Ukraine-Krise Nato-Oberbefehlshaber verärgert Alliierte

Im Kanzleramt ist von "gefährlicher Propaganda" die Rede: Mehrere westliche Staaten werfen Nato-Befehlshaber Breedlove nach SPIEGEL-Informationen Übertreibungen zum Ukraine-Konflikt vor.

Nato-Oberkommandierender Breedlove: "Gefährliche Propaganda"
AFP

Nato-Oberkommandierender Breedlove: "Gefährliche Propaganda"


Hamburg - Äußerungen des Nato-Oberbefehlshabers in Europa zum Ukraine-Konflikt stoßen bei mehreren Alliierten, darunter Deutschland, auf Kritik. General Philip Breedlove wird nach SPIEGEL-Informationen aus den Hauptstädten vorgeworfen, die militärische Rolle Russlands in der Ostukraine seit Ausbruch der Krise übertrieben dargestellt zu haben. Im Kanzleramt ist sogar von "gefährlicher Propaganda" die Rede. Außenminister Frank-Walter Steinmeier intervenierte deswegen persönlich bei Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Bei einem Mittagessen des Nato-Rats in der vergangenen Woche äußerten zudem mehrere Nato-Botschafter Kritik am öffentlichen Auftreten des Oberbefehlshabers in der Ukraine-Frage. Breedlove wies die Kritik zurück. "Ich stehe zu allen öffentlichen Äußerungen, die ich während der Ukraine-Krise gemacht habe", sagte der Oberbefehlshaber dem SPIEGEL.

Es sei erwartbar, dass die Einschätzungen des Nato-Geheimdienstzentrums, dem 33 Mitglieder und Partnerstaaten zuliefern, nicht immer zu den Einschätzungen einzelner Nationen passten, so Breedlove. "Es ist normal, dass nicht jeder meinen Einschätzungen zustimmt."

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 66 Beiträge
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Seite 1
tomatosoup 07.03.2015
1. Er sagt die Wahrheit,
aber er darf sie nicht sagen, weil Wahrheit und Diplomatie sich nicht miteinander vertragen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
kodu 07.03.2015
2. Hm ...
Es gibt ganz offensichtlich Interessengruppen, die sich ein möglichst schlechtes Verhältnis zwischen Europa und Russland wünschen. Inwiefern der NATO-General damit in Zusammenhang steht, muss zunächst Spekulation bleiben. Daß sich die NATO-Botschafter, ber auch unser Außenminister ermannt haben, die Dinge beim Namen zu nennen, wird jeden "Russland- und Putinversteher" mit Genugtuung erfüllen. Vielleicht ist das jetzt endlich mal die Geschäftsgrundlage für eine wirkliche Entspannung der gefährlichen Situation.
anron 07.03.2015
3. es passt besser zur eigenen Untätigkeit
den Herrn als Aufhetzer abzustempeln. Die Menge an schweren Waffen sprechen eine andere Sprache. Russland schafft Fakten und unsere Politik ist dafür nicht bereit und völlig überfordert.
rechdschreibfehler 07.03.2015
4. Toller Artikel
Vielleicht verrät uns SPON ja sogar, was der Herr Oberbefehlshaber geäussert hat? Oder was soll uns dieser Artikel sagen??
inovatech 07.03.2015
5. Er hat doch Recht
Wenn "Separatisten" mit nagelneuen T70 Panzern herumfahren, muss man sich nicht fragen wie ein "Zivilist" diesen Panzer "ausleihen" konnte ? Wieso gibt es keine genauen Aussagen z.B. durch Satelliten-Beobachtungen ? In dieser Uraine-Geschichte stimmt so einiges nicht - es passt nichts zusammen.
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