Solidaritätsaktion Amerikaner starten "Straßenmarsch" durch Osteuropa

Die Route führt von Estland nach Deutschland: Quer durch Osteuropa fahren Dutzende Radschützenpanzer der US-Armee. Die Aktion soll den Nato-Partnern die Verbundenheit Amerikas zeigen.

DPA

Tallinn - Als Zeichen der Verbundenheit mit den östlichen Nato-Mitgliedstaaten ist ein Konvoi der US-Armee zu einem "Straßenmarsch" von Estland nach Deutschland aufgebrochen. Dutzende Radschützenpanzer und andere Fahrzeuge würden auf dem Rückweg von Übungen an ihren Heimatstandort im oberpfälzischen Vilseck die baltischen Staaten sowie Polen und Tschechien durchqueren, teilte ein estnischer Militärsprecher mit.

Im Laufe der rund 1800 Kilometer langen Strecke werde die Kolonne auf mehr als hundert Fahrzeuge und rund 500 Mann Besatzung anwachsen. Die Fahrt sei Teil der Nato-Übung "Atlantic Resolve" (Atlantische Entschlossenheit).

Bereits Ende Februar hatten sich die USA an einer Militärparade in der estnischen Stadt Narva beteiligt. Der Ort befindet sich nur wenige Hundert Meter von der russischen Grenze entfernt.

Offiziell richtet sich die aktuelle Aktion gegen niemanden. Ein Zusammenhang mit der Ukraine-Krise liegt aber nahe. Die osteuropäischen Nato-Staaten fühlen sich seit Ausbruch der Krise von Russland bedroht.

Auch Dänemark bekam am Wochenende die neue Tonlage aus Moskau zu spüren: Der russische Botschafter in Kopenhagen drohte dem kleinen Land mit Atomraketen.

Nato-General fordert Waffen für die Ukraine

Deutliche Worte zur Ukraine-Krise wählte Nato-Oberbefehlshaber Philip Breedlove. Er sagte, das Bündnis solle alle seinen Mittel nutzen, um die Ukraine zu unterstützen. Keines der zur Verfügung stehenden Instrumente sollte ausgeschlossen werden, sagte der US-Luftwaffengeneral auf die Frage, ob an die Ukraine Defensivwaffen geliefert werden sollten. Das könnte zwar destabilisierend wirken, räumte Breedlove ein. "Nichtstun könnte aber auch destabilisierend sein", fügte er hinzu.

Der General gilt innerhalb des westlichen Bündnisses als Hardliner. Anfang des Monats hatte der SPIEGEL berichtet, dass die Bundesregierung Äußerungen Breedloves als "gefährliche Propaganda" kritisiert habe. Er habe die militärische Rolle Russlands seit Beginn der Krise übertrieben dargestellt.

Am Wochenende demonstrierten US-Streitkräfte auch den Schulterschluss mit dem Nato-Partner Polen. Im Rahmen eines Militärmanövers stellten amerikanische Soldaten bei Warschau Raketenabwehrsysteme auf. Eine "Patriot"-Batterie mit 100 Soldaten und 30 Fahrzeugen wurde bei Sochaczew rund 50 Kilometer vor Warschau stationiert. Russische Medien hatten zuvor gemeldet, Russland habe bei einer Militärübung Kurzstreckenraketen in die an Polen grenzende Exklave Kaliningrad verlegt.

In der Ukraine selbst kam es trotz der geltenden Waffenruhe erneut zu Gefechten. Beobachter meldeten neue Explosionen im Donbass. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) berichtete ohne Schuldzuweisung über Dutzende Fälle von schwerem Beschuss in der Konfliktregion.

wal/dpa/Reuters



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 1037 Beiträge
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Seite 1
mischamai 22.03.2015
1. Verbundenheit
Wir brauchen keine Verbundenheit mit Kriegstreibern,wir brauchen Frieden mit allen unseren Nachbarn.
tronx 22.03.2015
2. Kriminell!
Agressiv, destruktiv und weit weg jegwelcher Intelligenz! Das ist was der Westen unter Diplomatie versteht. Die Zinseszinsen des Kapitals können nicht mehr bedient werden, das System bricht auseinander und jetzt startet man den nächsten kriminellen Zug. Die Gier Weniger wird unendliches Leid verursachen! Wir haben versagt, in jeder Dimension!!
steffschmid 22.03.2015
3. Wir müssen solidarisch sein
Ist doch in Ordnung. Ganz Osteuropa hat mittlerweile Angst vor einer russischen Invasion. Die Leute sollen wissen, dass sie in diesem Fall nicht allein sind. Hier geht's um Solidarität und Hilfe im Verteidigungsfall. So was ist im Übrigen was ganz anderes als das, was Russland macht: Mit dem Großmanöver Zapad hat die russische Armee etwa vor zwei Jahren die Besetzung der baltischen Staaten geübt.
merman2 22.03.2015
4. Flagge zeigen
"Ami go home"
BoMbY 22.03.2015
5.
Ja, warum sollte man auch mal auf Deeskalation setzen? Dann würde man ja wieder Einschnitte im Militärbudget hinnehmen müssen, und die Rüstungslobby würde bittere Tränen weinen.
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