Nato-Angriff auf Militärposten: China schlägt sich auf die Seite Pakistans

Das Verhältnis zwischen Pakistan und dem Westen ist zerrüttet. Nach dem Nato-Angriff auf einen Grenzposten erhebt Islamabad schwere Vorwürfe, der Beschuss habe mehr als zwei Stunden gedauert. In der ganzen Region könnten sich nun die Gewichte verschieben - China bringt sich bereits in Stellung.

Angriff im Grenzgebiet: China schlägt sich auf die Seite Pakistans
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DPA

Islamabad - Es war ein blutiges Wochenende: Bei einem Nato-Angriff sind mindestens 24 pakistanische Soldaten getötet worden, nun erhebt die Regierung in Islamabad schwere Vorwürfe gegen das Militärbündnis. Mehr als zwei Stunden habe die Operation im Stammesgebiet Mohmand am Samstagmorgen gedauert. Die Nato-Soldaten hätten das Feuer auch dann nicht eingestellt, als örtliche Kommandeure sie dazu aufgefordert hätten, sagte am Montag ein Sprecher der pakistanischen Streitkräfte.

Er wies zudem Berichte zurück, nach denen pakistanische Soldaten zuerst geschossen hätten. Das "Wall Street Journal" hatte zuvor unter Berufung auf drei afghanische und einen westlichen Verantwortlichen berichtet, Soldaten der afghanischen Armee und der Nato seien an der Grenze unter Beschuss des pakistanischen Militärpostens geraten. Zudem seien die pakistanischen Behörden rechtzeitig informiert worden, dass die Nato Luftunterstützung für einen Einsatz gegen die Taliban angefordert habe.

"Dies ist falsch, sie suchen nur Entschuldigungen", sagte Generalmajor Athar Abbas. "Und übrigens: Was sind denn ihre Verluste?", fragte er mit Blick auf die in Afghanistan stationierte Nato-Truppe Isaf.

China "tief geschockt"

Der Nato-Luftangriff war der blutigste Zwischenfall seit dem Beginn des Isaf-Einsatzes vor zehn Jahren. Er führte zu schweren diplomatischen Verwerfungen. Pakistans Regierung verurteilte die Attacke und kündigte eine Überprüfung ihrer Zusammenarbeit mit der Nato und den USA an. Sie stoppte Nachschublieferungen für die Nato-Truppe Isaf in Afghanistan.

Unterstützung bekommt Islamabad nun von Peking. Die Volksrepublik bringt sich als neue Regionalmacht in Stellung - und zeigte sich am Montag daher "tief geschockt" über den Nato-Angriff. "China glaubt, dass Pakistans Unabhängigkeit, Souveränität und territoriale Integrität respektiert werden müssen", hieß es in einem Statement des Sprechers des Außenministeriums. Peking forderte, der Vorfall müsse "genau untersucht" werden.

Die Nato und die US-Regierung bedauerten den Zwischenfall. Das Militärbündnis untersucht ihn. Die USA haben eine eigene Untersuchung des Nato-Luftangriffs in Pakistan angekündigt. Ein Verantwortlicher dafür solle bis Montag benannt werden, hieß es am Sonntag aus dem US-Verteidigungsministerium.

Das Verhältnis zwischen Islamabad und Washington ist seit längerer Zeit angespannt. US-Drohnenangriffe auf angebliche Taliban-Stützpunkte in Pakistan rufen in der Bevölkerung Wut hervor. Die Tötung des al-Qaida-Chefs Osama Bin Laden im Mai in der pakistanischen Stadt Abbottabad durch US-Einheiten verschlechterte das Verhältnis weiter.

Am Sonntag demonstrierten rund 700 Pakistaner vor dem US-Konsulat in der Hafenstadt Karachi gegen die Macht der USA. Sie riefen "Nieder mit Amerika!" und verbrannten ein Puppe mit dem Bild von US-Präsident Barack Obama. In Multan in der pakistanischen Provinz Punjab protestierten mehr als 300 Menschen, sie verbrannten US- und Nato-Flaggen.

heb/dpad/AP/Reuters/AFP

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insgesamt 128 Beiträge
cassandros 28.11.2011
Natürlich tut China das. Es ist ja eine gute Gelegenheit, die Amis zu pieksen und sich neue Freunde in der eigenen Nachbarschaft zu machen. Was wir hier sehen, ist ein kleines Stückchen des kalten Krieges zwischen den [...]
Zitat von sysopDas Verhältnis zwischen Pakistan und dem Westen ist zerrüttet. Nach dem Nato-Angriff auf einen Grenzposten erhebt Islamabad schwere Vorwürfe, der Beschuss habe mehr als zwei Stunden gedauert. In der ganzen Region könnten sich nun die Gewichte verschieben - China bringt sich bereits in Stellung. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,800259,00.html
Natürlich tut China das. Es ist ja eine gute Gelegenheit, die Amis zu pieksen und sich neue Freunde in der eigenen Nachbarschaft zu machen. Was wir hier sehen, ist ein kleines Stückchen des kalten Krieges zwischen den (neuen) Supermächten des 21. Jh..
Jonny_C 28.11.2011
....die Nato/ISAF Truppen wurden beschossen. Warum sollten sie sonst auf Pakistanis schiessen ? Aus welchem Grund ?
....die Nato/ISAF Truppen wurden beschossen. Warum sollten sie sonst auf Pakistanis schiessen ? Aus welchem Grund ?
Gibts da irgendwelche Rohstoffe, die sich China einverleiben möchte?
Zitat von sysopDas Verhältnis zwischen Pakistan und dem Westen ist zerrüttet. Nach dem Nato-Angriff auf einen Grenzposten erhebt Islamabad schwere Vorwürfe, der Beschuss habe mehr als zwei Stunden gedauert. In der ganzen Region könnten sich nun die Gewichte verschieben - China bringt sich bereits in Stellung. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,800259,00.html
Gibts da irgendwelche Rohstoffe, die sich China einverleiben möchte?
True_Blood 28.11.2011
Jemen, Sudan, Syrien, Libyen, Pakistan, Iran
Jemen, Sudan, Syrien, Libyen, Pakistan, Iran
joachim_m. 28.11.2011
Und warum sollten die Pakistaner Nato/Isaf-Truppen beschießen? Aber bei Amerika-Gläubigen sind ja immer nur die anderen schuld. Nebenbei, der angegriffene pakistanische Posten lag nach einigen Berichten 2,5 km hinter der Grenze. [...]
Zitat von Jonny_C....die Nato/ISAF Truppen wurden beschossen. Warum sollten sie sonst auf Pakistanis schiessen ? Aus welchem Grund ?
Und warum sollten die Pakistaner Nato/Isaf-Truppen beschießen? Aber bei Amerika-Gläubigen sind ja immer nur die anderen schuld. Nebenbei, der angegriffene pakistanische Posten lag nach einigen Berichten 2,5 km hinter der Grenze. Können Sie mir erklären, wie die in Afghanistan operierende Truppen angreifen sollen?
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  • Montag, 28.11.2011 – 09:28 Uhr
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Fläche: 796.000 km²

Bevölkerung: 184,753 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Islamabad

Staatsoberhaupt:
Asif Ali Zardari

Regierungschef: Mir Hazar Khan Khoso (interimistisch)

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Fakten über Pakistan
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Pakistan entstand 1947 aus den überwiegend muslimischen Teilen von Britisch-Indien. Zunächst bestand es aus den beiden Landesteilen West- und Ostpakistan, zwischen denen mehr als 1500 Kilometer Entfernung lagen. Beiden Teilen mangelte es jedoch an einer gemeinsamen nationalen Identität. Nach einem Krieg, bei dem Indien dem Osten half, entstand 1971 als neuer Staat Bangladesch .




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