Flucht übers Mittelmeer Nato startet Anti-Schlepper-Einsatz in türkischen Gewässern

Sie sollen aufklären und abschrecken: Wie die Nato meldet, beginnt nun der Einsatz von Kriegsschiffen gegen Schleuserboote in der Ägäis. Die Türkei hat ihre Bedenken dagegen aufgegeben.

Einsatzgruppenversorger "Bonn", jetzt in der Ägäis im Einsatz
DPA

Einsatzgruppenversorger "Bonn", jetzt in der Ägäis im Einsatz


Bereits Anfang Februar war die Nato-Mission zur Aufklärung von Schleuserbooten vor der türkischen Küste beschlossene Sache, doch erst jetzt kommt sie richtig in Fahrt.

"Der Einsatz in den Hoheitsgewässern beginnt heute", sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Montagabend bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem türkischen Regierungschef Ahmet Davutoglu in Brüssel.

"Wir weiten unsere Zusammenarbeit mit der EU-Grenzschutzagentur Frontex aus und wir erhöhen die Zahl der eingesetzten Schiffe", so Stoltenberg. Ziel des Einsatzes ist es, aktuelle Radarbilder von erspähten Flüchtlingsbooten an die türkische Küstenwache zu übermitteln und so deren Überfahrt nach Griechenland zu unterbinden.

Regierungschef Davutoglu sagte, sein Land brauche "die Kapazitäten der Nato um weitere Flüchtlingsbewegungen in der Ägäis zu verhindern". Bislang hatte sich der Nato-Einsatz in türkischen Hoheitsgewässern vor allem wegen Bedenken aus Ankara verzögert. Griechenland setzt große Hoffnungen in die Überwachungsmission der Nato-Kriegsschiffe. Dadurch sollen bald deutlich weniger Flüchtlinge auf dem Seeweg ins Land gelangen.

Die Mission wird vom deutschen Einsatzgruppenversorger "Bonn" der Bundeswehr geführt, beteiligt sind Schiffe aus Frankreich, Großbritannien, Kanada, der Türkei und Griechenland. Sie sollen türkischen Behörden und den EU-Grenzschützern helfen, aber nicht direkt gegen Schleuserboote eingesetzt werden. Das Kalkül beinhaltet, dass die auf der Fluchtroute nach Griechenland liegenden großen Militärschiffe auf die Flüchtlinge abschreckend wirken.

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