Neues Nato-Hauptquartier Umzug ins 1,17-Milliarden-Gebäude für März geplant

Ein erster Termin musste verschoben werden, nun will die Nato im Frühjahr 2018 in ihr neues Hauptquartier umziehen: ein gigantischer Palast aus Stahl und Glas. An den Kosten wird sich auch Deutschland beteiligen.

Neues Nato-Hauptquartier
NATO

Neues Nato-Hauptquartier


Nach einem Bündnisbeschluss vom Mittwoch soll am 19. März des kommenden Jahres mit dem endgültigen Bezug des neuen Nato-Hauptquartiers begonnen werden. Er werde zwölf Wochen dauern, sagte Nato-Sprecherin Oana Lungescu.

Die Nato hatte den Umzug ihrer rund 4000 Mitarbeiter eigentlich für Anfang dieses Jahres vorgesehen. Dieser Plan scheiterte allerdings, vor allem wegen Problemen mit dem neuen IT-System, das höchste Sicherheitsstandards erfüllen muss.

Die neue Zentrale des Militärbündnisses steht auf einem Gelände in unmittelbarer Nähe des alten Hauptquartiers im Nordosten der belgischen Hauptstadt, im Brüsseler Vorort Evere. Offiziell genutzt wurde sie bislang nur als Veranstaltungsort für den Nato-Gipfel am 25. Mai. Die Staats- und Regierungschefs hielten damals ihre Beratungen in einem der Konferenzsäle ab. Einige Mitarbeiter seien inzwischen bereits umgezogen worden, berichtete die Nato.

Die Kosten für das Gebäude werden derzeit auf einen Betrag um die 1,17 Milliarden Euro beziffert. Deutschland trägt rund 12 Prozent der Kosten, was am Ende einem Betrag von mehr als 140 Millionen Euro entsprechen könnte. Im Jahr 2014 hatte zwischenzeitlich ein Baustopp gedroht, weil die Kosten explodiert waren: "Bedingt durch Fehlkalkulation und anhängige höhere Forderungen von Subunternehmen" sei die "im Haushalt vorgesehene Obergrenze von 1,05 Milliarden Euro nicht einzuhalten", hieß es nach SPIEGEL-Information in einem Drahtbericht der deutschen Nato-Vertretung.

In ihr aktuelles Hauptgebäude zog die Nato vor 50 Jahren. "Seitdem hat sich die Zahl der Nato-Mitglieder fast verdoppelt, von 15 auf 29." Das neue Quartier - ein Palast aus Stahl und Glas - soll nun auf mehr als 254.000 Quadratmetern Platz bieten (mehr Informationen über das Gebäude hat die Nato hier veröffentlicht). Die Arbeiten daran hatten im Dezember 2010 begonnen.

dbate-Interview: "Wohin steuert die Nato"

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aar/dpa



insgesamt 12 Beiträge
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Grummelchen321 14.12.2017
1. Zumindest
ist Deutschland nicht alleine,dass Großprojekte teurer und später fertig werden.Es sei denn eine Deutsche Firma war Hauptauftragnehmer,dann ist es bitter.
joG 14.12.2017
2. Schade....
...wie die EU hat nun auch die Nato es verpasst Solidarität mit den neuen Mitgliedern zu demonstrieren und belässt die Einkommen und Jobs des Hauptquartiers im reichen Brüssel statt Städte wie Warschau oder Bucharest zu unterstützen.
ulimary 14.12.2017
3. Was ist das nun wieder...
...für ein komischer Aufmacher? Natürlich zahlt "auch Deutschland", wir sind schließlich prominente Mitglieder? Mit solchen Bemerkungen schürt der Spiegel (unterbewusst) die gewöhnlichen Vorurteile das Deutschland immer und für alles zahlt. Was für ein Unsinn! Besser, Sie verkneifen sich in Zukunft solche Sätze.
Bernhard.R 14.12.2017
4. Die falsche Richtung
Was wir für ein Zusammenwachsen in Europa nicht brauchen, sind neue Militärstrukturen. Das dafür vergeudete Geld sollte für die notwendigen Aufgaben verwendet werden. Und davon gibt es genug.
Trevor Philips 14.12.2017
5.
Zitat von joG...wie die EU hat nun auch die Nato es verpasst Solidarität mit den neuen Mitgliedern zu demonstrieren und belässt die Einkommen und Jobs des Hauptquartiers im reichen Brüssel statt Städte wie Warschau oder Bucharest zu unterstützen.
Es ist keine gute Idee das HQ in Städten wie Warschau oder Bucharest anzusiedeln, solange einer der potentiellen Hauptgegner ganz in der Nähe ist. Zumal SHAPE ja weiterhin in Mons verbleibt und die Entfernung zu Brussels bedeutend kürzer als zu den anderen Städten ist.
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