenruhe, die schon in der vergangenen Woche in Kraft treten sollte.

Seit Ende März sollen bei Auseinandersetzungen im Grenzgebiet rund 170 Palästinenser und ein israelischer Soldat getötet worden sein. Die im Zuge der Staatsgründung Israels vertriebenen Palästinenser fordern das Ende der Gaza-Blockade und die Rückkehr in die Heimat ihrer Eltern und Großeltern.

Ein weiterer Mensch starb am Freitag in der Jerusalemer Altstadt. Wie die israelische Polizei bestätigte, habe sie einen 30 Jahre alten arabischen Israeli "neutralisiert", der in der Nähe des Tempelbergs zwei Beamte mit einem Messer attackiert haben soll.

Seit 2015 wurden in Jerusalem und im Westjordanland 50 Israelis sowie drei Touristen durch vergleichbare Attacken von Palästinensern getötet. Im selben Zeitraum erschossen israelische Sicherheitskräfte mehr als 260 palästinensische Angreifer. Die Anzahl der Angriffe hat in den vergangenen Monaten deutlich nachgelassen.

mmm/dpa/afp/AP



insgesamt 62 Beiträge
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Christian Schn. 17.08.2018
1. Ursache und Wirkung vertauscht
Leider wurde auch bei diesem Artikel mal wieder Ursache und Wirkung vertauscht. Nur ein Beispiel: Zu dem Vorfall in Jerusalem müsste es richtig heißen, dass ein Terrorist zwei Polizisten mit dem Messer attackierte die sich darauf hin mit ihren Schusswaffen zur Wehr setzen. Leider ist immer wieder zu beobachten dass die eigentliche Ursache für die Gewalt (Nämlich die dauernden Raketenangriffe, gewaltsamer Grenzübertritt, das anbringen von Sprengsätzen, etc.) erst im Verlauf des Artikels in einem Nebensatz erwähnt wird. Für gewöhnlich wird die reaktive Gewalt israelischer Sicherheitskräfte hingegen so dargestellt, als wäre sie die eigentliche Nachricht, aber die Terrorattacken die sie auslösen lediglich etwas aus dem Ruder gelaufene Randale frustrierter Jugendlicher. Die Wahrheit ist, dass dahinter das eiskalte Kalkül einer Terrororganisation steckt, der völlig egal ist wieviele "Märtyrer" sie produziert und wie jung sie sind. In Gaza werden von der Hamas selbst Kindergartenkinder und Grundschüler militärisch gedrillt und auf das "glorreiche" Schicksal als Shahid zu sterben eingeschworen.
draco2007 17.08.2018
2.
Zitat von Christian Schn.Leider wurde auch bei diesem Artikel mal wieder Ursache und Wirkung vertauscht. Nur ein Beispiel: Zu dem Vorfall in Jerusalem müsste es richtig heißen, dass ein Terrorist zwei Polizisten mit dem Messer attackierte die sich darauf hin mit ihren Schusswaffen zur Wehr setzen. Leider ist immer wieder zu beobachten dass die eigentliche Ursache für die Gewalt (Nämlich die dauernden Raketenangriffe, gewaltsamer Grenzübertritt, das anbringen von Sprengsätzen, etc.) erst im Verlauf des Artikels in einem Nebensatz erwähnt wird. Für gewöhnlich wird die reaktive Gewalt israelischer Sicherheitskräfte hingegen so dargestellt, als wäre sie die eigentliche Nachricht, aber die Terrorattacken die sie auslösen lediglich etwas aus dem Ruder gelaufene Randale frustrierter Jugendlicher. Die Wahrheit ist, dass dahinter das eiskalte Kalkül einer Terrororganisation steckt, der völlig egal ist wieviele "Märtyrer" sie produziert und wie jung sie sind. In Gaza werden von der Hamas selbst Kindergartenkinder und Grundschüler militärisch gedrillt und auf das "glorreiche" Schicksal als Shahid zu sterben eingeschworen.
Sie machen es sich zu einfach. Ich sehe in dem Konflikt schon lange keine Ursache und Wirkung mehr. Das Grundmotiv ist nur noch Rache ohne zu wissen wer angefangen hat. Sie haben mit ihren Punkten recht, das will ich nicht bestreiten. Aber der illegale Siedlungsbau, das Behandeln der Palestineser wie Menschen dritter Klasse und das Einpferchen von Menschen im Gazastreifen trägt sicherlich dazu bei, dass die Hamas auf fruchtbarem Boden landet. Beide Seiten haben doch überhaupt kein Interesse mehr an einem echten Frieden, denn es findet sich immer irgendwer der jemanden durch die andere Seite verloren hat. Die klassische Rachespirale, die sich nur durchbrechen ließe, wenn alle Betreffenden ALLES geschehende vergessen könnten und friedlich und gleichberechtigt zusammenleben könnten. Aber dann müssten alle ja teilen Kleine Kinder würde man so lange in einem Raum sperren bis sie sich wieder vertragen. Funktioniert in dem Fall nur leider nicht wirklich.
nickleby 17.08.2018
3. Palästina muss registrieren,
dass Israel existiert und vor allen Dingen ein rechtmäßiger Staat ist, während die Palästinenser im Gazastreifen keine Staatlichkeit besitzen. Es ist äußerst merkwürdig, dass derSpiegel das Existenzrecht Israels unerwähnt lässt, sondern immer nur die palästinensischen Toten am Gazastreifen hervorheb, die zudem durch eigenen Leichtsinn umgekommen sind. Diese nicht einmal subtile Form von Antisemitismus ist schon erschreckend. Dass der arabische Terrorist in Jerusalem aus Verteidigungsgründen gestorben ist, wird nicht als Tatsache gemeldet, sondern im Konjunktiv. Allein diese grammatische Spitzfindigkeit zeigt sehr klar, dass der Spiegel nicht gegen Antisemitismus gefeit ist.
Klaus.Freitag 17.08.2018
4. Skandalös
Der massenhafte Beschuss palästinensische Demonstranten durch israelische Scharfschützen -in den letzten Monaten wurden über 170 Menschen von Scharfschützen um Teil auf große Distanz getötet und mehrere tausend Menschen zum Teil schwer verletzt, ohne dass ein Beweis für eine bedrohliche Gefährdung durch unabhängige Untersuchungen zugelassen wird Man stelle sich vor, dass bei den G20-Protesten in Hamburg zigfach Demonstranten durch Scharfschützen getötet und hunderte oder tausende verletzt worden wäre. Der gezielte Abschuss von Demonstranten ist ein Verbrechen, einen Massaker gleich kommend, auf Anordnung der israelischen Regierung. Zahlreiche Stasten - so auch Deutdchlsnd - schweigen hierzu und hofieren die rechtsgerichtete Nethanjahu-Regierung weiter. Nethanjahu gehört vor den Internationalen Strafgerichhtshof.
gilowyn 17.08.2018
5.
Grmpf. Also das "neutralisiert" in Häkchen ist ja schon nett - ein Messerangriff auf Polizisten ist einfach Terrorismus, es starb also ein Terrorist bei einem Terroranschlag. Ich finde auch die Formulierung, Palästinenser seien bei der Staatsgründung vertrieben worden etwas gewagt... und irgendwie komplett vorbei an der geschichtlichen Realität. Der ganze Konflikt ist unbestritten schwierig, beide Seiten agieren undiplomatisch, ich habe da keine Lösung - aber einen so parteiischen und vor allem teils falschen Artikel bin ich vom Spiegel eigentlich nicht gewohnt.
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