Abschluss des Nato-Gipfels Obama will den IS "zerstören"

US-Präsident Barack Obama hat zum Ende des Nato-Gipfels in Wales keinen Zweifel daran gelassen, wie wichtig ihm der Kampf gegen die IS-Terrormiliz ist. Die wolle er jagen wie al-Qaida.


Newport - Mit deutlichen Worten hat sich US-Präsident Barack Obama zum Abschluss des Nato-Gipfels im walisischen Newport gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) positioniert. "Man kann eine solche Organisation nicht eindämmen", sagte er. Das Ziel müsse es daher sein, "diese Organisation zu zerschlagen". Die USA und ihre Verbündeten stünden bereit, "diese militärische Bedrohung aufzuhalten". Es gehe darum, die Führung der Organisation auszuschalten. "Wir werden IS genauso verfolgen, wie wir al-Qaida verfolgt haben", sagte der Präsident.

Am Freitagmittag hatte bereits US-Außenminister John Kerry eine Koalition gegen die IS-Terrorgruppe ausgerufen. Dieser "Kern-Koalition" sollen demnach zehn Mitglieder angehören, die Kerry zum Beitritt aufforderte: Neben den USA sollen das Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Dänemark, Polen, Kanada, Australien und die Türkei sein. Frankreichs Präsident François Hollande und der britische Premier David Cameron signalisierten bereits am Freitagabend ihre Bereitschaft, sich gegen den IS zu engagieren.

Obama äußerte sich entsprechend zuversichtlich, genügend Partner für eine solche Anti-IS-Koalition zu finden. Es habe bei den Beratungen der Nato-Mitglieder keinerlei Widerstand gegen die Auffassung gegeben, "dass wir eine entscheidende Rolle dabei haben, diese barbarische Truppe zurückzudrängen". Es gebe die einheitliche Überzeugung, "dass wir als internationale Gemeinschaft die Verpflichtung haben, den IS zurückzuschlagen und zu zerstören". Eine Entsendung von Bodentruppen schloss er jedoch erneut aus - er setze stattdessen darauf, Partner in der Region zu unterstützen.

Obama sucht bereits seit Längerem nach Partnern für ein Bündnis gegen den IS. Die US-Luftwaffe ist bereits weit mehr als hundert Angriffe auf IS-Stellungen im Nordirak geflogen. Deutschland hatte zuletzt Waffenlieferungen an die kurdischen Peschmerga-Kämpfer beschlossen und unter anderem Panzerabwehrraketen in die Region geliefert.

mxw/Reuters/dpa



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insgesamt 63 Beiträge
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l.augenstein 05.09.2014
1.
Zerstörung dieser Mörderbanden ist in der Tat die einzige Lösung. Gegen diese Wahnsinnigen ist ja Nordkorea ein Hort des Friedens und der Freude. Aber der Westen sollte endlich mal richtig aufwachen und sich auch die Finanziers dieser Terrorgruppen genau anschauen. Solange Katar, Saudi Arabien und dergleichen diese Terrormilizen unterstützen, wird das Problem immer wieder aufflammen.
wibo2 05.09.2014
2. Die IS Milizen werden eher uns jagen mit amerikanischer Technologie
Die Fähigkeiten der IS Milizen werden noch weit unterschätzt. Da wird man sich noch wundern, wie schnell die überall vorrücken werden. Die Hunnen hatten Pferde, die IS Milizen haben amerikanische Humvees, die sie taktisch besser einzusetzen verstehen als die Amerikaner. Auch in China wird der Humvee schon gebaut. Im Nahen Osten werden die Karten politisch neu gemischt. Es wird wohl alles anders werden.
torsten-peh 05.09.2014
3. primitiv
Ich weiß nicht, was ich primitiver finden soll: die Methoden, mit denen Politiker die Probleme der Menschheit lösen wollen (ISIS jagen und zerstören) oder die Art und Weise, wie darüber berichtet wird. Nicht nur ISIS bewegen sich zurück ins Mittelalter, mir scheint, der Trend hat auch Europa erfasst.
FairPlay 05.09.2014
4. Einigkeit und Entschlossenheit
gegen den IS scheint diesmal tatsächlich zu funktionieren. Da der Westen aber schon in einigen Fällen nicht einig war glaube ich das erst wenn diese Menschenverachtende Terrorbande restlos zerschlagen ist.
seneca55 05.09.2014
5. Obamas Rede erinnert irgendwie an Bush
Der islamische Staat - Das Kalifat geht weit über Al Qaida hinaus. Es ist das erste Kalifat der Sunniten seit 90 Jahren - auferstanden aus den Ruinen des säkularen Nationalismus. Nach einer Umfrage in der heutigenFAZ stehen alleine 75% der Saudis hinter dem Kalifat und sogar 92% erkennen den IS als ordentliche islamische Organisation an. Diese Zustimmung hat Al Qaida bei den Sunniten nie gehabt. Wenn es jetzt zum Krieg der NATO gegen den IS kommt, dann ist auch das KSA der Feind, der beste Waffenkunde der USA und des Westens!
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