Italiens Präsident: "Clowns"-Äußerung - Napolitano sagt Gespräch mit Steinbrück ab

Von

Italiens Präsident Giorgio Napolitano: Ganz plötzlich keine Zeit mehr für Peer Steinbrück Zur Großansicht
AP

Italiens Präsident Giorgio Napolitano: Ganz plötzlich keine Zeit mehr für Peer Steinbrück

Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano hat kurzfristig ein Treffen mit Peer Steinbrück abgesagt. Zuvor hatte der SPD-Kanzlerkandidat über die Wahl in Rom gesagt, es hätten "zwei Clowns" gewonnen.

Berlin - Der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano hat ein Gespräch mit SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kurzfristig abgesagt. Das Treffen war seit langem geplant und sollte am Abend im Berliner Hotel Adlon stattfinden.

Napolitano ist auf einer mehrtägigen Deutschlandreise. Die Absage des Gesprächs wurde von der italienischen Botschaft ohne Angabe von Gründen bestätigt. Auch Steinbrücks Sprecher Michael Donnermeyer bestätigte den Vorgang, er gab umstrittene Äußerungen des SPD-Politikers zum Wahlausgang in Italien an. Steinbrück habe für die Absage "aufgrund der innenpolitischen Situation in Italien Verständnis", so Donnermeyer.

Steinbrück hatte am Vorabend auf einer Wahlkampfveranstaltung in Potsdam über den Ausgang der Wahlen in Italien gelästert: "Bis zu einem gewissen Grad bin ich entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen haben", sagte Steinbrück. Er spielte damit auf die Ergebnisse von Ex-Premier Silvio Berlusconi und der Protestbewegung von Komiker Beppe Grillo an.

Einer, sagte er, sei "ein beruflich tätiger Clown, der auch nichts dagegen hat, wenn man ihn so nennt", der andere sei Berlusconi, "ein Clown mit einem besonderen Testosteronschub", so Steinbrück. "Mein Eindruck ist, dass zwei Populisten gewonnen haben", sagte der SPD-Mann: "Das - in dieser Lage - wird, wie ich glaube, zu wieder größeren Problemen in der Euro-Zone beitragen."

Außerdem sagte Steinbrück demnach: "Ob die Menschen danach abgestimmt haben, uns ist zu sehr die Keule des Sparens über den Schädel gezogen worden, weiß ich nicht - oder ob sie eher danach abgestimmt haben, wer ihnen populärere und damit auch etwas angenehmere Botschaften vertreten hat."

Die Äußerungen könnten in der italienischen Politik für erhebliche Verärgerung sorgen. Auch in der SPD wird der flapsige Spruch als äußerst ungeschickt bezeichnet. Jemand, der Kanzler werden wolle, sollte sich damit zurückhalten, gegen ausländische Politiker zu sticheln, mit denen er später womöglich zu tun haben werde, hieß es in der Partei.

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 606 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Bei Auslandsreisen vermeide ich es mittlerweile
motzklotz 27.02.2013
Zitat von sysopItaliens Staatspräsident Giorgio Napolitano hat nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen ohne Angabe von Gründen kurzfristig ein Treffen mit Peer Steinbrück abgesagt. Zuvor hatte der SPD-Kanzlerkandidat über die Wahl in Rom gesagt, es hätten "zwei Clowns" gewonnen. Napolitano sagt Gespräch mit Steinbrück ab - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/napolitano-sagt-gespraech-mit-steinbrueck-ab-a-885902.html)
meinen deutschen Pass zu präsentieren. Für dieses Land, seine ReGIERung und sein untätiges Volk müßte ich mich sonst wohl schämen.
2. Hier könnte eine Clownsnase sein
echobravo 27.02.2013
Ist doch wahr... Zitat: "Die Äußerung könnte in der italienischen Politik für erhebliche Verärgerung sorgen." So und hier könnte es für Verärgerung sorgen wenn wir dann dafür zahlen sollen!
3. Konsequent
Zores 27.02.2013
Zitat von sysopItaliens Staatspräsident Giorgio Napolitano hat nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen ohne Angabe von Gründen kurzfristig ein Treffen mit Peer Steinbrück abgesagt. Zuvor hatte der SPD-Kanzlerkandidat über die Wahl in Rom gesagt, es hätten "zwei Clowns" gewonnen. Napolitano sagt Gespräch mit Steinbrück ab - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/napolitano-sagt-gespraech-mit-steinbrueck-ab-a-885902.html)
Wenn es aus dem Grunde heraus geschehen ist, wäre es nur konsequent. Wo kämen die Italiener hin, wenn sie sich von einem besserwissenden deutschen Sozi belehren lassen müssen? Bei der Bundestagswahl bekommt die Clownspartei SPD eh wieder ihre verdiente Quittung.
4. Ich mag Steinbrück nicht
dr.u. 27.02.2013
Zitat von sysopItaliens Staatspräsident Giorgio Napolitano hat nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen ohne Angabe von Gründen kurzfristig ein Treffen mit Peer Steinbrück abgesagt. Zuvor hatte der SPD-Kanzlerkandidat über die Wahl in Rom gesagt, es hätten "zwei Clowns" gewonnen. Napolitano sagt Gespräch mit Steinbrück ab - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/napolitano-sagt-gespraech-mit-steinbrueck-ab-a-885902.html)
Aber wo er Recht hat, hat er Recht...
5. mit recht
dau=maccie 27.02.2013
Zitat von sysopItaliens Staatspräsident Giorgio Napolitano hat nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen ohne Angabe von Gründen kurzfristig ein Treffen mit Peer Steinbrück abgesagt. Zuvor hatte der SPD-Kanzlerkandidat über die Wahl in Rom gesagt, es hätten "zwei Clowns" gewonnen. Napolitano sagt Gespräch mit Steinbrück ab - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/napolitano-sagt-gespraech-mit-steinbrueck-ab-a-885902.html)
recht hat der mann - steinbrück will kanzler werden, da ist der spruch genauso dämlich wie 'arm aber sexy' von dem anderen clown (das war wowi vor dem bundesverfassungsgericht).
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS
alles zum Thema Peer Steinbrück
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 606 Kommentare
  • Zur Startseite
Vote
Steinbrück und die italienischen Clowns

Peer Steinbrück hat die italienischen Politiker Silvio Berlusconi und Beppo Grillo als "Clowns" bezeichnet - woraufhin Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano ein für Mittwoch geplantes Abendessen mit dem SPD-Kanzlerkandidaten in Berlin absagte. War der Clowns-Spruch von Steinbrück ein Fehler?


Fotostrecke
Wahl in Italien: Die lange Nacht von Rom

Fläche: 301.336 km²

Bevölkerung: 59,571 Mio.

Hauptstadt: Rom

Staatsoberhaupt:
Giorgio Napolitano

Regierungschef: Matteo Renzi

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon | Italien-Reiseseite