Nato Stoltenberg warnt vor russischen Expansionsplänen

In der Arktis, im Baltikum, im Schwarzen Meer: Russland rüstet laut Nato massiv auf. Die Allianz müsse darauf reagieren, fordert Generalsekretär Stoltenberg.

Wladimir Putin
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Wladimir Putin


Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat vor russischen Expansionsplänen gewarnt. "Russland versucht, mit militärischen Mitteln einen Einflussbereich aufzubauen", sagte er der "Bild"-Zeitung. Das Bündnis beobachte eine massive russische Aufrüstung an der eigenen Grenze - in der Arktis, im Baltikum, im Schwarzen Meer bis zum Mittelmeer. Darauf müsse die Nato reagieren.

"Die Truppenstationierung im Osten ist eine angemessene Reaktion auf Russlands aggressive Handlungen", sagte Stoltenberg. "Wir wollen unseren Partnern zeigen, dass wir da sind, wenn sie uns brauchen. Und wir wollen potenziellen Angreifern zeigen, dass wir reagieren, wenn sie uns bedrohen."

Die Nato-Verteidigungsminister hatten am Dienstag entschieden, je 1000 Soldaten in Polen, Lettland, Estland und Litauen zu stationieren. Der offizielle Beschluss soll beim Nato-Gipfel am 8. und 9. Juli in Warschau fallen. Stoltenberg sagte in dem Interview auch: "Klar ist, wir wollen keine Konfrontation mit Russland und keinen neuen Kalten Krieg."

Die Regierung in Moskau hatte der Nato vorgeworfen, eine anti-russische Hysterie zu schüren. Es sei "offensichtlich, dass Aussagen über die militärische Bedrohung durch Russland nur dem Ziel dienen, Panik zu erzeugen und das Bild eines heimtückischen Feindes aufrechtzuerhalten, um weiter eine Begründung für kolossale Wehretats zu haben", sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, Igor Konaschenkow.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte vor wenigen Tagen angeordnet, die Mobilmachung der russischen Armee während einer achttägigen Übung zu testen. Dies sei keine Reaktion auf das Nato-Manöver im Baltikum, hieß es von russischer Seite - dort hatte kurz zuvor "Saber Strike" mit 10.000 Soldaten aus 13 Staaten begonnen.

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aar/dpa/AFP/Reuters



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Duggi 20.06.2016
1. Ich habe es geahnt.
Die überbordende "Elektromagnetisierung" des täglichen Lebens bleibt nicht ohne Auswirkungen auf das menschliche Hirn. ;-)
jura12 20.06.2016
2. Expansion
Putin selbst hat mehrfach mit dem Einmarsch auch in andere Länder gedroht, er führt immer noch Krieg gegen die Ukraine und rasselt fast wöchentlich mit dem Säbel in Richtung Osteuropa. Das alles ist also jetzt plötzlich keine Bedrohung, sondern nur ein großer Witz? Putin soll erst einmal seine Truppen aus der Ukraine zurückziehen, dann kann der Westen überlegen, ob er sich wieder in den Winterschlaf begibt.
georg schwarz 20.06.2016
3. passend
passender konnte der Beitrag 2 von jura 12 zum Beitrag 1 von Duggi kaum sein. Man liest deutlich die Auswirkungen der einseitigen antirussischen Medienhysterie ("Elektromagnetisierung")bei jura12. Die NATO har sich bis an die Grenzen Russlands erweitert und dann Raketen aufgestellt, die angeblich gegen die Atomraketen des Irans gerichtet seien, die bis heute keiner gesehen hat. Seitdem schaukelt sich der Konflikt zwischen NATO uns Russland hoch. Anstatt nun mäßigend auf solche z.Z. doch politisch sehr extremen Regierungen wie in Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei einzuwirken, hetzt der Herr Stoltenberg diese auch noch auf, den Russen ein paar lange Nasen zu zeigen. Ein gefährliches Kindergartenspiel! Da muß man unseren Herrn Steinmeier mal loben, der diese Stoltenbergsche Kakophonie genauso kritisiert hat.
franke08 21.06.2016
4. Stoltenberg ist einer der schlimmsten Scharfmacher
Die NATO gibt ca. 10 mal mehr Geld für Rüstung aus als Russland und provoziert derart aggressiv,,dass das alles nur als Vorbereitung eines Krieges mit Russland angesehen werden kann. Die schlimmste Gefahr geht von Amerika und der NATO aus, allein Amerika hat unzählige Millionen Opfer in ungerechtfertigten Kriegen verursacht, da ist mir Russland sehr viel friedfertiger.
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